﻿EIGENSCHAFTEN & AUSSEHEN DES GLOBULINS IM DREIEN ZUSTANDE.
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dium benutzt, in welchem das Globulin sogar bei verhältnissmässig hoher Temperatur sich nicht verändert. Auf ein Asbestbad wird eine Schale oder ein Tiegel aus Porzellan, Platin oder Eisen mit reinem Paraffin gebracht. In das geschmolzene Paraffin bringt man ein Thermometer und das Pulver des, wie oben beschrieben, getrockneten Globulins und erhitzt das Bad allmälig bis auf 150—170°. Erhitzen auf eine höhere Temperatur ruft trockne Destillation des Globulins hervor, was sich vor allem durch Bräunung kund gibt. Nachdem die Ausscheidung von Blasen aufgehört hat, d. h. wenn man annehmen kann, dass das Erhitzen lange genug gedauert hat, lässt man das Bad bis 50—60° abkühlen, giesst das Paraffin vom Niederschlage ab und befreit das entwässerte Globulin vom Paraffin in derselben Schale oder demselben Tiegel durch Behandlung mit heissem Äther.
Dies ist die höchste Stufe von Entwässerung, die wir erzielen konnten, ohne das Globulin zu zersetzen. Die Entwässerungsmethoden durch Chlorcalcium, Zink. Phosphoranhydrid geben, wie ich schon früher erwähnte (49 p. 346), kein reines Resultat, da schliesslich Verbindungen des Globulins mit den genannten Agen-tien, wenn auch schwerlösliche, erhalten werden. Auch andre Entwässerungsmethoden entsprechen unsern Zwecken nicht.
Indem das im Paraffinbade erhitzte Globulin als ein im höchsten Grade entwässertes erscheint, darf man annehmen, dass es auch am besten der Vorstellung vom geronnenen Protein—dem historischen „geronnenen Albumin“ entspricht. Un-tersucht man die Eigenschaften desselben in diesem Zustande und vergleicht sie mit den Eigenschaften des frisch ausgeschiedenen Globulins, so wird man leicht gewahr, dass dit> Veränderungen, die letzteres beim Übergang in den Zustand erfährt, den es nach dem Trocknen in Paraffin angenommen hat, von Wasserverlust begleitet ist. Und wirklich wird dem entwässerten Globulin durch alle sog. Hydratationsoperationen das Wasser wiedergegeben, welches mit demselben in so nahe Beziehung tritt, dass es ihm die Fähigkeit, mit Salzen, Säuren, Alkalien u. s. w. in Verbindung zu treten, wiedererstattet. So führen es sehr schwache Säuren oder Alkalien bei Zimmertemperatur, noch besser bei erhöhter, und Mischungen von Verdauungssäften (Pepsin und Trypsin) als Alkali- oder Säureverbindungen in Lösung über. Aus der erhaltenen Lösung ist es leicht, das Globulin in einem in Salzen, Säuren und Alkalien leichtlöslichen Zustand auszuscheiden. Selbstverständlich geht die Rückverwandlung in den leichtlöslichen Zustand bei einem höheren, der maximalen Löslichkeit sich nähernden, Gehalt an Alkalien und Säuren und bei erhöhter Temperatur rascher vor sich; allein man muss hier mit Vorsicht zu Werke gehen, da wir nicht nur leichlösliches Globulin, sondern auch weitere Hydratationsprodukte (Albumose und Peptone—50 p. 20) erhalten können. Nachdem man auf irgend eine Weise eine saure oder alkalische Verbindung erhalten hat. muss man bei der weiteren Behandlung dieser Präparate so. wie schon (p. n. AA 81—85 p. 114 und W 86— 02 p. 260) angegeben wurde, verfahren.
Hydroglobin, dessen H y d r o s o 1 und H y d r o g e 1. L>as soeben Dar-g«‘legte zeugt davon, das zwischen dem Wasser und dem Globulin eine nähere Beziehung, als man hätte annehmen können, besteht, nämlich eine Verbindung, die wir ..Hydroglobin“ zu nennen vorschlagen, ln welchem Maasse wir auf die beschriebene Weise das Hydroglobin zu entwässern vermögen, und ob es möglich ist. dessen Anhydrid darzustellen (49 p. 346), werden wir in einem besondern Teile unsrer Arbeit betrachten. Eins darf man aber sagen, nämlich, dass in den Grenzen der von uns erforschten Bedingungen das Globulin nach dem Erwärmen in Paraffin wenn nicht vollkommen entwässert, so doch mit möglichst geringem Wassergehalt erscheint. Andererseits ist es nicht minder interessant die Bedingungen