﻿EIGENSCHAFTEN & AUSSEHEN DES GLOBULINS IM FREIEN ZUSTANDE.
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sers im Hydroglobin zu den mit diesem in Verbindung tretenden Alkalien, Säuren, Salzen u. dergl. zur Bildung der von uns erforschten Salz-, Alkali-, Säureglobuline u. s. wl, eine Erklärung.
Die Lösung dieser Drage finden wir sowohl in dem historischen Material als auch in unsern unmittelbaren Beobachtungen, und kann dieselbe durch folgenden Satz ausgedrückt werden: Alle Veränderungen im Hydroglobin, welche in dessen freiem Z u s t a n de von V a s s e r v e r 1 u s t b e-gleitet werde n, beobachtet man a u c h b ei den Verbind u n-g e n des Hy d r o g 1 o b ins mit a n d e r n Substanze n. Nehmen wir ein frappantes Beispiel: eine schwache Hydroglobinlösung in sehr stark mit Wasser verdünnten Säuren oder Alkalien scheidet beim Kochen keine Niederschläge aus; ebensowenig wird sie durch Neutralisation gefällt, da das sich neubildende Salz den Niederschlag, der sich ausscheiden soll, auliüsen kann. Doch braucht man die Flüssigkeit nur durchzukochen und erst dann zu neutralisiren. damit sich soglich schwerlösliche Niederschläge ausscheiden. Dass die gegebene Verbindung keine Veränderung erlitten hat. beweist der Umstand, dass sie beim Kochen sich nicht zersetzt, nämlich keine Niederschläge ausscheidet, während das sich ausscheidende Globulin in beiden Fällen ein verschiedenes ist: dort löst es sich leicht, hier in Salzen garnicht. Man darf kühn behaupten, dass das Globulin, ohne sich aus der Lösung "auszuscheiden und aus der Verbindung auszutreten, eine Veiänderung erfahren hat und zwar eine eben solche, wie das ausgeschiedene Hydroglobin bei der WTisserentziehung erfährt 1
Schon Chevreul, dann Berzelius und nach ihm Lehmann, Brücke undHeynsius hatten, wie erwähnt (s. ob. p. n. 336. 339 u. 34<>—3), beobachtet, dass die Flüssigkeiten nach dem Koclrnn einen schwerlöslicheren Niederschlag geben als vordem. Eichwald sagt geradezu, dass nach dem Kochen der natürlich vorkommenden Flüssigkeiten ein Teil des unfällbaren ..Albumins“ sich in „fällbares“ verwandle (21 p. Iü4), da auch dieser Teil des ..Albumins“ nach dem Kochen die Fähigkeit gewinne, durch Säuren gefällt zu werden, was fi filier an demselben nicht bemerkt wurde.
Ferner gibt es ausser unsern eignen Beobachtungen zahlreiche Angaben darüber. dass eine Alkali- oder Säureverbindung des Globulins, oder auch eine Salzverbindung, bei dem Fällen aus ihrer Lösung durch Alkohol Niederschläge ausscheidet, welche aus einer Verbindung des Globulins mit Mineralkörpern bestehen. Diese Niederschläge, schnell aus der Muterlauge entfernt, rasch zwischen Fliesspapier getrocknet und in destillirtes Wasser gebracht, lösen sich auf, während dieselben Niederschläge nach mehr oder weniger langem Liegen unter Alkohol ihre Lösungsfähigkeit einbüssen. obgleich sie dieselben mineralischen Bestandteile enthalten und diese so hartnäckig zurückhalten, dass es unmöglich ist, sie abzuwaschen. Ebenso verhalten sich Äther u. dergl. Bestätigungen dieser Tatsachen finden wir genug sowohl in dem historischen Teile dieses Kapitels als in allen andern Kapiteln.
Hierher gehören auch die Erscheinungen, welche bei der Neutralisation tier Alkali- und Säureverbindungen des Globulins beobachtet werden, nämlich die bei der Fällung erhaltenen Niederschläge sind unmittelbar nach ihrer Bildung in einem unbedeutenden Überschuss des zum Neutralisiren benutzten Agenten löslich, während der in der Mutterlauge gelassene Neutralisationsniederschlag seine Löslichkeit allmä-lig einbüsst. Aus diesem Grunde wurden ja die Albuminate, Syntonine, Proteine u. s. w. mit dem ..geronnenen Eiweiss“ identifizirt, worüber wir schon hinlänglich gesprochen haben (.YV 75—80 p. 171 u. 231: ,V.V 81—85 p. 66 u. A'.V 86—92 p. 16S). In der Tat besitzt das Globulin im Moment seiner Ausscheidung aus den neutrali-sirten Flüssigkeiten—in statu nascendi—eine sehr bedeutende Löslichkeit. Der gebe Physiologiste. Vol. V.
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