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VERHALTEN DFS GLOBULINS ZU LEN SAUREN.
eine leichter zerfliessende Masse zu erhalten, wurde Wasser zugesetzt; bei Wasserüberschuss war Gallertbildung ausgeschlossen (123 p. 334). Im gegebenen Falle finde Gallertbildung besser mit Salzsäure, weniger gut mit Salpetersäure und am wenigsten—mit Phosphorsäure statt (ib. p. 336). Je concentrirter die Proteinlösung ist, desto consistenter sei die gallertartige Verbindung. In einer andern Reibe von Versuchen erhielt Rollet Gallertbildung nach Johnson’s Verfahren, indem er den eine dicke Schicht Protemflüssigkeit enthaltenden Dialysor auf verdünnten Säuren: Schwefelsäure—spec. Gew. 1,0067, Salzsäure—1,0065, Salpetersäure— 3.0066 und Phosphorsäure—1,0103 schwimmen liess; die Bildung der Gallerte ging allmälig von unten nach oben (123 p. 339). Die in destillirtem Wasser erhaltenen Stücke lösten sich in viel heissem Wasser; zwar bildeten sie eine Lösung, die nicht wieder erstarrte; der Zusatz von Schwefelsäure, Salzsäure oder Salpetersäure erzeugte jedoch Niederschläge, die sich beim Verweilen in der Mutterlauge auflösten. Die geléeartige Masse büsste nach dem Trocknen ihre Wasserlöslichkeit sowie die Fähigkeit, beim Erwärmen wieder eine Gallerte zu bilden (ib. p. 343 und 345). nicht ein. Bei längerem Dialysiren (4—6 Wochen) falle das Protein aus und gebe mit Säuren aufs neue geléeartige Massen; die abfiltrirte Flüssigkeit scheide bei der Neutralisation keine Niederschläge aus. Zugleich studirte Rollet auch die Bedingungen, unter denen uneingedichtetes Serum sich in eine gallertartige Masse verwandelt, wobei er fälschlich die ersten Beobachtungen in dieser Richtung Magendie (p. n. 179) zuschrieb. Beim Einträgen derselben Säuren, ausser Phosphorsäure, in gewöhnliches Serum mit einem Stäbchen beobachte man zuerst eine Trübung, die beim Umschütteln verschwindet; wird aber eine genügende Säuremenge zugesetzt, so bilde sich auch eine Gallerte, die in der Wärme zerfliesst. beim Abkühlen aber wieder erstarrt. Gallertbildung werde auch mit geringen Quantitäten von Säuren, aber unter Mitwirkung von Wärme beobachtet. Phosphorsäure erzeuge auch in der Wärme keine Gallerte (123 p. 349—50). Bei fernerem Zusatz von Säure, aber nun schon in der Kälte, entstehe ein weisser Niederschlag: Phosphorsäure verhalte sich auch in diesem Falle negativ. Überall, wo Gallertbildung stattgefunden hat. mache sich eine saure Reaktion bemerkbar; auch die Tropäolinreaktion trete bei verhältnissmässig geringen Concen-trationsgraden der Säuren ein. In sehr verdünnten Säuren, wenn Lakmuspapier und auch Liebreich’s Gypsplatten schon die saure Reaktion anzeigen, sei Tropäolin 00 noch nicht im Stande die Gegenwart von Säure nachzuweisen. Rollet fand, dass Tropäolin 00 im allgemeinen weniger empfindlich sei als Lakmus und bemerkte, dass eine solche Quantität Salzsäure. Salpetersäure oder Phosphorsäure, welche in der Wärme Gallertbildung hervorzurufen vermag, auf Tropäolin 00 noch nicht reagirte. Bei wiederholtem Erwärmen und Abkühlen bewirke die Gallerte eine deutlichere Färbung des Tropäolins, wenn Lakmus sich schon längst gefärbt hat. Schwefelsäure zeige die Tropäolinreaktion erst dann, wenn die Gallertbildung schon begonnen hat (ib. p. 354).
Rollet findet im allgemeinen, dass der Übergang in den geléeartigen Zustand auch mit geringen Säuremengen und in der Kälte statthat. es sei dazu aber längere Zeit, 6—72 Stunden oder auch mehrere Tage, erforderlich; dennoch vergehe bei einem und demselben Gehalt an Serum um so mehr Zeit, je mehr Säure genommen wurde, am meisten mit Phosphorsäure. Was den Sinn dieses Processes anbetrifft, so sieht Rollett denselben für eine Umwandlung des Proteins in die Säu-remodification und die Gallertbildung für das äussere Zeichen derselben an *). Wärme
l) „Es handelt sich dabei um eine allmälige äussere Zeichen für die unter dem Einfluss der Umsetzung des Eiweisses in die Säuremodifi- Säure erfolgte Umwandlung des Eiweisses“ (123 cation..... Das Auftreten der Gallerte ist das p. 355).