﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU ALKOHOL & AETHER.
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nach einiger Zeit eine unbedeutende Menge von Häuten zu Boden, welche weder in kaltem noch in heissein Wasser löslich waren (30 p. 316). Der bei dem Trocknen an der Luft erhaltene Rückstand löste sich zum Teil in Wasser. Jedenfalls werde durch den Äther nur der kleinere Teil des Proteins aus dem Eiweiss ausgefällt (30 p. 316); der in dem Wasser gelöste Teil stelle das unveränderte Eiweiss vor. Im ganzen nimmt Lieberkühn an. dass Äther ebenso auf das Serum wirkt. Er nahm zu seinen Versuchen Froschblutserum, weil dasselbe farblos ist. An der Grenze des Äthers und der Flüssigkeit bildete sich nach dem Umschütteln des Gemenges eine mehrere Linien dicke Schicht eines Niederschlags. Dieselben Erscheinungen wurden auch in einer Caseinlösung beobachtet (ib. p. 318—9). Aus diesen Tatsachen schliesst Lieberkühn, dass zwischen dem Albumin des Eies und des Serums, oder richtiger gesagt zwischen dem Serum und dem Eiweiss auch in dieser Beziehung kein Unterschied besteht. Lehmann (28 p. 312) setzt voraus, dass Äther eine partielle Fällung des Proteins erzeugt, die aber gelöst bleibt. Vir-chov (47 p. 138), der die Ansicht dieser Autoren teilte, hielt seinerseits die Fällung der Flüssigkeiten durch Äther nicht für „Gerinnung“ (VW 48—60 p. 56—9), sondern nennt dieses Verhalten des Äthers zu den proteinhaltigen Flüssigkeiten „Gallertbildung“; dabei glaubte er. dass die Konsistenz der geleeartigen Masse von der in der Flüssigkeit vorhandenen Proteinmenge abhängt (47 p. 138).
Nicht weniger interessant sind Denis’s Beobachtungen (10 p. 81): mit 3 Yol. Äther behandeltes Serum gab, von Zeit zu Zeit umgeschüttelt, im Laufe von 24 Stunden an der Grenze der Flüssigkeit und des Äthers eine halbdurchsichtige Schicht. Denis wiederholte diese Operation bis zur vollständigen Entfernung des durch den Äther gefällten Körpers (ib. p. 81). Ausserdem -finden wir bei Denis Angaben, die über den Charakter des Niederschlags, den der Äther im Serum erzeugt hatte, keinen Zweifel übriglassen. Denis sagt geradezu, dass mit Äther behandeltes Serum nach der Entfernung der enstandenen Niederschläge bei der Sättigung mit Magnesiumsulfat schon keine Niederschläge mehr aussclieide 2).
Auf Grund alles Obigen ist es klar, dass dem Serum durch die Behandlung mit Äther ein Teil seines Globulins entzogen wird, folglich dasselbe, im Sinne der früheren Beobachter, gefällt wird. Offenbar sollte dies der Schluss von Tiedemanirs A Gmelin's Lehre sein, nach welcher eigentlich nicht das Albumin des Serums und des Eiweisses, sondern „das Serum und das Eiweiss“ sich von einander unterscheiden, um so mehr als alle Autoren darin einig sind, dass auf obige Weise nur ein Teil des Proteins gefällt wird, der grössere und wichtigere Teil desselben, im Eiweisse aber unverändert bleibt 3). Dabei weisen sowohl Denis’s Beobachtungen als auch die ganze Geschichte des Globulins direkt darauf hin, dass der kleinere, vom Äther ausgefällte. Teil des Proteins Globulin vorstellt. Demzufolge ist die Reaktion auf Äther, sollte man sie auch für charakterisch halten, nicht für das „Albumin“, wenigstens nicht für dasjenige der späteren Autoren, sondern für das Globulin charakteristisch! Indessen übertrugen spätere Autoren, die nicht den Sinn und das Wesen von Tiedemann’s und Gmelin’s Beobachtungen erfassten, sondern nur deren Voraussetz u n g (s. oben. p. n. 307) auf eine nicht weiter begründete Aus-
') L’éther produit toujours sur le sérum avec lequel on le renferme dans un flacon, une couche plus ou moins épaisse d’un coagulum. .
(10 p. 155).
') Le chlorure de sodium peut être dissous dans le sérum jusqu'à saturation sans y produire de changement. Il en est de même du sulfate
de magnésie, à condition que le sérum ait bien été purgé de corps étrangers par l’éther (10 p. 90).
3) L’éther y (blanc d’oeuf) forma peu à peu un coagulum; mais le liquide conserva toujours beaucoup de substance albuminoïde en dissolution, qui resta inattaquable par cet agent (10 p. 1S6).