﻿IDENTITÄT DER NATURE. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN. 369
Andererseits tritt aber, Schmidt's Beobachtungen nach, sehr starke Verdünnung als ungünstiges Moment für die Fällung des Globulins auf: dieses wird durch die Kohlensäure nicht mehr ausgeschieden, sondern anscheinlich in Lösung erhalten, da Schmidt beobachtete, dass nach lange andauernder Einwirkung von Kohlensäure das Filtrat einen Niederschlag ausschied. Im verein mit dem oben Dargelegten zeugt ^ eben dieser . I instand dafür, dass es längerer Zeit bedarf, ehe die Wirkung der Kohlensäure sich geltend machen kann, infolgedessen der Niederschlag sich spater als gewöhnlich ausscheidet. Wir stossen hier gleichsam auf einen Widerspruch in bezug auf das, was schon über die Fällung des Globulins bekannt war, nämlich beobachten eine starke Verdünnung als günstiges Moment für die Erhaltung des Globulins in Lösung. Man fragt sich unwillkürlich, ob dieses sich hier nicht in einem dem wasserlöslichen nahen Zustande befindet (A'A 93—100 p. 349—50), da die Bedingnisse, dasselbe in Form von Hydroglobin zu erhalten, am günstigsten wären, wenn man nur mit Gewissheit sagen könnte, dass der Einfluss des mit dem Globulin verbundenen Alkali hier ausgeschlossen ist, um so mehr, als der aus der oben erwähnten I Rissigkeit, obgleich mit Schwierigkeit ausgeschiedene Niederschlag, Schmidt s Aussage nach, in Wasser, welches Spuren eines Alkali enthält '), löslich ist: dies ist vollkommen begreiflich, da derselbe vor der Ausscheidung durch eine &e*ir unbedeutende Menge eines starken oder durch eine grosse Quantität eines schwachen Lösungsmittels in Lösung erhalten werden musste. Bei äusserst starker Ä erdünnung der protei’nhaltigen F lüssigkeiten mit Wasser ist es nur dieses, nebst den Spuren von Alkalien, welches bei dem heutigen Stande unsrer Kenntnisse unter den gegebenen Umständen als Lösungsmittel des Globulins angesehen werden kann. In der Tat müssen die Globulinniederschläge sich im allgemeinen unter denselben Bedingungen auflüsen. unter denen das Globulin sich vor der Ausscheidung befand. Dadurch erklärt es sich, dass zur Auflösung desselben unter den oben beschriebenen Umständen, wenn es sich so zu sagen dem Hydroglobin nähert, selbstverständlich Wasser, welches blosse Spuren eines Alkali enthält, genügt. Unser Satz scheint auch von einer andern Seite her in Schmidt’s Arbeiten eine Bestätigung zu finden, darin nämlich, dass frischgefälltes Globulin in Wasser, wenn auch nur unbedeutend, löslich ist-). Dass wir es hier nicht mit einer Erscheinung von Auflösung des Globulins in Wasser und nicht mit Hydroglobin zu tun haben, beweist die sehr unbedentende Löslichkeit des Niederschlags in Wasser hauptsächlich aber folgende Beobachtung von Schmidt. Eine Lösung von Seroglobin in einer sehr schwachen Alkalilösung wird von Kohlensäure gefällt; doch löst sich der Niederschlag beim Einleiten von Sauer-
säure bei 66° klumpig. Dabei stellte sich heraus, dass die Kohlensäure ganz wie kleine Mengen Kssig- oder Salzsäure in der Hitze eine flockige Gerinnung bedingt, sowohl in verdünntem Blutserum als in dünner Linsensubstanz—und Hühnereiweisslösungen; die Gerinnungstemperatur liegt um so niedriger, und die Flocken sind um so besser absufiltriren, je mehr man die Flüssigkeiten vor dem Zuleiten der Kohlensäure und vor dem Erhitzen verdünnt hat (TOI p. 442-443).
1)	Die trübende Substanz der fibrinösen Flüs-
sigkeiten löste sich in Wasser, dem eine Spur Alkali zugesetzt worden......(101 p. 540).
2)	Masser löst nur Spuren derselben auf. Bei wiederholtem Auswaschen der aus ihrer sauren oder alkalischen Lösung durch Neutralisiren derselben gefällten und auf einem Filtrum gesammelten Sub-
stanz findet man, dass die durch mitfortgerissene Substanztheilchen stets trüb erscheinenden ’Wascliflüssigbeiten sich beim Durchleiten von Kohlensäure noch stärker trüben, somit einen Theil der Substanz in Lösung besitzen. Besser noch kann man sich davon überzeugen, wenn man die trüben Filtrate vor der Behandlung mit Kohlensäure erst möglichst klärt, indem man sie noch einmal durch mehrfaches Papier filtrirt.— Aus einer solchen neutralen wässerigen Lösung scheidet sich die Substanz nach einigen Stunden spontan wie-dei aus, und zwar gleichfalls in feinkörniger Gestalt, während diese Ausscheidung in der schwach sauren oder alkalischen Lösung bei gewöhnlicher Temperatur meist erst nach 5—HC)
Tagen eintritt, in einer Temperatur von 25__2S»
aber schon nach 2—4 Tagen (101 p. 438).
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