﻿EIGENSCHAFTEN & AUSSEHEN UES GLOBULINS IM FREIEN ZUSTANDE.
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die bei einer solchen Auflösung des geronnenen Proteins entstehenden Produkte an-hetrifl’t, so sprachen wir darüber schon hei der Untersuchung des Verhaltens des Globulins zu den Säuren (p. n. AhV. 86—92 p. 250). Auch in sehr verdünnten Alkalien und alkalischen Erden löse sich das geronnene, aber nicht getrocknete Protein, wobei Produkte (3 p, 40), welche wir beschrieben haben—nämlich Alkalialbumi-nate—erhalten werden (p. n. AflV 81—5 p. 66). Im weiteren bemerkt Berzelius (3 p. 37), dass geronnenes Eiweiss in Alkohol, Äther, Fetten und Ölen nicht löslich sei, Liebig spricht sich über diesen Stoff bestimmter aus; er hält denselben für eine besondere Modifikation des natürlich vorkommenden Proteins und zwTar eine durch Wärme erzeugte, weshalb er vorschlägt dieselbe „gekochtes Albumin“ zu nennen. Der einzige Unterschied, den Liebig zwischen dem Globulin (denn Liebig’s und Denis’s Albumin ist Seroglobin, s. p. n. .V.V 48—60 p. 90—104) und dem geronnenen Protein sieht, ist die Unlöslichkeit letzteres in Salpeterlösung; in Wasser seien beide unlöslich *). Beim Trocknen verliere das Protein bis 90% Wasser und verwandle sich in eine feste, durchscheinende Masse, die in kaltem Wasser langsam aufweiche (46 p. 877). In der Wärme geronnenes Protein löse sich leicht in verdünnten Kalilösungen; in konzentrirter Essig- oder Phosphorsäure quelle es zu einer zarten Gallerte auf, löse sich aber erst bei Wasserzusatz. Ebenso verhalte sich das Protein zur Schwefelsäure. Eine dem Geschmack kaum wahrnehmbare Salzsäurelösung brauche Wochen, um geronnenes Protein bei gewöhnlicher Temperatur aufzulösen, bei 70°—80° hingegen vollziehe sich die Auflösung in 2—3 Tagen (46 p. 878).
Scherer (62 p. 20) bemerkte seinerseits, dass beim Waschen eines bei niedriger Temperatur getrockneten, gepulverten Serums auf dem Filter ein Präparat erhalten wurde, welches zugleich mit der Abgabe, der Salze und des Alkali auch seine Wasserlöslichkeit eingebüsst hatte. Andrerseits löste sich bei mässiger Temperatur getrocknetes Fibrin, zu Pulver zerrieben, in mit einer geringen Quantität eines Alkali (62 p. 12) versetzter Salpeterlösung.
Nasse (51 p. 153), der den Unterschied zwischen frischgefälltem und getrockge-kochtem Fibrin studirt hatte, fand, dass zwischen einfach und durch Kochen ausge-fälltem Protein derselbe Unterschied bestehe (51 p. 153). Indem Nasse die Tatsachen über die Löslichkeit des geronnenen Proteins zusammenfasst, sagt er, dass dasselbe am besten von Ätzalkalien, in zweiter Pieihe von Alkalicarbonaten gelöst werde; auch Kalkwasser löse geronnenes Protein und führe es in eine Alkaliverbindung über 3) (p. n. .V V 81—85 p. 72).
Auflösung kommt. Wenn daher das Albumin mit einer nicht hinreichend verdünnten Säure über-gossen wird, so verbindet sich zwar das Albumin mit der Säure, aber die Verbindung löst sich nicht in dem sauren Wasser auf. Ob dies eine Folge ist von der Bildung schwerlöslicher saurer Verbindungen, die durch reines Wasser zersetzt werden, oder nur von der Unlöslichkeit in dem Ueberschuss von Säure, ist nicht untersucht worden; wenn aber der Ueberschuss ausgewaschen wird, so löst sich die Verbindung in reinem Wasser auf. (3 p. 37).
-) Geronnenes, coagulirtes A 1 b u-m i n heisst im Allgemeinen die besondere Vlodi-fication, in welche das reine Albumin oder das Albumin im Serum oder im Eiweiss, durch Einwirkung einer höhern Temperatur versetzt wird. ....Das durch Wärme coagulirte Albumin, wir wollen es mit gekochtem Alb u m i n bezeichnen, ist in kaltem Wasser eben so unlöslich,
wie das reine Albumin, es unterscheidet sich wesentlich von dem letztem durch seine Unfähigkeit mittelst neutraler Salpeterlösung wieder in den löslichen Zustand übergeführt zu werden. Diese Eigenschaft, welche dem reinen Albumin zukommt, verliert dieses ebenfalls beim Sieden mit Wasser (40 p. 877).
'-) Wichtiger scheint zu sein, dass die Auflösbarkeit des trockenen geronnenen Faserstoffs, so wie des geronnenen Eiweisses am grössten ist im kaustischen Kali und Natron, weit grösser als im kohlensauren. Das doppeltkohlensaure steht dem kohlensauren fast ganz gleich und löst keineswegs, wie Bird behauptet, den Faserstoff leichter als dieses auf. Auch durch kaustischen Kalk lasst sich geronnenes Eiweiss auflösen; und da Kalk im Blute vorhanden ist, überall im geronnenen Eiweiss gefunden wird, so mag ein kleiner Theil des Eiweisses mit diesem zu einem löslichen Albuminat verbunden sein (51 p. 156).