﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN METALLSALZEN.
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schlag, den er liier „Metallalbuminat“ nannte, durch wiederholte Fällungen und Auflösungen in ein „aschenfreies Präparatuni“! Darauf folgt die Beschreibung eines einfacheren Verfahrens zur Darstellung von Kupferpräparaten. „Eine bedeutende Quantität fein verschnittenen Eiweisses wurde mit viel Wasser verdünnt, das Filtrat genau neutralisirt. aufs neue filtrirt und die Eiweisslösung mit Kupfersulfat gefällt“ (20 p. 3046)! Die erhaltenen feinen blaugrünen Flöckchen wurden gut mit Wasser newasehen in Wasser verteilt, in einigen Tropfen Ätznatron aufgelöst (dem Autor nach lösten sich dieselben in Alkalien und in Säuren gleich gut), und die Verbindung durch Neutralismen mit Essigsäure aus der erhaltenen Lösung aufs neue ausgefällt. Diese Operation wiederholte man mehrere Mal, wonach der Niederschlag schon in einer grösseren Ätznatronmenge aufgelöst wurde; in der Folge empfahl der Autor denselben in konzentrirter Ätzkalilösung aufzulösen, wobei die Flüssigkeit nach der Neutralisation, diesmal schon mit Salzsäure, nach 24 Stunden einen „farblosen flockigen, in einem Säureüberschuss schon unlöslichen Proteinniederschlag ausschied“. Beim "Waschen des Niederschlags wurde Aufquellen desselben beobachtet. Harnack rät nach dem Auswaschen ihn im Platintiegel bis 100° und höher zu erhitzen, wobei anstatt „Gerinnung“, „Schmelzen der Substanz“ (?!) beobachtet werde; erst dann trockne sie zu einer durchsichtigen, leimähnligen Masse aus, welche in dickeren Schichten gelbrot (?) gefärbt erscheint *)! Beim Verbrennen habe diese Masse einen mit dem blossen Auge kaum wahrnehmbaren Anflug hinterlassen. Und eine solche Substanz nennt Harnack, ohne lange zu überlegen, „aschenfreies Albumin“ (ib. p. 3048)! Unter den Eigenschaften dieses „Albumins“ hebt Harnack das Aufquellen und die Löslichkeit in Wasser, besonders beim Erwärmen hervor, infolgedessen ein solches „Albumin“ durch Wärme nicht in „geronnenes Albumin“ imi-gewandelt werde! Die Lösung werde durch Säuren und sogar durch geringe Salzmengen gefällt, nicht aber durch Alkohol, Äther, Tannin u. dergl. Alle diese Eigenschaften reden Harnack nach zugunsten eines aschenfreien oder „unverbundenen Albumins“.
Nach allem, was wir über die Säureverbindungen des Globulins gesagt haben, wird wohl kaum noch jemand zweifeln, dass Harnack’s „aschenfreies Albumin“ eine S ä u reve r b i n d u n g des Globulins war. In der Tat: um die Kupferverbindung zu zersetzen, behandelte Harnack das Präparat mit einem „starken Alkali“, neutralisirte die alkalische Lösung mit Salzsäure und wusch den erhaltenen Niederschlag, doch nicht besonders sorgfältig, da zum Waschen grosse Massen genommen waren, denn der Niederschlag quoll in kleinen Mengen auf und löste sich 2). Harnack hatte offenbar eine Säureverbindung vor sich, die er nicht
').... man kann dies getrost in einem Trockenschranke bei 100° C. und darüber vornehmen; denn anstatt dabei zu gerinnen schmilzt die Eiweisssubstanz anfangs und trocknet schliesslich zu einer leimartigen, durchsichtigen, überaus harten und spröden, in dickeren Schichten gelb-roth gefärbten Masse ein (26 p. 3048).
-) lier entstandene blaugrüne feintiockige Niederschlag -wurde nun sorgfältigst ausgewaschen, sodann in etwas Wasser vertheilt, durch einige 'Tropfen Natronlauge gelöst, aus der Lösung aber durch Neutralismen mit Essigsäure sofort wieder gelallt. Dieselbe Procedur wurde nochmals wiederholt, der Niederschlag wieder aufs Sorgfältigste ausgewaschen, sodann in einer reichlichen Menge Natronlauge gelöst und die dunkel violettblaue, beinahe gallertige Flüssigkeit 24 Stunden lang ruhig stehen gelassen. Hierbei tritt nun die
Zerlegung der Kupfer—Eiweissverbindung durch die Einwirkung des starken Alkalis ein. und fällt man am folgenden Tage durch Neutralismen der Lösung mit Salzsäure, so erhält man einen farblosen, flockigen, im Uebersckuss der Säure nicht mehr löslichen Eiweissniederschlag, der sich gut absetzt, während das alles Kupfer in Lösung enthaltende hellgrüne Filtrat leicht auf dem Filter abfiiesst. Man wäscht den Niederschlag nun auf dem Filter sorgfältig aus, bemerkt aber dabei bald, dass allmählich eine Quellung und Lösung des Eiweisses im Waschwasser stattfindet. Man muss daher von vornherein mit ziemlich grossen Quantitäten arbeiten, um einen Verlust ertragen und dabei doch die grössere Menge des Eiweisses auf dem Filter möglichst vollkommen auswaschen zu können (26 p. 3047-8).