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EIGENSCHAFTEN & AUSSEHEN DES GLOBULINS IM FREIEN ZUSTANDE.
bulinverbindung immer solche Bedingungen schaffen, unter welchen der gegebene Niederschlag sich auflöst; man kann sogar mit Gewissheit Voraussagen, unter was für Umständeu ein Niederschlag, wenn dessen Zusammensetzung bekannt ist, eine lösliche Verbindung gibt.
Dem Gesagten gemäss, fiel nun ein grosser Teil dessen, was früher „geronnenes Eiweiss“ genannt wurde, fort uud erhielt das Recht „feste G 1 o b u 1 inverbin dun gen mit M i n e r a 1 k ö r p e r n“ genannt zu werden,—wobei sie nur unter den Bedingungen, wie sie aus der Mutterlauge erhalten werden, als unlösliche Verbindungen erscheinen; was die Lösungsbedingungen dieser Globulinverbindungen anbetrifft, so können dieselben sehr verschiedenartig sein, je nach dem Lösungsmittel und den Globulinverbindungen, die entweder neu enstanden sind oder sich unter den Umständen, die mit der Auflösung oder dem Verbleiben im festen Zustande verbunden sind, modifiziert haben.
Der übrige Teil dessen, was „geronnenes Albumin“ genannt wurde, befindet sich in grosser Abhängigkeit von den Veränderungen, welche das Globulin selbst, ausserhalb der Sphäre seiner Gemeinschaft mit den mineralischen Bestandteilen in seinen Verbindungen, erleidet.
Ausgeschiedenes oder f e s t e s, v o n M i n e r a 1 k ö r p e r n möglichst freies und frischbereitetes Globulin geht, wie wir schon mehrmals erwähnt, sehr leicht verschiedene Verbindungen ein; vor allem drückt sich dies durch seine Löslichkeit in sehr verdünnten Säuren und Alkalien, sowie in Lösungen von Alkali-und Erdalkalisalzen sehr niedriger Konzentration aus—was im allgemeinen Leichtlöslichkeit genannt wird. Nichtdestoweniger v e r ä n d e r t sich das G 1 o b u 1 i n allmälig, wie sorgfältig es auch bereitet, wie es auch in offenen oder in hermetisch verschlossenen Gefässen unter Wasser oder mit Ausschluss von Feuchtigkeit aufbewahrt werde. Es bildet dann mit den soeben genannten Agentien schwerlöslichere Verbindungen, was sich vor allem auf die Zeit bezieht, d. h. es bedarf einer viel längeren Zeit, damit sich eine und dieselbe Quantität Globulin auflöse. Hand in Hand mit den Veränderungen, die das Globulin erfährt, wird die zur Auflösung-nötige Zeit länger, und es tritt ein Augenblick ein, wo das Globulin die Fähigkeit, sich in der der maximalen Löslichkeit entsprechenden Salzmenge aufzulösen, ganz einbüsst! Ungleich rascher gehen diese Veränderungen vor sieb, wenn auf das aus-geschiedene Globulin mit Äther oder Alkohol oder mit einer Mischung derselben, oder endlich mit Wärme eingewirkt wird, und noch schneller ruft man diese Veränderungen hervor, wenn man die Wirkung von Alkohol oder Äther mit der Wärme verbindet.
Die Wärme an sich erscheint als ein mächtiges, die Löslichkeit des Globulins veränderndes Agens; besonders scharf tritt deren Einfluss von 60° an hervor.
Je höher die Temperatur ist. desto schneller verändert sich das Globulin sowohl im feuchten Zustande als in Wasser fein verteilt. Dieselben A erände-rungen treten auch nach dem Trocknen des Globulins bei Zimmertemperatur oder bei erhöhter—bis 110°—ein. Damit das Trocknen schnell und vollständig erfolge, muss das Globulin selbstverständlich zerkleinert uud zu Pulver verrieben werden. Dieser Operation geht am besten die Behandlung des reinen ausgeschiedenen Globulins zuerst mit Alkohol bei Zimmertemperatur, dann bei erhöhter, und schliesslich mit Äther, ebenfalls bei erhöhter Temperatur, voran. Nachdem das Präparat zur Verflüchtigung des Äthers an der Luft ausgelüftet worden ist, trocknet man es bei 110°.—Trocknen an der Luft bei höherer Temperatur ruft Bräunung der Substanz hervor, weshalb das Trocknen unter Luftabschluss vorzunehmen ist, Einfacher wird vollständiges Trocknen des Globulins erreicht, wenn man ein Me-