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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN METALLSALZEN.
sorgfältig genug von der Säure befreit hatte, wodurch sich auch alle Reaktionen erklären lassen, die Harnack für sein Präparat angiebt. Hauptsächlich aber hatte er dasselbe mit einer starke n Ätzkalilösung behandelt und dabei eine dunkelviolette (!) Gelée erhalten, welche von selbst zerfloss 1 2). Harnack behauptet hartnäckig, es bedürfe einer starken Alkalilösung, damit die Kupferlösung sich zersetze. Offenbar traten in Harnack’s Präparat Erscheinungen ein, die solche tiefere A eränderungen des Globulins bekunden, welche wir uns zu vermeiden bestrebten (AlA 81—5 p. 110—12). Endlich gesteht der Autor ein. dass es ihm nicht immer gelungen sei. ein mit den obenbeschriebenen Eigenschaftenen ausgestattetes Präparat zu erhalten!
AVerigo (70 p. 128) bestätigt in seinen Arbeiten unsern Gedanken vollkommen sowie die Beobachtung, dass es gerade die Säure war, der in Harnack’s Präparat die Hauptrolle gehörte, da AVerigo bei vorsichtiger Behandlung ohne Säureüberschuss Harnack’s Präparat nicht erhielt 3). Bei näherer Bekanntschaft mit einer Lösung von Harnack’s Präparat fand AYerigo, dass dieselbe stark sauer reagirte, und dass die Reaktion gerade durch die Salzsäure bedingt wurde, da die erwähnte Lösung nach der Fällung mit Salpetersäure mit Silbersulfat Chlorsilber gab. Auch die Neutralisation des Harnack’schen Präparats mit verdünnter Natronlauge erzeugte einen voluminösen in AArasser unlöslichen Niederschlag, der aber in verdünnten Säuren und Alkalien sich leicht löste. Somit, bemerkt AATerigo, unterliegt keinem Zweifel, dass das von Harnack „aschenfreies Albumin“ genannte Präparat „nur ein Derivat der Proteinsubstanzen, nämlich Acidalbumin war“ 3). Indem AVerigo im weiteren auch die übrigen Reaktionen dieser Substanz untersuchte, überzeugte er sich von den Eigenschaften des „genuinen Albumins“, von denen wir im vorigen Kapitel sprachen.
Stohmann & Langbein (65 p. 371) finden. AVerigo folgend, dass das genau nach Harnack dargestellte Präparat völlig frei von Asche war, aber deutliche Alen-gen von Chlorwasserstoff, nahezu 1 Mol. C1H auf je 1 Atom des in der Yerbin-dung enthaltenen Schwefels enthielt.
Da man bei anhaltendem Auswaschen des aschenfreien Eiweisses von Harnack grosse Verluste erleidet, versuchte Bülow (11p. 207) die letzten Mengen von Kupfer und Salzsäure aus dem Eiweiss durch Dialyse zu entfernen. Das Aussenwasser wurde einmal täglich erneut. Dasselbe enthielt zunächst deutlich nachweisbar Kupfer und Salzsäure, dann blieb die Reaktion auf Kupfer aus, und endlich war auch keine Salzsäure mehr nachzuweisen. AMn diesem Zeitpunkt an wurde die vorher klare Eiweisslösung im Dialysat opalescirend; es traten einzelne Flocken auf, die sich vermehrten, und bei fortgesetzter Dialyse schied sich endlich das ganze Eiweiss in Form von Flocken ab (ib. p. 208), was wir schon in Jahre 1892 (50 p. 213
f) Nunmehr bringt man den feuchten Niederschlag in eine Schale, verreibt ihn gleichmässig mit etwas Wasser und fügt starke Kalilauge in nicht zu geringer Menge hinzu. Das Ganze wird dadurch in eine dunkelviolette Gallerte und sodann in eine ebenso gefärbte Lösung verwandelt, welche dickflüssig, aber meist völlig klar ist (27 p. 3747).
2) Als ich aus der alkalischen Lösung der Kupfereiweissverbindung die Harnack’sche Substanz durch Neutralisation mit Salzsäure auszufällen suchte, konnte ich diese Substanz nur dann erhalten, wenn ich einen (obgleich kleinen) Ueber-
schuss von Säure hinzufügte. Bei genauer Neutralisation dagegen bekam ich immer dieselbe
Kupferverbindung, von welcher ich ausging. Dabei erwies es sich als ganz gleichgültig, ob wir die alkalische Lösung der Kupfereiweissverbindung sofort oder nach Verlauf von 24 Stunden (wie es Harnack fordert) neutraiisirten. Auf Grund dessen glaube ich, dass auch Harnack einen Ueberschuss von Säure angewandt hat, ohne dabei bemerkt zu haben, das diesem Ueberschusse eine grosse Bedeutung zukommt (70 p. 12S—9).
s) Dadurch wird also unzweifelhaft bewiesen, dass die Substanz, welche Harnack als aschenfreies Albumin betrachtete, nur ein Derivat desselben darstellt, das seinen Eigenschaften zufolge den sogenannten Acid-resp. Alkalialbuminaten nahe gestellt werden muss (70 p. 129—30).