﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ÜBRIGEN AGENTIEN.
381
jenige. die genannte Verbindung zu zersetzen, einbüsst (51 p. 25). Berzelius fand (5 p_ 52—3) ebenfalls, dass auch in der Wärme geronnenes Protein Wasserstoffsuperoxyd nicht zersetzt. Nach Scherer (ib. p. 15) büsse sowohl durchgekochtes als auch mit Alkohol behandeltes Protein die Fähigkeit ein, dasselbe zu zersetzen.
Im Jahre 1865 unternahm Schmidt eine Iieihe von Untersuchungen über den Einfluss der Protemkörper auf Wasserstoffsuperoxyd. Er fand, dass bei solchen Beobachtungen die Reaktion in Betracht gezogen werden müsse; reagirt eine gegebene Flüssigkeit sauer, so erfolge Zersetzung des Wasserstoffsuperoxyds nicht, trete aber nach der Neutralisation sofort ein; dagegen werde dasselbe von alkalisch oder neutral reagirenden Proteinsubstanzen, nämlich Fibrin und Globulin, zersetzt, obwohl schwächer als von Hämatoglobin (74 p. 97—8). Eine solche Wirkung auf das Superoxyd übten aus: 1) Eiweiss, nachdem es neutralisirt und filtrirt worden war, besser bei alkalischer Reaktion; 2) Seroglobin, welches im festen Zustande schwach, in schwachalkalischer Lösung besser und um so besser reagirte, je mehr Alkali vorhanden war. Nach der Einwirkung von Wärme auf die genannten Körper zersetzten sie das Superoxyd nicht mehr (ib. p. 99). Gianuzzi findet ebenfalls (22 p. 443), dass sowohl Muskeln als Myosin und auch Ovoglobin (aus Eiweiss durch Verdünnung mit Wasser und Einwirkung von Kohlensäure erhalten) Wasserstoffsuperoxyd zersetzen, dass ferner auch Seroglobin, Fibrinogen und sogar Blutserum dieselbe Wirkung ausüben (ib. p. 443). Wenn Gianuzzi dem Neutralisationsniederschlag aus einer sauren Globulinlösung noch eine schwache Wirkung auf das Superoxyd zuerkennt (ib. p. 44 3), so bestreitet Kühne eine solche inbetreff des auf dieselbe Art aus Muskeln erhaltenen Präparats (46 p. 275). Übt, Gianuzzi nach, auf das Superoxyd am besten Fibrinogen, so giebt Kühne den Vorrang dem Fibrin und Myosin. Bei 55° beginne Myosin, zugleich mit den in demselben eintretenden Veränderungen in der Löslichkeit, die Fähigkeit einzubüssen, Wasserstoffsuperoxyd zu zersetzen und verliere dieselbe, Kühne’s Beobachtungen nach (ib. p. 275) bei 60° vollständig. Heynsius und van der Horst (36 p. 5) finden, dass die Blutkörperchenstromata das Superoxyd zersetzen.
Im Jahre 1872 gab Schmidt (75 p. 508) aufs neue ein zur Bildung eines Urteils über die Zersetzung von Wasserstoffsuperoxyd unter dem Einflüsse der Protemkörper geeignetes reichhaltiges Material. Bergergrün (2 p. 38) beobachtete ebenfalls Zersetzung des Superoxyds durch ein Präparat, welches er unrichtig Blutkörperchenstromata nennt, und welches sich von den von Schwartz und Nauck dargestellten Präparaten (,V,V 61 — 80 p. 26) in nichts unterscheidet. Gautier (21-ap. 228) findet ferner, dass auch der durch Kohlensäure in einer salzhaltigen Fibrinlösung bewirkte Niederschlag gleich dem Fibrin Wasserstoffsuperoxyd zersetzt. Guttmann (34 p. 25) stellte weitgehendere Beobachtungen an und fand, dass verschiedene tierische Gewebe, wie z. B. die Haut, die Schleimhäute, exulzerirte Stellen. Blut u. dergl. Zersetzung des Superoxyds bewirken.
Im allgemeinen kann Wasserstoffsuperoxyd in keinem Fall als charakteristisches Reagens auf Globulin oder irgend einen anderen Protemkörper dienen.
Weinsäure in alkoholischer Lösung 1:20 wird von Errera (18 p. 270) zur vollständigen Fällung der Eiweisskörper vorgeschlagen. Über die Bedeutung-alkoholischer Lösungen von Säuren u. s. w. für die Fällung des Globulins (AxV 93—100 p. 306) haben wir schon gesprochen.
Zuckersubstanzen u. dergl. Schon Klaproth wies darauf hin, dass kochende Milch beim Zusatz von Zucker oder arabischem Gummi bis zur Sättigung-gefällt wird (43 p. 13). Denis macht sehr interessante Angaben über die Fällbarkeit einer salzhaltigen Fibrinlüsung durch Zucker. In dem Maasse wie sich der Zucker auflöst, wird die Flüssigkeit dick und schleimig. Wenn diese Masse in eine grosse