﻿364 IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEÏNFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN.
unzweifelhaft mehr Alkali zugeben, wenn auch nicht so viel, dass Fällung erfolgt wäre, wie in dein lalle, wenn salzhaltige Globulinlösungen mit konzentrirten Alkalien gefällt werden (20 p. 100). Gleicherweise gal) auch das Fibrin nach der Auflösung in
sehr verdünnten Alkalien oder Alkalicarbonaten nach dem Zusatz eines Salzes_______
odei auch umgekehrt nach der \ ersctzung einer salzhaltigen Lösung mit einem Alkali—mit dem Serum identische Flüssigkeiten (20 p. 10S, 110, 111). Fine solche Lösung schied gleich dem Serum bei Wasserzusatz und Neutralisation mit Säuren einen Niederschlag aus, der dieselben Eigenschaften wie das in Salzen lösliche Globulin besass. Die Fibrinlösung wurde zudem beim Kochen nur zum Teil gefällt: der grössere Teil blieb im Serum gelöst zurück !). Auch mit der Stromatasubstanz dei roten Blutkörperchen erhielt Denis salz-alkalische Lösungen, die im allgemeinen den Charakter der natürlich vorkommenden protenihaltigen Flüssigkeiten besassen (20 p. 125). Andererseits ist auch mehr als einmal die Ansicht ausgesprochen worden, dass das „Albumin“ in den Flüssigkeiten nicht nur nicht gelöst ist. sondern sich daselbst in gequollenem Zustande befindet, wie z. B. das Gummi-Tragacanth in Wasser, wie Hoppe-Seyler sich ausdrückt (54 p. 205). Trotzdem gibt dieser Autor (ib. p. 245) zwischen dem Alkali und dem „Albumin“ in den natürlichen vorkommenden Flüssigkeiten das Vorhandensein eines so festen Bandes zu. dass durch Dialyse das Alkali nicht abgetrennt werden könne.
Gerhardt (34 p. 477) tritt dieser Ansicht, die durch Denis's Arbeiten eine feste Grundlage gewann, bei. Gerhardt hält die protenihaltigen Flüssigkeiten (Serum und Eiweiss) für Lösungen einer Natriumverbindung des Globulins („Albumins"), mit Kochsalz und Calciumphosphat vermengt, infolgedessen diese Flüssigkeiten alkalisch reagiren und nach dem Trocknen bei niedriger Temperatur w ieder 'löslich sind (34 p. 477—8). Dabei nimmt er an. dass einen wesentlichen Teil der tierischen Flüssigkeiten ein und dasselbe Protein bildet, wobei der Unterschied in den Reaktionen sich durch die mineralischen Bestandteile, die mit dem Protein verbunden sind, erklären lasse 2).
Die Lehre von der Identität der Alkaliverbindungen des Proteins mit dem Casein der Milch nimmt in der Geschichte des Entwicklungsganges der künstlichen Darstellung proteinhaltiger Flüssigkeiten aus dem Globulin eine gesonderte Stellung ein. Hoppe-Seyler glaubt einen Unterschied zwischen denselben darin sehen zu dürfen, dass die Milch häufig, wenn auch nur schwachsauer, doch sauer reagirt, wobei das Alkalialbuminat nicht in Lösung bleiben könnte 3" (55 p. 417—IS; 56 p. 3; u. A'.Y 68—74 p. 73).
Indessen hatte Lehmann schon im Jahre 1850 die Meinung ausgesagt, dass in solchen Fällen die saure Reaktion der Milch von den Phosphaten und am mei-
0 Mais la fibrine soluble alcaline ne précipite pas par l’eau, et son degré de coagulation est plus élevé. Au lieu de 65°, il atteint 72« on 74°. Etendue d'eau et additionnée d'un acide affaibli, elle fournit un précipité de fibrine non altérée. Chauffée, elle abondonne à l'eau bouillante beau-coup de sa substance qui y reste en dissolution, partie en fibrine altérée, partie en combinaison alcaline (20 p. 114).
-) ...tous ces faits autorisent à penser (pie les matières albuminoïdes possèdent non-seulement la même constitution chimique, et qu’elles ne différent que par leur état physique ou par la nature des substances minérales avec lesquel-
les elles sont combinées dans les parties organisées (o3 p. 43o).
T Es ist kein seltener hall, vie ^chlossber-ger's Untersuchungen gezeigt haben, dass die ganz frisch von gesunden Ivuhen gemolkene Milch schwach, aber doch deutlich sauer reagirt, und bei der von mir untersuchten Milch war dies fast ohne Ausnahme der 1 all; unmöglich könnte nun in einer solchen sauren Milch, deren freie Saure keine Kohlensäure ist, Alkalialbuminat existiren. und es müsste für diese halle angenommen werden. dass die freie Saure selbst das Albumin in Lösung erhielte, aber auch dies ist nicht möglich (35—a p. 417-S).