﻿Yerlialleu des Globulins zu den übrigen Ageulien.
In diesem Kapitel haben wir sowohl die historischen Thatsachen als auch solche Beobachtungen über das Verhalten des Globulins zu verschiedenen Agen-tien zusammengebracht, welche unsre besondere Aufmerksamkeit bislang nicht auf sich gelenkt hatten. Es muss bemerkt werden, dass es hauptsächlich das Fällungsvermögen verschiedener Substanzen, und zwar vornehmlich der Lösungen der Proteinkörper gewesen ist, der die Autoren ihre Aufmerksamkeit zuwandten. Es werden immerfort „äusserst empfindliche“ Beagentien auf Protein oder solche zur vollständigen Fällung des Proteins vorgeschlagen! Ausser dem praktischen Interesse liefern die Beziehungen, die wir weiter unten darlegen, einerseits neues Material zur Bestätigung des oben Dargelegten und führen uns anderseits in ein neues Gebiet höchst interessanter Beziehungen des Globulins z. B. zum Harnstoff, zum Neurin u. dergl. ein, deren Studium wir spezielle Kapitel widmen. Die Agen-tien, welche wir hier studiren, geben wir in alphabetischer Ordnung.
Ä t h e r werden in Bezug auf ihr Verhalten zu den prote'inhaltigen Flüssigkeiten von Treviranus erwähnt (85p. 119). Ferner wies Zimmermann daraufhin (88 p. 301), dass Essigäther die Proteine des Blutserums, und zwar vollständig, fällt. Essigäther, dessen sich auch Michailoff (58 p. 19) zur Fällung proteinhaltiger Lösungen bediente, fällt das Globulin aus den natürlich vorkommenden Flüssigkeit beinahe vollständig aus. wie auch unsre eignen Beobachtungen gezeigt haben. Verhältnissmässig geringe Quantitäten erzeugen starke Niederschläge. Jedenfalls wirkt Essigäther weit stärker als gewöhnlicher Äther oder selbst Alkohol und stellt gleichsam die vereinte Wirkung von Essigsäure und gewöhnlichem Äther vor.
Anilin scheint nur von Lehmann (48 p. 340) und Strecker (80 p. 575) erwähnt worden zu sein, nach deren Worten proteinhaltige Flüssigkeiten durch dieses Agens gefällt werden. In der Tat erzeugt Anilin beim Umschütteln mit diesen Flüssigkeiten voluminöse Niederschläge; diese lassen sich leicht mit Wasser waschen und sind in Kochsalz unlöslich.
Bismutnitrat, basische s, frisch gefällt und in Wasser in der Menge von 20 grm. suspendirt, löst sich beim Erwärmen in einem Gemenge von 7 grm. Iodkalium in 20 Tropfen Salzsäure zu einer gelben Flüssigkeit auf, welche, nach Fron (20 p. 263), vollständige Fällung des Proteins bewirken und, nach Hofmeister (38 p. 292), 0.00001 Protein nachweisen soll!
Carhol säure in Gestalt von Creosot wandte schon Berzelius (5 p. 35) zur lällung proteinhaltiger Flüssigkeiten an. indem er die Wirkung des Creosots auf das Protein einer fermentativen Wirkung für analog erklärte. Auch Strecker fand, dass Creosot proteinhaltige Flüssigkeiten fällt (80 p. 575). Nach ihm untersuchte Parizel (65 p. 284) den Einfluss der Carbolsäure und fand, dass Hühnerei-weiss von derselben gefällt wurde, Casein aber nicht. Zapolski beobachtete seinerseits, dass verdünntes Eiweiss von schwächerer Carbolsäurelösung nicht verändert wird, stärkere—zwar Trübung, aber keinen Niederschlag erzeugt. Ebenso verhalte sie sich zu wässerigem Linsenextrakt. Säurehaltige und alkalihaltige Proteinlösungen