﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZO DEN ÜBRIGEN AGENTIEN.
327
Massen zu erhalten, nahm er dennoch an, dass er in dem beschriebenen Falle eine Verbindung von Neurin und Protein—Neuroalbuminat—vor sich hatte (57 p. 180).
Nicht nur Fibrin, auch andre frischbereitete Globulinpräparate bilden mit Neurin Lösungen, welche verschiedene Fällungstemperaturen, sogar bis über 100°, aufweisen. Diesen und analogen Verbindungen wird ein besonderer Teil unsers 'Werkes gewidmet werden.
Phosphor w o 1 f r a m s ä u r e bewirke, nach Hofnreister's Beobachtungen (38 p. 280). beim Zusatz zu Rinderblutserum im Verhältniss von 1 : 100000 Trübung.
P i k r i n s ä u r e. mit 2 Teilen lufttrockner Citronensäure auf 80—80 T. Was-ser vermischt und nach der Auflösung der Säuren mit Wasser bis auf 100 cm3 verdünnt, wird von Esbach (19 p. 497) zur quantitativen Fällung des Proteins im Urin vorgeschlagen.
Platin cyan kali bewirke, DiakonofFs Beobachtungen nach (.V.V 93—100 p. 289), vollständige Fällung der proteïnhaltigen Flüssigkeiten.
P y r o p h o s p hors ä u r e erzeuge. Bareswill & Becquerell’s (1 p. 901) Be-obachtungen nach, einen Niederschlag bei einem Proteingehalt von 1 : 20000.
Q u e c k s i 1 b e r c h 1 o r i d, 8 grm. auf 4 grm. Weinsäure, 2 grm. Rohrzucker und 200 grm. Wasser, weise, Spiegler’s Worten nach (79 p. 00), 0.000002 Protein nach! Venturoli (86 p. 187) empflehlt 1% Sublimatlösung zur quantitativen Ausfällung von Protein aus einer mit Essigsäure angesäuerten Elüssigkeit. Das Ende der Reaktion werde durch Iodkalium angezeigt, welches erst nach der Ausscheidung der Proteine mit dem Sublimat in Wechselwirkung trete. Zu derselben Zeit empfahlen auch Zouchlos (89 p. 217) und nach ihm Schick (72 p. 217) l°/0 Sublimatlösung. G Vol. auf 1 Vol. Essigsäure, zum Nachweis von Proteinkörpern im Harn.
Quecksilber jo did in I o d k a 1 i u m wurde von Brücke (9 p. 214) im 4	1871 zur vollständigen Fällung von Proteinsubstanzen vorgeschlagen. Man
bereitet das Reagens, indem man frischgefälltes Quecksilberjodid in einer heissen Iodkaliumlösang bis zur Sättigung auflöst. Nach Hofmeister’s Bestimmungen (38 p. 292) können mittels dieses Reagenten Spuren von Protein nachgewiesen werden, nämlich bei Verdünnung von Ochsenblutserum 1 : 100000. Inbetreff dieses Reagenten könnten wir alles das wiederholen, was wir über die metallischen Globulinlösungen gesagt haben (A’.V 93—100 p. 279).
S a 1 i c y 1—S u 1 f o n s ä u r e (CfiH,) (OH) (CCLH) (SOJ4) bewirke. Rocli’s Beobachtungen (69 p. 703) nach, Fällung sogar bei 0,Ö01°/o Proteingehalt! Auch Macwilliam (53 p. 81) hält diese Säure für ein sehr empfindliches Reagens auf Protein.
Sauerstoff. Dieses Element hat in der Geschichte des Globulins eine sehr originelle Rolle gespielt. Wir haben schon Gelegenheit gehabt, die Bedeutung desselben für die Löslichkeit des Globulins sowohl vom historischen Standpunkt aus als seitens der Eigenschaften des Globulins, und zwar inbezug auf die Auflösung der durch Kohlensäure bewirkten Globulinniederschläge, aufzuklären (AW 41 — 47 p. 85—7). Hier wollen wir nur diejenigen Tatsachen in Betracht ziehen, die nicht in den Rahmen einer passiven Teilnahme des Sauerstoffs an der Auflösung des Globulins nach der Entfernung der Kohlensäure (AW 48—60 p. 126) hineinpassen. So erwähnt z. B. Schmidt, dass durch Essigsäure gefälltes Seroglobin nach dem Einleiten von Sauerstoff sich wieder löst (73 p. 437). Doch bemerkt Schmidt dabei, dass er nicht jedesmal Auflösung beobachtete um so mehr, als er nach eignem Geständnis seine Versuche so zu sagen nur beiläufig anstellte Q. Kühne, der, wie wir schon
*) Aus einer solchen wässerigen, schwach alka-	sie sich wieder auf; sie scheidet sich ferner aus
lischen Lösung wird die fibrinoplastische Sub-	beim Neutralismen dieser Lösung durch höchst
stanz durch Kohlensäure gefällt, beim Zuleiten verdünnte Säuren (73 p. 437). von Sauerstoff oder von atmospärischer Luft löst