﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN METALLSALZEN.
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Da die erhaltenen Zahlengrossen sich wie 1 : 2 verhalten, so glaubt Harnack, dass die Verbindung des Proteins mit dem Kupfer nach einem gewissen Typus vor sich gehe, in welchem das Verhältnis des Kupfers wie 1 : 2 sein kann (25 p. 208). Wie sorgfältig dieser Autor seine Untersuchungen auch ausführte, so zeugen dieselben nur zugunsten dessen, dass die Beständigkeit der Verhältnisse der Bestandteile in den Flüssigkeiten zu einander beim Hineintragen von Kupfersalz im Überschuss die Bildung von Niederschlägen bedingt, welche 2,48 — 2,74% Kupfer enthalten; wird jedoch in dieselbe protemhaltige Flüssigkeit eine geringere Salz-menge eingetragen, so ist auch der Kupfergehalt ein geringerer—1,34—1.37%.
Auch die historischen Tatsachen in Betracht ziehend, können wir im allgemeinen nicht nur inbezug auf die Kupfersalze sondern auch auf die Salze anderer Metalle sagen, dass, wenn eine gewisse Beständigkeit der Verhältnisse auch beobachtet wird, dieselbe nicht durch die Beständigkeit des chemischen Bandes zwischen dem Metall und dem Protein, sondern durch die Beständigkeit der Bedingungen, unter welchen die Fällung mit einem und demselben Salze, stattfindet, charakterisirt wird.
Interessant ist der Charakter der Kupferverbindung. Der frischgefällte Niederschlag löste sich schwer in einem Überschuss sowohl der protemhaltigen Flüssigkeit als auch der Kupfersalzlösung; im Moment der Entstehung löste er sich jedoch unter denselben Bedingungen ganz leicht. Neutralsalze lösten den Niederschlag nicht, wohl aber Ätzalkalien und Alkalicarbonate sowie verdünnte Säuren. Durch vorsichtiges Neutralismen sowohl der sauren als auch der alkalischen Lösungen wurden Niederschläge dieser Verbindung erhalten. Wurde dagegen mit konzentrirtem Alkali eingewirkt, so erfolgte Zersetzung, wobei das Protein in weissen Flocken ausfiel; die darüberstehende Flüssigkeit schied bei der Neutralisation mit Säure keine Niederschläge aus. Nach dem Trocknen löste sich das Präparat schon sein1 schwer (25 p. 201).
Harnack beobachtete ferner, dass bei der Einwirkung von Schwefelwasserstoff auf die in Wasser suspendirte Kupferverbindung Zersetzung erfolgte, wobei jedoch kein Protein in das Filtrat überging. Wird aber das Gemenge bei der Einwirkung des Schwefelwasserstofs vorher mit Natriumcarbonat behandelt, so enthalte das Filtrat eine klare, kupferfreie Proteinlösung, welche durch Neutralisation gefällt. werde (25 p. 210).
Chittenden & Whitehause (12 p. 11), die in derselben Richtung wie Harnack arbeiteten, fanden, dass Kupferacetat und Kupfersulfat in dialysirtem Hühnereiweiss Verbindungen erzeugen, welche 0,71—1,21%, durchschnittlich 0,94% Kupfer, nebst 0,23 Asche enthalten. Wenn das nach Harnack’s Vorschrift bereitete Präparat in Natrium carbon at aufgelöst und dann mit Salzsäure gefällt wurde, so gab es 1,71 und 1,19% und nach 2-fachem Auflösen und Fällen resp, 2,19 und 1,34 Kupfer. Ihren Beobachtungen gemäss glauben die Autoren, dass entweder eine grössere Anzahl von Kupferverbindungen oder leichte Zersetzbarkeit der Metallverbindungen angenommen werden müsse. Ausser diesen Tatsachen finden wir bei genannten Autoren Bestimmungen auch anderer Salze und zwar: bei der Fällung desselben Präparats mit neutralem Bleiacetat wurde eine Verbindung mit 2.25— 2,85% Blei erhalten, mit basischem—5,45—32,11% (!). Die Fällung mit Eisen-clilorid gab ein Präparat mit 0,90—1,08%, im Durchschnitt 0,95% Eisen; mit Zink-
frei lieh nur angeben, dass im Allgemeinen d>e Präparate die Ausfällung nach vorher b e s t i m m-erste gewonnen wurde, wenn im Eiweiss—, die ten Mengenverhältnissen, und dennoch wurde letztere, wenn im Kupfersalzüberschuss ausgefällt in allen diesen Fällen immer eine der beiden wurde. Niemals geschah bei der Herstellung dieser Verbindungen erhalten (25 p. 203).