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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU ALKOHOL & AETHER.
salzhaltigen Lösungen, sondern auch aus solchen ausgefallt, welche ausser einem Salze noch ein Alkali oder eine Säure bis zu deutlicher Reaktion enthalten. In diesen Fällen löse sich der frischgefällte Niederschlag in Wasser. Auch mit freiem Alkali alkalisirtes und daher in der Wärme ungerinnbares Serum werde durch Alkohol gefällt, wobei der schnell aus der Mutterlauge entfernte Niederschlag sich in Wasser löse. Diese Löslichkeit des Seroglobins erklärt Denis dahin, dass der Niederschlag Alkali zurückgehalten hatte (ib. p. 86—7). Angesäuertes Serum gebe mit Alkohol ebenfalls Niederschläge, doch auch diese seien in einer genügenden Menge W'asser löslich, namentlich wenn zum Ansäuern Phosphorsäure oder Essigsäure genommen wurde (ib. p. 89). Diese zwar kurzen Angaben erklären jedoch hinlänglich die Fällbarkeit des Globulins in Abhängigkeit von der Gegenwart dieser oder jener Agentien. Trotzdem sahen einige Autoren die Löslichkeit des durch Alkohol erzeugten Niederschlags für eine charakteristische Eigenschaft des Körpers an, in welchem die Fällung stattgefunden hatte. So unterscheidet Bernard den durch Alkohol bewirkten Niederschlag im Pankreassaft von dem im Safte der Ohrspeicheldrüse erhaltenen nur deshalb, weil ersterer in Wasser löslich sei (3 p. 337).
Gleichsam zur Ergänzung dessen, was Denis gefunden hatte, findet auch Schmidt (41 p. 439), dass alkalische und saure Seroglobinlösungen durch Alkohol nicht gefällt werden, bei Gegenwart von Mittelsalzen aber einen Niederschlag aussclieiden. Diese Beobachtungen sind insofern interessant, als sie ein und dasselbe Resultat lieferten. Denis hatte als Ausgangspräparat eine salzhaltige Seroglobinlösung, die er mit Alkalien oder Säuren versetzte; Schmidt, im Gegenteil—alkalische oder saure Lösungen, denen er Mittelsalze zusetzte (ib. p. 440, 541). Das ausgeschiedene Seroglobin sei weder in kaltem noch in heissem Alkohol löslich (ib. p. 440). Dabei findet Schmidt, dass die sog. fibrinösen Flüssigkeiten Niederschläge nusscheiden, die ihrem Charakter nach an Fibrin erinnern (ib. p. 537). Jedenfalls werde das Fibrinogen leichter als das „Albumin“ durch Alkohol gefällt (ib. p. 537).
Hoppe-Seyler (25 p. 191) nimmt jedoch an, dass eine neutrale oder schwach-alkalische Lösung einer Proteinverbindung sowie eine verdünnte alkalische Lacto-globinlösung (Case'inlösung) fällbar sei, wobei der Niederschlag beim Kochen in Alkohol sich zum Teil löse. Lehmann (29 p. 115) findet, in Übereinstimmung mit der Hauptidee des soeben über die Wirkung des Alkohols Dargelegten, dass dieser auf die prote'inhaltigen Flüssigkeiten ebenso wirkt wie die Wärme ')• Zugleich aber gelang es Lehmann trotz aller Bemühungen nicht, durch Einwirkung von Alkohol auf verdünntes Hühnereiweiss nach Lieberkühn’s Vorgehen (s. ob. p. 303) geléeaatige Gerinnsel zu erhalten. Sich das Enstehen solcher in Lieberkühn’s Falle durch den Einfluss des Alkali erklärend, bereitete Lehmann seinerseits geléeartige Massen durch Behandlung mit Alkohol nach dem Hineintragen einer geringen Alkalimenge. Eben solche Massen erhielt er unter denselben Umständen auch durch Essigsäure.
Um mittels Alkohol geléeartige Massen zu erhalten, setzte Lehmann z. B. je 1 Tropfen einer 2%-igen Ätznatronlösung zu je 1 cc. einer neutralen Prote'in-lösung zu. Die in diesem Falle erhaltene konsistente geléeartige Masse zerfloss in der Wärme und erstarrte wieder beim Erkalten, wodurch sie Lehmanns Ansicht (29 p. 116) nach sich von denjenigen unterschied, die ausschliesslich durch Einwirkung von Alkalien erhalten werden (A»A» 81—85 p. 72). Beide Arten dieser geléeartige Massen, sowohl die durch Säuren als die durch Alkalien erhaltenen, scheiden, sich selbst überlassen, eine sauer- oder alkalischreagirende alkoholhaltige Flüssig-
‘) Dieselbe Wirkung, wie die Wärme, hat, wie ich gefunden habe, Alkohol (20 p. 115).