﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN FARBENREAKTIONEN.
321
Teil, und es wurde eine ziemlich tief blaue Flüssigkeit erhalten“. Das von uns oben vorgeschlagene Rezept ist inbetreff sowohl der Bereitung als der Anwendung weit geeigneter.
Oxyde der andern Sc h w e r m e t a 11 e im Verein mit Al k a-1 i e n färben das ausgeschiedene Globulin oder dessen Lösung gleich dem Kupferoxyd. Indem man zu einer Globulinlösung eine ziemlich verdünnte Lösung irgend eines Metallsalzes und dann eine konzentrirte Alkalilösung zugiesst, gewahrt man eine hübsche Färbung der vollkommen klaren Flüssigkeit. So verleiht Kobalt eine blaue, bei Steigerung des Oxydgehalts eine kirschrote Farbe; mit Wasser allein gibt dieselbe Reaktion eine blaue Färbung, die in eine schmutzig-grüne übergeht. Cadmium gibt der Flüssigkeit eine schöne Perlmutterfarbe, Nickel eine ins Grünliche spielende: Uran färbt sie grünlich-gelb, Palladium—grün, Eisen—dunkelrot. Silber bei einfallendem Lichte—braunrot, in schwarzbraun übergehend, Platin—gelb, Gold— bei einfallendem Lichte violett, in dunkelviolett übergehend. Es muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass beim Vermischen irgend eines Schwermetallsalzes mit der Globulinlösung und dann mit einem Alkali häufig zuerst Alkalissalz-( Jobulinverbindungen entstehen, welche erst dann in Verbindungen übergehen, in denen das Schwermetalloxyd unmittellbar mit dem Globulin verbunden ist und im allgemeinen eine Verbindung vorstellt, welche dem Schema 23 u. 24 .VA» 93—100 p. 297—8 entspricht. Zugleich muss erwähnt werden, dass in vielen Fällen eine auf iigend eine Weise erhaltene Verbindung des Metalls mit einem Alkali und einem Schwermetalloxyd sich beständig in dem Sinne verändert, dass Reduktion stattfindet und schliesslich eine Globulinverbindung mit den niedrigsten Sauerstoffverbindungen der Alkali- und andern Metalle entstehen, wie wir es.z. B. bei dem Quecksilber und Kupfer gesehen haben.
D i e ü b r i g en Fa r benreaktione n. Unter den weniger bekannten Reaktionen erwähnen wir der von Colin beobachten, dass nämlich die Proteinsub-stanzen durch Zucker bei Gegenwart von Kamphersäure blau gefärbt werden (9. p. 323).
Unser Zeitgenosse Axenfeld (2 p. 209 ) hat vorgeschlagen, 1%0 Goldchlo-ridlösung in eine angesäuerte Proteinlösung einzutragen: beim Erwärmen des Gemenges trete anfänglich Rosafärbung ein, die bei weiterem Zusatz in eine purpurrote. dann bläuliche, ferner blaue Farbe übergehe und noch weiter einen blauen Niederschlag ausscheide. Das Ansäuern müsse durchaus mit Ameisensäure geschehen; üie Reaktion soll so empfindlich sein, dass ein Protemgehalt von 1 : 1000000 zu entdecken wäre! Offenbar ist Adamkiewicz’s Arbeit (A».V 93—100 p. 317) Axenfeld nicht genügend bekannt gewesen.
Reichl (37-a p. 132) bemerkte Blaufärbung proteinhaltiger Flüssigkeiten bei (fegenwart von Schwefelsäure, Eisensulfat und einer alkoholischen Lösung von Benz-Aldehyd.
Mittels dieser Reaktion könne yi5% Protein in nicht sehr verdünnten Lösungen nachgewiesen werden.