﻿EIGENSCHAFTEN & AUSSEHEN DES GLOBULINS IM FREIEN ZUSTANDE.
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denselben Einschränkungen, von denen bei der Erforschung der komplexen Globulinverbindungen die Rede war (p. n. .V.V 86—92 p. 257—59).
Hier ist nur hinzuzufügen, dass die Niederschläge der komplexen Globulinver-bindungen, wie die des reinen Globulins, je nach dem Massergehalt und auch je nach der Verbindungsart desselben mit den Mineralkörpern, äusserlich in Gestalt geleeartiger Massen oder verschiedener Übergangsformen, bis zu derjenigen eines matten Pulvers, erscheinen können.
Auch in den Globulinverbindungen mit den verschiedensten organischen und anorganischen Körpern müssen im allgemeinen drei Zustände zugegeben werden: 1) ein i n w ä s s e r i g e n L ösunge n enthaltener—die Hydrosole der Globulinverbindungen, 2) ein in G a ï 1 e r t f o r m befindlicher — die Hydrogele der Globulinverbindungen. Das Wasser, welches an der Bildung der Gallerte teilnimmt. scheint, im Gegensatz zu dem mit dem Globulin verbundenen, die Rolle des Krystallisationswassers zu spielen, weshalb wir es G e 1 a t i n i s a t i o n s w a s-s e r nennen wollen. Schon vor mehr als einem halben Jahrhundert befremdete die Fälligkeit des Proteins, Wasser zu binden, Becquerel & Kodier; die Proteinkörper, meinten sie. besitzen eine „mächtige Affinität für Masser“ (1 p. S31). Ein jeder, der ein Alkaliglobulat nach Lieberkülm’s Methode bereitet hat, weiss aus Erfahrung, mit welch einem ungeheuren Wassergehalt die Gallerten nach genügend langem Waschen der Verbindung mit Wasser erhalten werden. Die von W. Flerow in unserin Laboratorium gemachten Bestimmungen zeigten, dass solche Gallerten aut ‘n Teile M asser auch nur 2 Teile Trockenrest enthalten können. Endlich 3) können die Globulinverbindungen in dem sog. t r o c k n e n Z u s t a n d e — mehr oder weniger wasserfrei, erhalten werden.
Indem wir nun zu den übrigen Umständen, von denen die 5 eränderung der Löslichkeit des Globulins in seinen Verbindungen bedingt wird, übergehen, müssen vir zuerst von der Fällung durch Säuren, Alkalien, Metallsalzen u. s. w. reden, wo die Unlöslichkeit der resultirenden Verbindungen nicht nur durch die Bindung zwischen dem Globulin und den mit demselben verbundenen Körpern, sondern auch durch den MMsserverlust des Globulins selbst, als des Kerns der uns interessirenden Verbindungen, bedingt wird. Offenbar sind diejenigen Globulinverbindungen am wenigsten löslich, welche das Resultat der Bindung an einen Mineralkörper oder irgend einen andern Körper sind, wo aber das Globulin am wenigsten Masser enthält.
Mit den dargelegten Umständen eng verknüpft sind die Beobachtungen, nach welchen sowohl mehr oder weniger reines Globulin als auch dessen Verbindungen Niederschläge geben, welche in Bezug auf ihre Löslichkeit ausser den schon erwähnten Bedingungen sich in voller Abhängigkeit von der in der Lösung vorhandenen Menge des Globulins oder dessen Verbindungen befindet. Unter übrigens gleichen Bedingungen sind die aus konzentrirteren Lösungen erhaltenen Niederschläge schwerer löslich als die aus weniger konzentrirten enstehenden, infolgedessen das Globulin oder dessen Verbindungen sich um so leichter niederschlagen, in je grösserer Menge dieselben in einer gegebenen Lösung enthalten sind. In der entgegengesetzen Richtung haben wir schon mehr als einmal Gelegenheit gehabt, dieselbe Frage zu beantworten, nämlich: je verdünnter die Lösung ist. desto schwerer wird sie sogar in der M’ärme gefällt (s. p. n. .V.V 75—80 p. 259; ALV 81—85 p. 110 u. -V.V 86—92 p. 252).
Zu den schwerlöslichen Verbindungen gehören die schon längst in der ein-schlägigen Literatur anzutreffenden Vorschriften zur Bereitung von Kitten für Porzellan, Glas u. dergl. Ausser ihrer Schwerlöslichkeit zeichnen sich diese Verbin-
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