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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU ALKOHOL & AETHER.
sage derselben hin, ohne die Geschichte dieser Frage zu kennen, diese Reaktion auf die durch vorhergegangene Behandlung stark veränderten proteinhaltigen Flüssigkeiten. In der Tat heisst seitdem alles, vas durch die Einwirkung von Äther ausfällt, Globulin. Man sieht dies auch aus Denis’s weiteren Beobachtungen und zwar (11p. 45): aus einer salzhaltigen Lösung werde das Fibrin durch Äther nur teilweise ‘) ausgefällt!
Interessant ist auch, dass Schmidt im J. 1862 fand, dass ausgeschiedenes Seroglobin unter dem Einflüsse von Äther seine chemischen Eigenschaften nicht ver-ändre. Was das Plasma anbetrifft, so erhielt Schmidt unstreitig keine günstigeren Resultate als Müller (AhV 75—80 p. 177), nämlich dass auch das Plasma mit Äther keine genügende Fällung gibt. Zu derselben Zeit machte Hoppe-Seyler (24 p. 555) eine interessante Beobachtung: er bemerkte, dass die prote'mhaltigen Flüssigkeiten bei Gegenwart von Äther leichter durch ein Salz (Natriumcarbonat) gefällt werden. Lehmann findet zwar (29 p. 117), dass Äther auf gleiche Weise auf alkoholische und saure Protemverbindungen wirkt, doch geschehe es in weit schwächerem Grade. Übrigens stimmt Lehmann’s Beobachtung vollkommen mit denjenigen älterer Autoren überein.
Nach allem Gesagten stösst der Leser mit Verwunderung bei Aronstein (1874. 1 p. 91) auf die Behauptung, dass das „Serumalbumin“ von dem „Eieralbumin“ sich durch die Reaktion auf Äther unterscheidet: ersteres werde durch Äther nicht gefällt, letzteres falle aus 2). Obgleich Aronstein in diesem Falle die Bedeutung der Salze anerkennt, behauptet er dennoch, dass das „Albumin“ des Eiweisses (VW 48—60 p. 134) nach der Dialyse die Fähigkeit einbüsse, durch Äther gefällt zu werden, während dialysirtes Serum diese Fähigkeit gewinne. Offenbar hatte Aronstein hier eine ungleichmässige Mitwirkung der die dialysirte Flüssigkeit bildenden Agentien vor sich, da er daselbst behauptet, dass in die dialysirten Flüssigkeiten eingetragene Spuren Kochsalz das Verhalten derselben zum Äther aufs neue veränderten (lp. 91).
Heynsius (22 p. 540), der in dem Verhalten des Äthers nichts Charakteristisches sah, fand dass die Fällbarkeit der prote'mhaltigen Flüssigkeiten durch Äther nicht blos von deren Konzentration sondern auch von den in denselben enthaltenen Salz- und Alkalimengen abhänge. Auch Rollet erklärt die leichtere Fällbarkeit des Eiweisses im Vergleich zum Blutserum durch Äther dadurch, dass ersteres weniger Alkali enthält; nach der Entfernung des Alkali und der Salze mittels Dialyse fange auch das Serum an, von Äther gefällt zu werden (39-b p. 94).
2. Experimentelle Beobachtungen. Ein bedeutendes Interesse bieten unstreitig die in unserem Laboratorium von der Herren W. Popoff (37 p. 158) und F. Remesoff (39-a p. 260) angestellten Beobachtungen, welche gezeigt haben, dass das Globulin des Eigelbs in dessen gewöhnlichen Präparaten unter dem Einfluss von Äther sich mehr oder weniger schnell verändert und in den unlöslichen Zustand übergeht. Ausser diesen Beobachtungen wurden in unserm Laboratorium noch zahlreiche Untersuchungen über die Wirkung des Äthers auf die Prote'inkör-
!) L’éther froid agité dans un flacon avec de la même dissolution, lui enlève une partie de sa fibrine qui vient flotter à la surface du mélange, en une sorte de gelée peu consistante. Ainsi la combinaison faible que la fibrine contracte avec certains sels, et qui la rend soluble, est aisément
rompue par une foule de réactifs.....................
(11 p. 45).
A Bekanntlich (?!) unterscheiden sich Serum—
resp. Eieralbumin, welche im Uebrigen ein ganz gleiches Verhalten zeigen, von einander, wie man bis jetzt annahm, nur durch die Wirkung, welche der Aether auf sie ausübt; aus der Eialbuminlö-sung wird das Albumin durch Aether gefüllt, nicht aber aus dem Serum Die Tbatsache ist richtig, aber diese Reactionen sind wiederum nur die Folge des natürlichen Salzgehaltes der Eiweisslösungen (1 p. 91).