﻿386 IDENTITÄT DEE NATÜRL. PKOTEINFLCSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN.
gaben der Autoren (38 p. 831;	93—100 p. 379) auch noch der Umstand, dass
dasselbe von Salzen gleich einem künstlich bereiteten Globulat gefällt wird (1 p. 84—5; A A 48—60 p. 1(39). Ein fast eben solches, in Wasser lösliches und bei einem gewissen Grad von Verdünnung in der Wärme nicht gerinnendes Präparat wird beim Abdampfen an der Luft oder in einem luftleeren, jedenfalls kohlensäurefreien Raum bei möglichst niedriger Temperatur, unter 30°—35° *), erhalten. Über die Gewinnung solcher Präparate haben wir schon ausführlich gesprochen (,Y.V 48—60 P- 72—76); deshalb erwähnen wir hier nur noch, dass dieselben bei verhältnissmässig geringer Verdünnung mit Wasser „salzfreies Albumin- und bei einem gewissen Konzentrationsgrade durchscheinende geleeartige Massen ausscheiden (ib.)! f ährt man jedoch fort entweder solche, oder nach der Darstellungsmethode des „Paraglobulins“ erhaltene Präparate, oder auch „salzfreies Albumin“ längere Zeit zu dialvsiren. so beginnt die Lösung, welche die Fähigkeit, beim Kochen zu gerinnen, eingebüsst hatte, in dein Maasse, wie ihr die Alkalien entzogen werden, sich zu setzen, aber schon bei weniger hoher Temperatur, und schliesslich zeigen sich Niederschläge schon bei Zimmertemperatur. Heynsius bemerkte, dass, je weniger Asche das „salzfreie Albumin“ in dieser Periode enthielt, desto niedriger die Temperatur der Fällung desselben war 1 2). Bei Haas finden yvir. dass die Fällungstemperatur der protei'nhaltigen Flüssigkeiten bei der Dialyse nach kurzer Steigerung in dem Maasse. wie dieselben an anorganischen Substanzen ärmer werden, fällt (307 p. 813): nachdem der Aschengehalt in dem dialysirten Eiweiss bis 0,81% (?) gefallen war, war die Fällungstemperatur 59,6°! Diese Fälle gehören in dieselbe Kategorie wie diejenigen, wenn die gallertartigen Massen eines ..Alkalialbumins“ und trocknes Serum mit Wasser gewaschen werden: das Wasser führt das Alkali fort, ehe die Verbindung Zeit gehabt hat. sich aufzulösen (.V.Y 48—60 p. 100). Man darf frei behaupten, dass in allen Fällen von Dialyse nach Aronstein-Schmidt’s, Hamarsten’s und dergl. Methoden in der Wärme keine Fällung erfolgte, solange die Asche eine kaum noch unterscheidbare alkalische Reaktion zeigte; sobald diese aber geschwunden war, schieden sich Flocken schon bei Zimmertemperatur aus. Weit besser geht die Ausscheidung von Niederschlägen aus dem Dialysat bei vorangegangener wiederholter Neutralisation oder Ansäuerung vor sich. Dasselbe beobachtet man auch an einer künstlichen Lösung von Alkaliverbindungen des Globulins. Wenn zu einer solchen soviel Salz zugesetzt wird, dass die Fällung des Gemenges z. B. bei 50° stattfindet, so steigt die Temperatur Lei der Dialyse rasch z. B. bis 80°. 90°, dann langsam bis 100°, und beginnt dann bei fortgesetzter Dialyse noch langsamer zu fällen. Die Steigerung der Temperatur geht Hand in Hand mit der Verminderung des Salzgehalts, das Fallen derselben—mit der Verminderung des Alkaligehalts. Dasselbe beobachtet man auch an den natürlich vorkommenden Salzlösungen des Globulins. Ähnliche Erscheinungen beobachtete auch Heynsius (52 p. 556).
Hierher gehören auch die seit Macquer (80 p. 456) bekannten Beobachtungen, dass die in den proteinhaltigen Flüssigkeiten durch Alkohol erzeugten Niederschläge
1)	Wenn Miller und nach ihm Ssetschenow (.MA« 48—60p. 73) unter diesen Bedingungen undurchsichtige Niederschläge—coagula—erhielten, so geschah dies nur infolge der hohen Temperatur (50° bei Miller, ib.), bei der das Auspumpen der Luft vorgenommen wurde, und auch des heissen Wassers, mit welchem sodann die Versuchsflüssigkeit behandelt wurde.
2)	Zu gleicher Zeit bemerkte ich jedoch, dass, je mehr der Gehalt an Asche sank, die Löslichkeit
des Albumins hei Erwärmung nicht zu—, sondern
abnahm...... Sind erst die löslichen, neutralen
Salze entfernt, — welcher Punkt schon bald erreicht wird,-—so wird hei fortdauernder Dialyse immer mehr von dem langsamer dialysirenden Alkali entzogen werden und zum Schluss so wenig Alkali übrig bleiben, dass es nicht mehr ausreicht, um bei der Siedehitze sämmtliclies Albumin in Lösung zu halten (52 p. 556).