﻿260
VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
ein neues Verhalten zeigen, welches durch die veränderten quantitativen Verhältnisse aller in der Verbindung befindlichen Agentien geschaffen wird.
Alle beschriebenen Verbindungen haben eine Dissoziationstemperatur, und wenn irgend eine Verbindung bei der Herabsetzung der Temperatur bis zur anfänglichen nicht wieder hergestellt wird, so geschieht es nur, weil das Globulin, wie wir schon erwähnt, eine Veränderung erleidet, d. h. unlöslich wird (s. Kap. XVIII). Wir erwähnen schon der Fälle nicht, wo die Temperaturerhöhung das Entstehen einer Verbindung, z. B. zwischen der Säure und der Base u. dergl. befördert.
Auch von der Form, welche die in den genannten Fällen sich ausscheidenden Niederschläge annehmen, will ich nicht reden: dieselbe kann sehr verschieden sein, von feinkörnigen Flocken an bis zu durchsichtigen Gallerten und undurchsichtigen Gerinnseln.
1. Verhalten des Globulins zu den sauren Salzen. Bei der Betrachtung der Salzverbindungen des Globulins vermieden wir es, der sauren Salze zu erwähnen. Das Verhalten dieser Salze zum Globulin erinnert im allgemeinen an die gleichzeitige Einwirkung einer Säure und eines Salzes auf dasselbe.
Die untenstehende Tafel, welche unter denselben Umständen zusammengestellt wurde wie Tabelle IV (AbV 75 — 80 p. 257), erinnert an die III Gruppe letzterer und zeigt im allgemeinen eine Fällungstemperatur, welche niedriger ist, als die den Neutralsalzen entsprechende. Die Steigerung des Säurecharakters übt auf die Fällungstemperatur einen bedeutenden Einfluss aus, wie aus den in Tafel VII gegebenen Zahlen erhellt, welche den zwei- und einmetalligen Natriumsalzen der Phosphorsäure, sowie dem sauren oxalsauren Natrium und dem hier gleichfalls angeführten Neutralsalz derselben Säure entsprechen.
Im allgemeinen kommt den Globulinverbindungen mit sauren Salzen die Rolle einer stärkeren Säure als dem reinen Globulin zu.
TAFEL VII.
Tafel der Fällung des Globulins in Lösungen von sauren Salzen.
saures kohlensaures Natron.
„	phosphorsaures	„
(NXHPOJ
„	schwefligsaures	„
„	schwefelsaures	„
„	„ Ammonium.
„ phosphorsaures Natron.
(NaH2P04)
„	oxalsaures
01/,-—	-0,05/t;—	0,09/,'-	-o,u-—	•0.5/t—	0.9/;-	- /;—
20>	100 >	A o o r—H A o o r-H		100—	■ 80-	-20—
20 —	- — —	—	— —	7 5—	72>20—	
	20—	40—	58—	62—	50-	-20—
20—	■	45—	51 —	62 —	55—	20-	—
20—	60—	58—	55 —	20 —	20 -	20—
	20—	42—	55—	50—	20—	-20—
20-	■ 20—	20—	20—	20—	20-	20—
	20—	55—	72—	92—	87>20—i	
D a	r s t e 11	u n g	u n d j	L e r s i	e t z u	n g
einfaches oxalsaures
e r b i n d u n g e n.
der Säure
Die Säureverbindungen des Globulins können durch Verfahrungsweisen zersetzt werden, die in dem Verhalten der Alkalien und Salze zum Globulin wurzeln. So kann ein Acidoglobin in eine Alkali- oder Salzverbindung übergeführt werden, doch stösst die Entfernung des Salzes oder des Alkali auf grosse Schwierigkeiten: man ist genötigt zur Dialyse zu greifen, die in diesem Falle sehr lange dauert, und das sich ausscheidende Globulin geht, da es mehr oder weniger lange unter Wasser bleibt, in den unlöslichen Zustand über. Wiederholte Ausfällung mit einem Salze