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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN FARBENREAKTIONEN.
Schwefelsäure wie bei den Protemkörpern. Eine eben solche violette Färbung erhalte man auch bei blosser Einwirkung von Salzsäure in der Wärme. Andererseits bemerkte Dogel, dass auch die Linsen nach der Behandlung zuerst mit Essigsäure, dann mit Chlorwasserstoffsäure beim Liegen an der Luft sich zuerst blau" dann violett färbten. Dasselbe beobachtete man auch bei der Einwirkung von rauchender Salzsäure allein. Dies bewog Dogel auf Proteinlösungen in Essig- und Salzsäure Ozon einwirken zu lassen; dabei veränderte die Lösung ihre Farbe und wurde, wie die der Schrift beigegebene Tabelle zeigt, nacheinander grün, violett, rot und zuletzt gelb (11 p. 337).
Hammarsten empfiehlt die Ausführung von Adamkiewiz’s Reaktion etwas abzuändern (17-bp. 389), und zwar eine geringe Menge der Lösung oder der Substanz mit einem Gemenge aus 1 Vol. konzentrirter Schwefelsäure und 2 Yol. Essigsäure zu erwärmen.
I aim findet jedoch (35 p. oö), Adamkiewiz s Reaktion sei trotz ihrer Empfindlichkeit und Deutlichkeit für das Protein nicht charakteristisch, da die Olein- und Gallensäuren und auch Amylalkohol dieselbe Reaktion geben.
3. Reaktion auf Schwefelsä u re und einige a n d r e Age n-t i e n.—Bailas & Podobiedoff, die in unserm Laboratorium (3 p. 102). die von Molisch (30 p. 915; 30-a p. 34 und p. 49), zum Nachweis unbedeutender Zuckermengen vorgeschlagene Reaktion näher studirten, fanden, dass auch Protein beim Erwärmen mit einer 5—20%-igen alkoholischen a-Xaplitol- oder Tymollösung und Schwefelsäure eine violette, ins Purpurrote fallende Färbung gab. Doch finden sie, dass sowohl Tymol als Naphtol an sich selbst, wenn auch schwächer, deselbe Färbung geben (3 p. 162). Daraufhin empfehlen sie bei Anwendung dieser Reaktion die mit destillirten Wasser und mit der Versuchsflüssigkeit erhaltenen Färbungen mit einander zu vergleichen: eine stärkere Färbung zeige die Gegenwart von Protein an. Anstatt Schwefelsäure wandten die Autoren nach Molisch’s Vorgehen mit demselben Erfolge, wenn a-Naphtal benuzt wurde (3 p. 169), Salzsäure an.
Quecksilber nitrat mit Salpetersäure. — Die Geschichte der Reaktion auf die Quecksilbernitrate inbezug auf die Färbung des Proteins geht troz der allgemein verbreiteten Ansicht bis zum Jahre 1769 hinauf. So finden wir bei Zetzel (49 p. 244) zwei Fälle von Färbung der in zwei Serumproben durch eine Quecksilberlösung in Salpetersäure bewirkten Niederschläge, wobei der eine gelb, der andere dunkelrot gefärbt war, oder die Farbe der menschlichen Haut Annahmen, wenn sie durch dieselbe Lösung verändert wird '). Auch Fourcroy (12 p. 313) beobachtete, dass Serum von einer Quecksilberlösung in Salpetersäure rosa gefärbt wurde, was er durch die Gegenwart von Kalk erklärt2). Dasselbe beobachtete er auch am Hühnereiweiss 3). Diesen Untersuchungen scheint man wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. So beschreibt Krim er im Jahre 1S23 (23 p. 260) eine Rosafärbung von Serum bei Gegenwart von Quecksilbernitrat. Die Färbung erfolgte in
*) Auflösung des Quecksilbers in Salpetersäure in I. ein weisses Geronnenes eben vie Salpetersäure allein. In II. ein käseartiges Geronnenes der ganzen Masse, dunkelroth, oder von der Farbe, die unsere Haut von dieser Auflösung bekommt (49 p. 244).
:) Ce liquide parait donc être, d'après ces recherches, un mucilage animal composé d’eau, de hases huileuses acidifiables, de muriate & carbonate de soude, de phosphate calcaire, c’est à ce dernier que parait être dû le précipité rosé que
j’ai obtenu en versant de la dissolution nitrique de mercure dans le sérum. Quoique le liquide soit très peu coloré, le mélange de l'acide nitrique et surtout du nitrate de mercure y développe une couleur rose ou gris de lin, que j'ai eu occasion d’observer dans beaucoup d’autres liqueurs animales (12 p. 313).
3) L'eau de chaux en précipite du phosphate calcaire, et le nitrate de mercure forme du phosphate de mercure, qui prend une couleur rosée par la dessiccation (12 p. 4G1).