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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
mit Basen gesagt haben. In der Tat, wenn wir auf Ss. 550 u. 551 die Worte „Basen“ und „Alkalien“ durch das Worte „Säure“ ersetzen, so erhalten wir alle Fälle von Gallertbildung bei Gegenwart von Säuren, aber bei Zimmertemperatur. Im allgemeinen stellt die durch Säure erzeugte Gallerte nichts anderes als eines der Stadien des Uebergangs des Globulins in den festen Zustand vor und kann keine andre Bedeutung haben, da dieselbe ein Ausdruck für die wechselnden Verhältnisse zwischen Globulin. Säure, Wasser und Wärme ist.
A. Einfluss der Wärme. Schon die ältesten Autoren hatten bemerkt, dass die Auflösung der ausgeschiedenen Prote'inkörper in Säuren unter Mitwirkung von Wärme leichter vor sich geht, andererseits aber auch, dass die Fällung dieser Körper aus ihren Lösungen durch Säuren in der Wärme eine vollständigere ist. Auf diesem Verhalten der Wärme und der Säuren zum Globulin gründen sich die wesentlichsten Reaktionen auf die Prote'inkörper. Ein näheres Studium des Ä er-haltens der Acidoglobinlösungen zu der Wärme hat den Schlüssel zu den obenangeführten Tatsachen geliefert, die auf den ersten Blick unvereinbare Widersprüche in sich schliessen. lias natürliche Bestreben auch hier, wie in den auf die Salze und Basen bezüglichen Fällen (p. n. AIM 75—80 p. 265 u. AW 81—85 p. Ill), die maximale Löslichkeit zu bestimmen, stösst auf Schwierigkeiten, die unsre Untersuchungen blos auf die Bestimmung der Grenzen der vollkommensten Löslichkeit beschränkt haben. Die für ein und dasselbe Präparat und mit denselben Bezeichnungen zusammengestellte Tabelle (p. n. 254) kann in der Tat, gleich der für die Salzverbindungen gegebenen (AW 75—80 p. 253—5), als erklärendes Beispiel für das Verhalten der Säureverbindung zu der Wärme dienen.
Erinnert ein Teil dieser Tafel, von 1c—0,01/;. auch an die für die Basen gegebene (,V.V 81—85 p. 111. Taf. IX). so macht sich in ihr im ganzen der Charakter der für die Fällungstemperatur der ersten Salzgruppe (VA; 75—80 p. 257. Taf. IV) aufgezeichneten Kurve erkennbar. Es giebt eine mittlere Concentration, welche das Globulin am besten löst, nämlich für die Mineralsäuren zwischen 0,09k und 0,001/; während für die vegetabilischen und die Phosphorsäure, diese Grenzen viel weiter, von 0,9/.;—bis 0,001/;—auseinander gerückt sind! Es ist jetzt verständlich, warum mit der Tem peraturerhöhung die Löslichkeit des Globulins bei verhältnissmässig geringem Säuregehalt am stärksten wird, während grössere Säuremengen nicht nur an sich selbst das Globulin weniger lösen, sondern unter dem Einfluss der Wärme dasselbe zum Teil oder auch mehr oder weniger vollständig ausscheiden. Anders verhalten sich die vegetabilischen Säuren und die Phosphorsäure: deren Verbindungen werden durch Wärme nur bei einem Gehalt an 0,0017c oder einem noch geringeren bei der Sättigung der Lösung mit den Kry-stallen oder der Behandlung mit wasserfreien Säuren (acid. acet. glac.) zerstört.
In Bezug auf die Mineralsäuren bewahrheitet sich das Gesagte auch, wenn die Versuche umgekehrt in Angriff genommen werden; bei der Auflösung des ausgeschiedenen Fibrins in Schwefelsäure erweist es sich beim Kochen desselben in Kolben, dass je niedriger der Procentgehalt der Säure (10°/o—0.1%), desto weniger Zeit zur Auflösung einer gleichen Fibrinmenge erforderlich ist. Wird dagegen die Probe bei Zimmertemperatur ausgeführ, so geht die Auflösung weit langsamer vor sich. Ähnliche Beobachtungen, die ich schon in den Jahien 1879—1881 veröffentlichte (99 p. 21). zeigten mir, dass für die obenbestimmte Menge der Säuren mit der Erhöhung der Temperatur auch die in Lösung übergehende Globulinmenge steigt. Wird darauf eine auf solche Weise gesättigte Lösung abgekühlt, so erfolgt Festwerden, wobei die Lösung zuerst ein gallertartiges Aussehen bekommt, bei genügendem Globulingehalt aber ein trübes, matt aussehendes Gerinnsel entsteht. Diese geléeartigen Massen können wieder schmelzen und in den flüssigen Zustand übergehen, nach Einführung einer neuen Globulinmenge sogar das gallertartige Aussehen behalten;