﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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betrachtet, so erscheint es interessant, dass Eichwald sehr oft Unlöslichkeit der Niederschläge in verdünnten Alkalien und Säuren sowie in Neutralsalzen beobachtete, derselben Niederschläge, die durch Einwirkung von Kohlensäure und Essigsäure aus 10-fach verdünntem Serum erhalten worden waren ‘).
Sowohl Schmidt (130 p. 431) als auch Eichwald (32 p. 30—1) behaupten, dass es ihnen gelungen war Globulin in Kohlensäure aufzulösen: Schmidt beobachtete Auflösung des in Wasser suspendirten Globulins, wenn durch die Flüssigkeit ein Kohlensäurestrom durchgeleitet wurde, der die Flocken zum Schwinden brachte; Eichwald nahm das in Wasser suspendirte Seroglobin in 2 Portionen, leitete in die eine Kohlensäure ein, liess die andere zum Vergleich zurück und beobachtete, dass im ersten balle die Flüssigkeit beim Einleiten von Kohlensäure sich klärte, aber eine stark schäumende (!) Lösung gab* 2 3). Im erwähnten Falle stellte die Lösung eine opalescirende Flüssigkeit vor, welche in einem offenen Gebiss eine ebenso vollständige Fällung gab wie in dem zum Vergleich genommenen (32 p. 30—1). Hierbei beobachtete Eichwald, dass sehr lange andauerndes Durchleiten von Kohlensäure durch 10-tach verdünntes Serum keine Ä orteile bot, obgleich das Seroglobin dabei schnell und vollständig zu Boden fiel, da er gerade in diesen Fällen constatirte, dass dem Seroglobin Syntonin beigemengt war3). Mathieu & Urbain (90 p. 706) behaupten dagegen, dass Serum und Hühnereiweiss, denen die Kohlensäure mittels der Luftpumpe entzogen wurde, in der Wärme nicht gerannen, dass dieselben aber bei der Einleitung von Kohlensäure die Fähigkeit,, in der Wärme zu gerinnen, wiedergewannen.
Wie schwer es auch sei Eichwald’s Gedankengange in seinen Arbeiten zu folgen, gewinnt man dennoch leicht die Ï berzeugung, dass die Neutralisationsprodukte der säurehaltigen und der alkalihaltigen Protei'nlösungen einen und denselben Charakter besitzen, den sie einerseits mit dem durch Salz und Säure bewirkten Niederschlage gemein haben, der andererseits mit dem Charakter des durch Wasser veränderten Globulins identisch ist. Im allgemeinen hat Külme’s Idee in Eichwald’s Arbeiten eine weitere Entwicklung erfahren.
Auch Schmidt (131p. 109) hält es nicht für möglich zwischen den neutralen Produkten sowohl der sauren als auch der alkalischen Lösungen dialysirten Proteins einen Unterschied zu finden und vermeidet die Benennungen Acidalbumin und Alka-lialbuminat 4). Indem Schmidt aus Serum und Hühnereiweiss durch Dialyse „salzfreies“ Albumin darstellte, fand er. dass diese Präparate mit Säuren und Alkalien in der Kälte, noch besser unter Zusatz einer unbedeutenden Menge Alkali, Neutralisationsniederschläge gaben, die an Casein erinnerten, in Salzen und Wasser un-
') „Niederschläge, welche in Alkalien und Sauren schwerer löslich und in Neutralsalzen überhaupt nicht vollständig löslich waren, habe ich wiederholt aus zehnfach verdünntem Serum mit ( Os und (AH;Os erhalten: sie beruhten aber auf einer Verunreinigung des Paraglobulins mit Syntonin und wurden namentlich erhalten, wenn die CO; sehr lange durchgeleitet oder die CsHAL in grösserer Menge zu gesetzt worden war“ ('s. d. folg. Abschn.) (ib. p. 45)
2)	.Leitet man durch dit; eine Portion CO;, so klärt sie sich sichtlich und giebt eine stark schäumende Lösung“ (ib. p. 31).
3)	„Sehr andauerndes Durchleiten von (XL
durch das 10-fach verdünnte Serum ist für die
lleindarstellung des Stoffes unvortheilhaft; allerdings fällt er noch schneller und vollständiger zu Boden, besonders wenn für das Lntweichen der überschüssigen CO; Sorge getragen wird, doch habe ich namentlich in diesen Fällen das Präparat mit Syntonin verunreinigt gefunden“ (ib. p. 28).
4)	„Indem ich unter Vermeidung der Namen Acidalbumin, Alkalialbuminat u. s. w. über meine Beobachtungen kurz berichten will, schicke ich voraus, dass ich bis jetzt keine sicheren Unterschiede zwischen der durch Natron und der durch Fiiweisslösung erzeugten Substanz bemerkt habe“ (131 p. 109).