﻿Von Prof. L. Morochowetz.
Ehe wir zu den Farbenreaktionen des Globulins übergehen, ist es notwendig die Bemerkung vorauszuschicken, dass wir in diesem Kapitel nur das äussere Ansehen der Reaktionen im Auge haben. Was die Zersetzungsprodukte und deren "Verbindungen sowie die möglichen theoretischen Betrachtungen in diesem oder jenem Falle u. s. w. anbetrifft, so wird dies alles den Gegenstand einer besondere Abteilung unsers V erkes bilden. Inbetrefl dieser äusserlichen Wahrnehmungen der Farbenreaktionen muss erwähnt werden, dass die ersten Beobachtungen mit Säuren angestellt wurden.
Salpetersäure. Die ersten genaueren Beobachtungen über die G e 1 b-f är bung der Prote'mkörper durch Salpetersäure gehörten Fourcroy A Vauquelin, die sie mit der Bildung einer besonderen Säure, welche sie Gelbsäure—acide jaune—nannten (1806, 15 p. 246), verknüpften. Die Autoren führten ihre Untersuchungen an Muskeln aus. Zwar hatte Fourcrov gleich einigen andern Autoren Gelbfärbung des Fibrins auch schon früher (1782, 14 p. 720'/ beobachtet, doch waren Fourcroy & Vauquelin die ersten, welche die Beobachtung machten, dass die Pro-temkürper sich nicht nur gelb färben, sondern dass diese Färbung beim Hineintragen von Ätzkali in das Gemenge in eine rote oder rotbraune übergeht (15 p. 249). Zwei Jahre später beobachtete Hatchett (18 p. 742) bei der Behandlung von geronnenem Eiweiss mit Salpetersäure nicht nur gelbe Färbung sondern beim Zusatz von Ammoniaklösung auch braune. Bostock findet (5 p. 247), dass durch Salpetersäure 0,0005 Protein nachgewiesen werden könne.
Seitdem ist diese Reaktion an allen möglichen Proteïnkürpern versucht worden und stets mit demselben Resultat. Die Anwendungsart ist immer dieselbe, und ist der Reaktion die Benennung „Xanthoproteinreaktion“ nach der von Mulder (31 p. 152) der Fourcroy & Vauquelin’schen „Gelbsäure“ gegebenen Benennungs „Xanthoproteinsäure“ geblieben !).
Welcher Herkunft das Globulin auch sei. Salpetersäure bringt stets, besonders bei erhöhter Temperatur, gelbe Färbung der Lösung oder der Niederschläge hervor; unter dem Einflüsse von Ätzkali, Ätznatron oder Ammoniakflüssigkeit geht, je nach der Globulinmenge, die gelbe Färbung in eiue orangegelbe, rote oder rotbraune über.
Salzsäure. Die bei der Einwirkung von starker Salzsäure auf die proteinhaltigen Flüssigkeiten entstehende Färbung hat ebenfalls als charakteristisches Kennzeichen des Proteins gedient. Einer der ersten, der auf die Entstehung dieser Reaktion unter mehr oder weniger bestimmten Bedingungen hinwies, war Fourcroy (1800, 13 p. 144), welcher beobachtet hatte, dass rauchende Salzsäure Blutserum violett färbte. Nach ihm beobachtete Hatchett (18 p. 742), dass proteinhaltige Flüssigkeiten von Salzsäure blau, ins Purpurfarbene spielend, gefärbt wurden. Im
) Sous le nom d acide jaune Fourcroy & 5 au- quant à son origine et à sa couleur acide xantho-quelin ont décrit un corps particulier, produit protéique (31 p. 152-3). par la viande ou la fibrine. Je nomme ce corps