﻿302
VERHALTEN DES GLOBULINS ZU ALKOHOL & AETHER.
Hünefeld (26 p. 245). Bei Vauquelin finden vir beide Behandlungsweisen verbunden (46 p. 14), nämlich Kochen des Präparats in Alkohol. Gibourt’s Beobachtungen (17 p. 559) versöhnen gewissermaassen die Widersprüche in den Angaben der früheren Autoren über die A asserlöslichkeit des durch Alkohol erzeugten Niederschlags. Derselbe fand, dass nach der Fällung des Caseins durch Alkohol und dem Waschen des Niederschlags mit Alkohol der Niederschlag in Wasser nicht mehr löslich sei und den Charakter von in der Wärme geronnenem Casein oder Blutfibrin annehme.
Diese wenigen Angaben bilden so zu sagen das Programm der weiteren Beobachtungen in dieser Pachtung, nämlich durch eine verhältnissmässig geringe Menge Alkohol erzeugte und sogleich mit Wasser behandelte Niederschläge lösen sich in diesem auf, büssen aber durch Waschen mit Alkohol ihre Löslichkeite ein. Eingehendere Angaben finden wir auch in dieser Beziehung zuerst bei Denis (8 p. 80). Bei der Behandlung mit einer grossen Quantität 30° Alkohols finde vollständige Ausscheidung des Serum proteins statt. Versetzt man dasselbe Serum mit dem gleichen Volum Alkohol, so entstehe ein Niederschlag, welcher in einer Neutralsalzlösung oder in einem Gemenge einer solchen mit 13 Teilen eines Ätzalkali sich sogleich auflöse, worauf der Charakter des Serums wieder hergestellt werde.
Bei der Behandlung mit einem gleichen Volum 30° Alkohols nach dem Kochen beobachte man in der durch Leinwand geseihten Flüssigkeit eine Trübung, die beim Erkalten zunimmt (8 p. 80). Mit dieser Beobachtung stimmt auch eine andere von Denis gemachte überein: bei gewöhnlicher Zimmertemperatur getrocknetes Serum gebe dem Alkohol eine alkalische Globulinverbindung ab (ib. p. 103).
Im allgemeinen erklärt Denis die Wirkung des Alkohols auf die prote'inhalti-gen Flüssigkeiten für eine wasser- und salzentziehende (ib. p. 85). Derselben Ansicht ist er noch im Jahre 1839, wo er sich bestimmter darüber ausspricht, dass bei der Fällung proteünhaltiger Flüssigkeiten der Alkohol die in denselben löslichen Salze, das Alkali u. s. w. zurückhält, während der Proteinniederschlag das Calciumphosphat. das Magnesiumsulfat und die neutralen Fettkörper mitreisst (9 p. 18). Ausserdem gehe aber auch das Fibrin unter der Einwirkung des Alkohols in den in Salzen unlöslichen Zustand über und scheide sich aus seinen Salzlösungen aus (Sp. 76).
Auch Berzelius findet, dass zu proteinhaltigen Flüssigkeiten im Überschuss zugesetzter Alkohol in Wasser unlösliche Niederschläge erzeuge, wobei das Protein in den unlöslichen Zustand übergehe; wird dagegen nur soviel Alkohol zugegossen, als zur Bildung eines Niederschlags notwendig ist. so löse sich dieser in Wasser auf (5 p. 33). Simon geht in seiner Erklärung der Wirkung des Alkohols noch weiter (42 p. 58): aus konzentrirten Lösungen würden durch Alkohol in Wasser unlösliche Niederschläge erhalten; ist die proteünhaltige Lösung verdünnt, oder der Alkohol nicht stark genug gewesen, so seien die erhaltenen Niederschläge in Wasser löslich; dieselben würden aber unlöslich, wenn sie längere Zeit im Wasser bleiben ’). Dementsprechend findet Simon ferner, dass auch eine sehr verdünnte Caseïnlüsung durch Alkohol sogar im Überschuss desselben—nicht gefällt werde, dass aber schon gefälltes Casein unter dem Einflüsse von Alkohol in den ungelösten Zustand übergehe; aus verdünnten Lösungen sowie. bei der Fällung mit schwachem
3) Setzt man starken Alkohol im Uebersckuss zu einer mit wenig Wasser verdünnten Eiweisslösung, so wird das Albumin koagulirt, und löst sich später nicht wieder in Wasser auf. Ist die Eiweisslösung verdünnt und der Alkohol nicht hinreichend stark, so wird zwar auch Eiweiss
in weissen Flocken gekillt; dieses löst sich aber in Wasser wieder auf. Wird aber dieser letztere Niederschlag noch einmal mit starkem Alkohol übergossen und einige Stunden damit in Berührung gelassen, so ist er im Wasser nicht mehr löslich (42 p. 58).