﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU ALKOHOL & AETHER.
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per ausgeführt. Selbstverständlich kann von der Löslichkeit des Globulins im Äther in irgend welchem Grade nicht die Rede sein. Ohne sich in Äther aufzulösen, geht frischgefälltes Globulin unter dem Einflüsse desselben mehr oder weniger schnell in den in Salzen unlöslichen Zustand über. Was die verschiedenen Globulinverbindungen anbetrifft, so kann man natürlich nur von der Wirkung des Äthers auf die wässerigen Lösungen dieser Körper reden. In dieser Hinsicht dürfen wir den Äther auf eine Stufe mit dem Alkohol stellen, wobei jener aber ungleich schwächer wirkt als dieser. Überdies verändern sich die durch Äther erhaltenen Niederschläge lansamer als die unter dem Einfluss vom Alkohol erhaltenen.
Ganz richtig bemerkte Hoppe-Seyler (s. oh. p. n. 310), dass Äther der fällenden Wirkung der Salze Vorschub leistet. Im allgemeinen kann man sich folgendermaas-sen ausdrücken: von der maximalen Löslichkeit der Verbindungen oder, richtiger gesagt, von alienmöglichen Verbindungen mit der höchsten Löslichheit des Globulins nach beiden Seiten hin ausgehend,—steigt die Fällbarkeit desselben durch Äther bei einem und demselben Äthergehalt; ferner steigt die Fällbarkeit der Globulinverbindungen ebenfalls sowohl mit der Zunahme des Gehalts an Äther als auch mit dem Steigen des Globulingehalts. In dieser Beziehung wird durch die Einwirkung von Äther das Fällungsvermögen des Wassers, der Säuren der Alkalien, der Salze und der Wärme befördert. Andererseits können wir durch die gleichzeitige Einwirkung von Wärme, einem Salze und Äther die Fällungstemperatur im Vergleich zu der Temperatur der Fällung, unter denselben Bedingungen, doch bei Abwesenheit von Äther, herabsetzen. Es können hier verschiedene Kombinationen der genannten Agentien statthaben, zu denen man auch die gleichzeitige Einwirkung von Alkohol und Äther als Gemenge rechnen kann.
Gleichzeitige Einwirkung von Äther und A 1 k o h o 1.—Wenn Äther allein auf die proteïnhaltigen Flüssigkeiten auch in denselben Sinne wirkt wie Alkohol, so ist dessen Wirkung doch eine verhältnissmässig schwache; wirkt es aber gleichzeitig mit Alkohol ein, so wird die Wirkung dieses letzteren bedeutend verstärkt.
So viel mir bekannt ist. hat man sich der gleichzeitigen Einwirkung von Äther und Alkohol in den Fällen bedient, wo man auf die Wirksamkeit dieses letzteren allein nicht rechnen, und von Äther allein um so weniger vollständige Fällung erwarten konnte. Die ersten Beobachtungen in dieser Richtung gehören Tiedemann A Gmelin (s. oben. p. n. 307, Anmerkung). Um den schwächeren Einfluss des Äthers im \ ergleich zum Alkohol zu erklären, sprach Lieberkühn die Ansicht aus, diese Erscheinung sei mit dem geringeren Absorptionsvermögen des Äthers in bezug auf Wasser verknüpft, da die Fällung durch Alkohol in Wasserentziehung bestehe.—In anbetracht dessen, dass Äther sich mit Alkohol in allen möglichen Verhältnissen vermischt, benutzte Lieberkühn denselben in alkoholischer Lösung und erhielt erstaunliche Resultate: dort wo Äther allein gar keine Fällung bewirkte, erzeugte Alkohol-Äther bedeutende Flocken *)• Bass es in diesen Fällen der Äther war, der die Wirkung hauptsächlich hervorbrachte, beweist Lieberkühn durch folgende Versuche. Er versetzte verdünntes Eiweiss mit dem gleichen Volum Alkohol auf solche W eise, dass die genannte Menge Alkohol keine Fällung hervorbrachte. Zu der einen Hälfte wurde Äther, zu der andern die gleiche Menge Alkohol zugesetzt: in beiden Gemengen enstand eine gleiche Fällung (30 p. 321—2).
') Beweisend für obige Behauptung ist, dass griffen wird, wie das gewöhnliche, währen des in das durch Kali niodificirte Eiweiss in seiner dem alkoholischen Aether die stärksten flockigen wässrigen Lösung von Aether gerade so ange- Niederschläge verursacht (30 p. 321).