﻿IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN. 367
natlösungen ohne Beimengungen fällen; zur Fällung bei Gegenwart von neutralem Natriumpliosphat seien grössere Mengen sauren Natriumphosphats erforderlich (ib. p. 7): dennoch wirke eine relativ unbedeutende Menge des neutralen Salzes der Fällung durch das saure entgegen. Das basische Phosphat verhalte sich ebenso wie das neutrale (108 p. 13—4). Soxhlet findet in der Fällbarkeit der Milch und eines Alkalialbuminats keinen Unterschied (108 p. 40).
Ausser den erwähnten Angaben über	das Verhalten der Phosphate gibt es
auch noch sehr interessante über die Wirkung der Kohlensäure auf alkalische Proteinlösungen. So beobachtete Schmidt (101 p. 454), obgleich er bemerkt hatte, dass die Alkalicarbonate	sich ebenso wie	die	Alkalien verhalten,	und Wasser
keine Ausscheidung von Niederschlägen aus derartigen Seroglobinlösungen bewirkt, parzielle Ausfällung des Globulins beim Einleiten von Kohlensäuregas in dessen kohlensaure Alkalilösungen. Im	Hinblick darauf,	dass	das Globulin sich	auch in den
doppeltkohlensauren Alkalien auflüsen kann, wenn auch in geringerem Maasse als in den kohlensauren, nimmt Schmidt an. dass ein Teil desselben bei dem Ponleiten der Kohlensäure	und der Bildung	der	sauren Salzes sich	ausscheidet,
und dass es zur weiteren Ausscheidung durch Kohlensäure einer neuen Verdünnung mit Wasser bedürfe, um das Lüsungsvermügen der früheren konzentrirteren und folglich energischer auflösenden Natriumcarbonatlösung herabzusetzen (101 p. 45G und 439). Essigsäure scheide jedoch das Globulin auch aus unverdünnten Lösungen in Neutralsalzlösungen aus (101 p. 439). In der Annahme, dass das Globulin in den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten in Form von Alkalialbuminaten vorhanden ist, findet Schmidt, dass die Ausscheidung des Globulins durch Kohlensäure sich leicht durch die Bildung einer Ä erbindung des Alkali mit der eingeleiteten Kohlensäure erklären lasse x). Doch hält Schmidt selbst, die Erklärung für ungenügend, da das Globulin auch aus Lösungen in Neutralsalzen sowohl von Kohlensäure als von sehr verdünnter Essigsäure gefällt wird. In diesen Fällen lasse sich die Fällung nicht mehr durch die Entziehung des Alkali erklären, und Schmidt sieht hier als L i sache derselben die Unlöslichkeit der sich bildenden Verbindung des Globulins mit der Säure an Doch hält auch diese Erklärung nicht stand, wie Schmidt selbst gesteht: man beobachtet Erscheinungen, die schon ausser dem Bereiche der chemischen Reaktion liegen und den physikalischen Erscheinungen angehören. So z. B. scheidet eine alkalische Globulinlösung, wenn sie mit einem Glasstäbchen leicht geklopft wird, Niederschläge aus, deren Bildung sich hier nicht mehr durch den Einfluss der atmosphärischen Kohlensäure erklären lässt! Wenn hier auch rein mechanische Einflüsse, deren wir schon sowohl in der Ge-
*) A\ enn man sich das Globulin in seinen natürlichen Lösungen, wofür allerdings viele Gründe sprechen, als ein Alkalialbuminat denkt, so liesse sich die Fällung desselben durch verdünnte Säuren und durch Kohlensäure einfach auf eine Alkalientziehung beziehen (101 p. 456).
-) Aber es fragt sich dann, wie es zu erklären sei, dass dieselbe auch aus ihrer Lösung in doppeltkohlensauren Alkalien und in Mittelsalzen durch Kohlensäure und verdünnte Essigsäure gefällt wird; auch die geringen Mengen derselben, die sich in AYasser lösen, werden auf diese Weise ausgeschieden. In diesen Fällen kann man sich nicht auf eine Alkalientziehung berufen und man muss an die Möglichkeit denken, dass eine Yer-
Le Physiologiste. Yol. Y.
bindung der Säuren mit dem Globulin zu einem in der Mutterflüssigkeit unlöslichen Körper stattfindet. Dafür spricht auch der Umstand, dass das Globulin aus der Lösung in doppeltkohlensauren Alkalien und in Mittelsalzen um so leichter und vollständiger ausgeschieden wird, je mehr man dieselbe verdünnt. Dieses gilt namentlich von der Kohlensäure. Wasserzusatz zum Blutserum hat nun zunächst den Effect, dass die Menge der unabhängig von den Alkalien absorbirten Kohlensäure vermehrt wird, und auf diesen Theil des von der Flüssigkeit aufgenommenen Gases scheint es bei der Fällung des Globuline anzukommen (101 p. 45G).
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