﻿VERHALTEN DES (il.OBULINS ZU DEN SAUREN.
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her. die schon auf einen 0,000001 Gehalt an Alkali im W asser reagirten, und blaue Gypsplatten, die 0,000001 Salzsäure aufdeckten (98 p. 472). Obgleich Mörner ein wenig gelungenes Präparat nahm, welches alle Eigenschaften des Mulder’schen Proteins besass, wie wir schon früher erwähnten (AWs 81 - 5 p. n. 98), so fand er dennoch, dass es eine saure Reaktion zeigte. Man darf nicht vergessen, dass, wenn Mörner sein Präparat auch Alkalialbuminat nannte, hier eigentlich der Neutralisationsniederschlag aus der Lösung einer Alkaliverbindung gemeint war. Da ich zwischen dem Neutralisationsniederschlage aus einem Alkalialbuminat und dem soeben erwähnten Präparat einen genügend grossen Unterschied finde, so erlaube ich mir letzteres Mörner s Präparat zu nennen. Das Dargelegte erklärt, weshalb Mörner im Gegensatz zu Kühne an seinem Präparat einen geléeartigen Zustand nicht beobachte. Mörner vergass, dass er ein von dem Kühne’schen sehr verschiedenes Präparat vor sich hatte, und deshalb nach abermaligem Auflösen sowohl in Alkalien als in Säuren und entsprechendem Neutralismen derselben Art einen matten, trocknen, beinahe pulverförmigen Niederschlag, nicht aber einen geléeartigen, erhielt. Im Einklang damit bleiben Kühne's Beobachtungen richtig, dass die Neutralisationsniederschläge aus den Lösungen von Alkali- und Säureverbindungen ein und dasselbe geléeartige Aussehen haben (98 p. 472). Die Neutralisationsniederschläge aus den Säureverbindungen, nach einer der 4 Yerfahrungsarten bereitet, reagirten sauer l). In Bezug auf die Löslichkeit in Salzen findet Mörner, dass die Neutralisationsniederschläge aus den Säureverbindungen in Wasser und in Salzen unlöslich sind, die Fibrinpräparate ausgenommen, die, Mörner’s Aussage nach, sich zuweilen, doch auch nur zum teil, lösen. Dieselben Neutralisationsniederschläge seien in Alkalien löslich, wobei aber, wie wenig Alkali auch genommen werde, eine sauer reagirende alkalihaltigen Lösung nicht dargestellt werden könne. Überhaupt lösen sich, Mörner’s Ansicht nach, die Niederschläge schwer. Nichtsdestoweniger sehen wir aber, dass Mörner’s Präparat, welches hier unter dem Namen Alkalialbuminat figurirt und in den Augen des Autors für alle Neutralisationsniederschläge aus den Alkaliverbindungen verantworten soll, sich in sehr geringen Alkalimcngen löste, wobei die Lösung sauer reagiren konnte. Mörner sieht darin einen wesentlichen Unterschied zwischen den Neutralisationsniederschlägen aus den alkalischen und sauren Proteinverlösungen 8). Doch könne der Neutralisationsniederschlag aus einer Säureverbindung nach der Auflösung in einem Alkali, dem Erhitzen im Wasserbade, der Neutralisation der Säure in der Lösung und nach dem Waschen, eine sauer reagirende Lösung mit Alkalien 3) bilden! Dagegen gelang es Mörner nicht, durch Einwirkung einer Säure ein „Alkali-
') „Das Hülmereiweisssyntonin, das Muskelsyn-tonin nnd das Parapepton reagiren auch sauer, wenngleich nicht so stark, als das Alkalialbuminat. Etwas starker sauer als die genannten Syn-tonine reagirt das Hoppe-Seyler'sche Fibrinsynto-nin“ (98 p. 473).
-') ..In Bezug auf die Löslichkeit in Alkalien besteht also zwischen dem Alkalialbuminat einerseits und den Syntoninen andererseits der grosse Unterschied, dass jenes sich in Minimum von Alkali mit saurer Reaction löst, während die letzteren nur alkalisch reagirende Lösungen gehen“ (ih. p. 475).
3) „Es ist nun von einem ungemein grossen Interesse, dass eine hinreichend alkalische Syn-toninlösung durch Erwärmen auf dem VYasserbade
derart verändert wird, dass der nach dem Erkalten durch Säurezusatz erzeugte, vollständig ausgewaschene Niederschlag in Alkali mit saurer Reaction sich löst. Dagegen gelingt es nicht umgekehrt das Alkalialbuminat durch Behandeln mit Säuren in einen Stoff zu verwandeln, welcher wie das typische Svntonin in Minimum vom Alkali nur mit alkalischer Reaction sich löst. Nicht einmal das durch Neutralismen in der Siedhitze ausgefällte und dadurch schwerlöslich gewordene Alkalialbuminat konnte durch Auflösen in siedender Salzsäure (von 01°/o HCl) zur Lebereinstimmung mit dem Svntonin verwandelt werden. Der aus dieser Lösung nach dem Erkalten gefällte Stoff verhielt sich nämlich wie gewöhnliches Alkalialbuminat, nicht wie Syutonin“ (ib. p. 475).