﻿DARSTELLUNG UND ZERSETZUNG DER SÄUREVERBINDUNGEN.
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und Auflösung in Wasser mit darauffolgender Dialyse sind gar zu weitläufige Manipulationen; das Salz irgendwie auszusüssen, ohne dass die Löslichkeit des Globulins sich verändre, gelingt gewöhnlich nicht, worauf schon Panum hinwies: das Salz lässt sich sehr schwer abwaschen (A2A28I—1)2 p. 190—2), was wieder zu Gunsten einer chemischen Verbindung desselben mit dem Globulin zeugt,
Mithin bleibt nur die vollkommenste und fast einzige Operation zur Gewinnung des reinen Globulins übrig, nämlich die Überführung des Globulins in eine Säureverbindung, wobei das mit dem Globulin verbundene Salz leicht der Säure weicht, während die Base unter dem Einflüsse der, obwohl verdünnten, Säurenmasse sich mit derselben verbindet.
Die erhaltene saure Lösung wird rascher Dialyse in Filter-Dialysoren (ALM 75— SO p. 242—S) unterworfen. Hiebei kann ein beliebiger Weg eingeschlagen werden: Dialyse entweder gegen Wasser, oder gegen die gleichnamige, oder gegen eine verschiedene Säure. Der erste Weg ist der vorteilhaftere, wenn man die Verbindung bis zum Globulin zu zersetzen wünscht, natürlich falls das Präparat kein mit dem Globulin verbundenes Alkali enthält. Werden in diesem Falle aschenhaltige Globulinniederschläge erhalten, so muss das sich ausscheidende Globulin aufs neue in Wasser aufgelöst und dialvsirt werden u. s. w.
Bei der Darstellung von Säureverbindungen des Globulins durch Dialyse darf nicht vergessen werden, dass letzteres bei einem minimalen Gehalt an Säure in der Lösung verbleiben kann. Selbstverständlich kamt durch Zusatz einer Säure, z. B. Salzsäure, zu einer solchen Säureverbindung des Globulins ein Niederschlag enstehen; doch löst sich bei der Dialyse eines solchen Gemenges nach Entfernung des Säureüberschusses dieser Niederschlag wiederum auf. Erst nachdem die Säure sich vollständig entfernt hat, fällt auch das Globulin aus.
Harnack, der ausser Acht gelassen hatte, dass sein Albumin eine lösliche Säureverbindung desselben war (S. Kap. XIV,—„Verhalten des Globulins zu den Metallsalzen“), erklärte die soeben beschriebene Fällung der Flüssigkeit und Auflösung des Niederschlags ganz unrichtig. Er glaubte, dass sein „Albumin“ bei der Dialyse von der Säure darum gefällt werde, weil es sich mit derselben verbindet, und dass bei fernerer Dialyse des Gemenges, wenn die Verbindung sich zersetzt, das „Albumin“ sich wieder autiüse.
Bei bedeutendem Aschengehalt im Globulin ist es vorteilhafter, dasselbe in eine rein saure Verbindung überzuführen und dann das erhaltene Acidoglobin zu zersetzen. Zu diesem Zwecke löst man das Globulin in einer schwachen Säurelösung auf und dialysirt es gegen eine sehr verdünnte Lösung der gleichnamigen oder irgend einer andern Säure bis zu vollständiger Entfernung der Aschenteilchen aus der Flüssigkeit im Dialysor. Die äussere Flüssigkeit durch irgend eine Säurelösung ersetzend, kann man sowohl ein Acidoglobin in ein andres überführen als auch eine Globulinverbindung mit zwei und mehr Säuren erhalten. Wird unter diesen Umständen gallertartige Konsistenz der Flüssigkeit beobachtet, so ist sie für den Beginn einer Zersetzung der Säureverbindung, und die Verhältnisse der sie bildenden Bestandteile für einen Einzelfall der gegenseitigen Verhältnisse der Mengen des Globulins, der Säuren, des Wassers, endlich der Wärme anzusehen. Wird mittels Dialyse eine Säure Verbindung erhalten, so ist zu erwarten, dass sie stets einen höheren Prozentgehalt von Säure in sich schliesst, als die äussere Flüssigkeit ihr bietet. Diese Anhäufung, so zu sagen Verdichtung, der Säure wird natürlich durch die Affinität (man möchte sagen „Gierigkeit“) des Globulins zur Säuere bedingt. Als Beispiel können wir auf Johnsson’s (AVA» 86 — 92 p. 222) Tafeln verweisen. Analoge Verhältnisse beobachtet man auch in den Fällen, wo Alkalien im Spiele sind.
Danach werden die reinen Säure Verbindungen durch Dialyse gegen Wasser bis zu reiner Globulinsäure oder Globulin zersetzt. Es muss hier zugunsten des ÄTor-