﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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Anders bei den übrigen Fällungsmittels, fährt Rhorer fort (ib. p. 380), nämlich bei dem pikrinsauren Ca und dem Kaliumjodomercurat: die Verdrängung der im Fällungsmittel enthaltenen Säuren durch die HCl muss bis zu einem gewissen Gleichgewichtszustände auch hier stattfinden. Diese Säuren: die Pikrinsäure und Quecksilber,] odwasserstoffsäure sind aber selbst starke Säuren; sie lassen sich genau titriren, ihre Salze reagiren streng neutral. Rhorer hat sich vielfach überzeugt, dass durch den Zusatz dieser Neutralsalze die Titration der Salzsäure in keinerlei Weise beeinflusst wird: es war somit zu erwarten, dass nach der Fällung mit diesen Fällungsmitteln für die gebundene Menge der Säure stets derselbe Wert gefunden werden würde (ib. p. 380). In Bezug auf den Einfluss des Säureüberschusses haben Cohnhein & Krieger gefunden, wie auch Spiro & Pemsel und Erb, dass wenn die Menge der gebundenen Säure mit der Steigerung des Säureüberschusses anwächst, dies wieder in Versuchsfeldern gesucht werden muss (ib. p. 382). „Da diese Abweichungen durch Ä ersuche mit PW- saurem Ca gefunden worden sind, so gilt von denselben das Obengesagte (p. n. 248). Aber auch bei Anwendung geeigneter Fällungsmittel (K„H9J4), können ähnliche Resultate erhalten werden...“ (ib. p. 382). „Der Grund dieser Abweichungen“, fährt Rhorer fort, „ist aber einfach in der Absorption (!) durch den Eiweissniederschlag za suchen. Wie schon erwähnt, kann dieser voluminöse Niederschlag nur sehr schwierig ausgewaschen werden. Je mehr Säure noch im Filtrat enthalten ist, desto mehr kann vom Niederschlag zurückgehalten werden“.
Rhorer scheint nicht bemerkt zu haben, dass er nicht nur die Errungenschaften seiner Vorgänger für null und nichtig erklärt, sondern auch die Methode selbst in seiner eigenen Modifikation vernichtet, da er. um die überschüssige (!) Säure zu entfernen zu allem noch zum Waschen der Niederschläge mit Wasser greifen muss!... Im gegebenen Falle scheitert Rhorer’s Bestreben, zwischen der gebundenen und der absorbirten Säure einen Unterschied aufzustellen, an den schon unerschütterlich festgestellten Tatsachen (p. n. 575, 585, 598), dass das Waschen mit Wasser vollständige Entfernung der Säure aus den Säureniederschlägen der Eiweissstofle zur Folge hat.
W'as die Anwendbarkeit der Bestimmung der elektrolytischen Leitfähigkeit zur Erforschung des Verhaltens der Eiweissstofle zu den Säuren anbetrifft, so kann man vorderhand nur sagen, dass alle Untersuchungen dieser Art an nicht genügend reinem Protein angestellt wurden, was übrigens auch die Autoren selbst, die sich, von Sjoqvista an beginnend, damit beschäftigt haben, zugeben... Alle Bemühungen dieser Forscher, solche Korrektionen einzuführen, welche den Wrert ihrer Angaben erhöhen sollten, können nicht für gelungen angesehen werden, da deren Urheber selbst, diese Korrektionen weder quantitativ noch qualitativ in genügendem Maasse begründet haben. Man muss Friedenthal (p. 58) beistimmen: „Aus den... Versuchen kann man wohl schliessen, dass die Methode der Bestimmung des elektrischen Leitungsvermögens sich... ungeeignet erwiesen, um uns über die physiologisch so wichtigen Beziehungen zwischen den Collo'iden und Krystalloïden Aufschluss zu geben. Nur für die Fragen, bei denen das Verhalten der Krystallo'ide allein geprüft werden soll, werden wir uns der neuen physiko-chemischen Methode der Bestimmung der Leitfähigkeit und der Kryoscopie—mit Vorteil bedienen können (38-ap. 57)“.
W'enn somit diese episodische Erscheinung in der Geschichte des Verhaltens des Globulins zu den anorganischen Körpern keine positiven Errungenschaften auf diesem Gebiete unserer Kenntnisse über das Protein geliefert hat, und wir aufs neue den Zufälligkeit der alten Methoden überlassen sind, so kann man nicht umhin anzuerkennen, dass diese Arbeiten der Anwendung physiko-chemischer Methoden auch in der biologischen Chemie ein weites Feld eröffnet haben, wie wir es weiter, in dem entsprechenden Kapitel dieses Buches, näher ausführen werden.