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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN FARBENREAKTIONEN.
mit Schwefelsäure bräunlich-dunkelrote Färbung. Orfilla fand bei der Probe vieler Gewebe und Flüssigkeiten des tierischen Organismus auf Schwefelsäure, dass dieselben sich violett färbten und an die Farbe von Malaga erinnerten (34 p. 450).
Auch hier geht unsern Beobachtungen nach die Pieaktiou, natürlich wenn die Schwefelsäure nicht besonders stark ist, leichter und besser beim Erwärmen nach vorhergegangenem Abdampfen vor sich. Eine scharf ausgeprägte Reaktion, wie in dem soeben beschriebenen Falle mit Schwefelsäure, so auch in den oben erwähnten mit Salzsäure und Salpetersäure, gestattet auch die umgekehrte Reaktion zu erhalten: bei einem geringen Säuregehalt und. natürlich, in einfachen Flüssigkeiten kann nämlich mit ausgeschiedenem reinem Globulin die Gegenwart irgend einer von diesen Säuren nachgewiesen werden. Beim Abdampfen der säurehaltigen Flüssigkeit mit dem Globulin zuerst auf dem Dampfbade und dann, wenn nötig auch bei vorsichtigem Erhitzen, färbt sich der Rückstand mit Salpetersäure gelb, bei Gegenwart von Alkalien rötlich-orange und mit Schwefelsäure rot. wobei aber die rote Färbung bald in eine schwarze übergeht. Salzsäure endlich verleiht dem Rückstand eine schöne dunkelviolette Farbe.
1. Reaktion auf Schwel felsäure u n d Zucke r. Weit grösseres Interesse bietet das Verhalten der Schwefelsäure zu den proteinhaltigen Flüssigkeiten bei Gegenwart einiger organischen Substanzen. In dieser Beziehung nimmt der Zucker sowohl vom historischen Standpunkte aus als auch der Intensität seiner Reaktion nach die erste Stelle ein. So verleiht Raspa.il (37 p. 198) der Reaktion auf Schwefelsäure eine grössere Deutlichkeit und Intensität, indem er Zucker hinzuzieht, Bei der Behandlung von Protein einfach mit Schwefelsäure bedingt ein l’ber-schuss letzterer bald eintretende schwarze Färbung; wurde aber vorher in der Säure eine gewisse Menge Zucker aufgelöst, so färbt sich das proteïnhaltige Gemenge purpurrot und zwar um so intensiver, je mehr Säure und Zucker genommen wurden *). Bei der Verdünnung mit Wasser verschwindet die Reaktion.
Später schlug Pettenkofer (35 p. 90) dieselbe Reaktion auch für die Gallensäuren vor. Offenbar kannte der Autor Raspail’s Arbeit nicht. Will (48 p. 504), dem RaspaiFs Beobachtungen ebenfalls unbekannt waren, wollte bei der Anwendung von Pettenkofer’s Reaktion die Entdeckung gemacht haben, dass alle wirbellosen Tiere Galle besitzen! Sogar Infusorien hätten ihm die Reaktion auf Galle gegeben (ib. p. 509)! Dieselbe Reaktion gäben auch die Muskeln (ib. p. 504—5)
Vergleicht man Raspail’s und Pettenkofer's Reaktionen, so unterliegt natürlich keinem Zweifel, dass in Will’s Fällen das Protein die Reaktion gegeben hatte, die er für eine Reaktion auf Galle ansah. Selbstverständlich fanden Will’s Beobachtungen beizeiten ihre Erklärung und zwar durch Schulze (42 p. 266), welcher bewies, dass nicht nur die niederen Organismen, sondern auch die Prote'msubstan-zen diese Reaktion geben. Schulze rät, nicht über 50° zu erwärmen.
Bemerken wir hier gleich, dass Strecker die Reaktion auf Schwefelsäure bei Gegenwart von Zucker, wie das Gesagte zeigt, fälschlich Schulze zuschreibt (44 p. 573).
Um den Unterschied zwischen der Färbung des Proteins und der Galle in RaspaiFs und Pettenkofer’s Reaktionen herauszufinden, studirten Koschlakoff V Bogomoloff (22 p. 529) die spektroscopischen Eigenschaften der Flüssigkeiten, welche bei den erwähnten Reaktionen erhalten werden: sie fanden, dass die Gallen-
*) Mais si l’on a eu soin de dissoudre préala-	plus intense que les quantités de sucre et d'acide
blement dans l’acide une certaine quantité de	employées sont plus grandes (37 p. 198).
sucre, l’albumine se colore en purpurine d’autant