﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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lüsung nach der Auflösung in einer unbedeutenden Menge derselben Ätzalkalien oder Alkaliencarbonate und trotz Gegenwart von Natriumphospliat gleich einer Lösung des Neutralisationsniederschlags eines Alkalialbuminats, aber bei Abwesenheit von Natriumphospliat, durch Neutralisation gefällt. Hoppe-Seyler hielt diese Reaktion zur Unterscheidung der Neutralisationsniederscläge aus den anfänglich alkalischen oder sauren Protemlösungen für charakteristisch *). Zur Bereitung der sauren Lösungen benutzte Hoppe-Seyler rauchende Salzsäure, in welcher er Fibrin oder Serumalbumin auflöste. Die erhaltene Lösung wurde filtriert und mit 2 Vol. Wasser gefällt. Der Niederschlag sei nach dem Abfiltrieren in Wasser löslich und gebe durch Neutralisieren reines Syntonin 2). „Huhnereiweiss“ sei zur Darstellung von Syn-tonin unbrauchbar, da es sich in Salzsäure schlecht löst, schwer ausfallt, und durch Fällung mit Wasser einen zerbröckelnden in W asser beinahe unlöslichen Niederschlag gibt (62 p. 245). Aus Myosin dagegen schlägt Hoppe-Seyler vor Syntonin durch Auflösung des Myosins in einer Lösung von 4 cc. rauchenden Salzsäure auf 1 L. Wasser darzustellen. Nach dem Filtrieren wird die Lösung mit Wasser verdünnt und vorsichtig mit Natriumcarbonat neutralisiert, worauf man die geleeartigen Flocken mit Wasser wäscht (ib. p. 245). Aus einer salzsauren Lösung wird das „Syntonin“ durch Kochsalz aber im Verein mit einer Säure gefällt. Auch Natriumcarbonat und Natriumphospliat erzeugen einen Niederschlag (ib. p. 245). Durch die Einführung dieser neuen Unterscheidungsmerkmals zwischen den Neutralisationsniederschlägen aus alkalischen und sauren Protemlösungen fand die Richtigkeit der Ansicht der früheren Autoren, welche sich an die Tatsachen hielten, welche für die Identität dieser Niederschläge zeugten, gleichsam eine Bestätigung.
Wohl hatte alles hier über die Darstellung der Syntonine und auch über die Unterscheidung der Albuminate vom Casein einerseits, vom Syntonin andererseits Dargelegte Hoppe-Seyler schon im Jahre 18G5 (60 p. 183, 193; p. n. 211) und sogar schon früher, im Jahre 1859 (377 p. 418), ausgesagt, doch besass diese Frage damals nicht dieselbe allgemeine Bedeutung, da sie sich nur im Bereiche der Interessen bewegte, die mit dem Studium der Löslichkeit des Caseins (ALV 68—74 p. 73) eng verknüpft waren, nicht die Bedeutung, die sie in der Zeitperiode, die wir gegenwärtig betrachten, gewann, als die Notwendigkeit sich aufdrang, zu entscheiden, ob die Neutralisationsniederschläge aus den alkalihaltigen und aus den säurehaltigen ITote'inlüsungen wirklich identisch sind. Besonders sorgfältig veranstaltete seine Beobachtungen Soyka (139 p. 347), der seine alkalischen Lösungen in schwachen Natriumcarbonatlösungen erstens aus dem Neutralisationsniederschlage aus einer nach Lieberkühn bereiteten Alkalialbuminatlösung, zweitens aus dem Neutralisations-
;).......sobald die Reaction sauer zu wer-
den beginnt; auch beim anhaltenden Einleiten von Kohlensäure in eine solche Lösung tritt Fällung ein und das neutrale Lieberküh n'sche Alkalialhuininat wird durch Kohlensäure vollständig ausgelallt. Enthält dagegen die Lösung mehr Alkali, so wird durch Kohlensäure keine Fällung, sondern höchstens Trübung bewirkt und bei Gegenwart von phosphorsaurem Alkali kann eine Alhuminatlösung angesäuert und dann seihst zum Kochen erhiltzt werden, ohne dass Fällung ein-tritt. Eine möglichst neutrale Lösung von Alkali-albuminat wird durch Zusatz von saurem phosphorsauren Alkali gefällt, wenn nicht eine hinreichende Quantität des Salzes NaRIPCL sich in der Lösung befindet. Ein Molecül des letzteren
Salzes verhindert die Fällung des Albuminats noch neben 32 Molecülen des sauren Salzes XalLPO; aber dies ist die Grenze (63 p. 243)... Die LösuDg in sehr verdünnten Aetilaugen oder kohlensauren Alkalien wird beim Neutralismen gefällt auch bei Gegenwart von phosphorsaurem Alkali (Unterschied von Albuminaten)“ (63 p. 243).
:) „Aus Fibrin oder Serumalbumin erhält man Syntonin durch Auflösen in rauchender Salzsäure, Filtriren der Lösung, Fällung des Filtrats mit dem doppelten Volumen Wasser. Der Niederschlag abiiltrirt und in Wasser eingetragen, löst sich klar darin auf und giebt beim Xeutralisiren mit Sodalösung gallertigttiockigen Niederschlag von reinem Syntonin“ (63 p. 245).
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