﻿374 IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEINELÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN.
kann nicht abgeleugnet werden, dass auch Brücke’s Beobachtungen für die Identität der salzalkalischen Serogiobinlösungen und dem. was „Albumin“ genannt wurde, nämlich dem Serum, dem Hühnereiweiss und dem mit Wasser und Kohlensäure behandelte Serum, zeugen. Möglicherweise hat auch Brücke wie Denis selbst, dann recht, wenn es wirklich ein besonderes Albumin in Sclnnidt-Aronstein's Sinne gäbe, da ja eigentlich alles, was wir über das sog. historische Albumin wissen, an Flüssigkeiten—Serum und Eiweiss—erforscht wurde, in denen der Charakter der Reaktionen gerade durch das in denselben enthaltene Globulin bestimmt wurde; mit andern Worten, es sind hauptsächlich die Reaktionen des Globulins, nach denen geforscht wurde und noch heutzutage geforscht wird!
Dubrunfaut's (22 p. 84) und Gsclieidlens (37 p. 3) Ansicht nach wird auch das Protein der Milch durch Alkalien in Lösung erhalten. Andererseits fehlt es auch nicht an Belegen für die Identität der Lösung mit den Alkaliverbindungen des Proteins im allgemeinen. Nachdem Heynsius ein Alkalialbuminat nach Lieberkühn dargestellt und dasselbe in Wasser bei 45° (50 p. 12) aufgelöst hatte, fand er. dass diese Lösung zur Kohlensäure und Essigsäure sowie auch zum Kochsalz sowohl in bezug auf die Reihenfolge der Wirkungen und auf das Resultat (Bildung eines Niederschlags) als auch quantitativ sich ganz ebenso verhalte wie das Serum: gleich diesem, scheide auch eine Alkalialbuminatlösung z. B. nach der Einwirkung von Kohlensäure und Kochsalz einen reichlicheren Niederschlag aus als nach der Einwirkung eines jeden dieser Agentien im einzelnen; sowohl dieses wie jenes müsse, um von Kohlensäure und Essigsäure gefällt zu werden, mit Wasser verdünnt werden. Ein eben solches Verhalten gegen diese Säuren zeige auch eine Fibrin- und Myosinlösung in Salzen: dieselben würden auch durch Kohlensäure und ebenfalls nicht vollständig gefällt. Endlich könne eine Alkalialbuminatlösung auch die Rolle der Milch spielen: man brauche nur eine geringe, aber durch die Umstände bestimmte, Menge phosphorsauren Natrons einzutragen, damit die Kohlensäure keine Fällung oder, wenn der Gehalt an den genannten Salzen kein entsprechender, ein geringerer ist, blosse Trübung verursache.
Je grösser der Phosphatgehalt ist, desto besser gehe die Fällung durch Kohlensäure vor sich; vollständige Fällung werde aber niemals erhalten, da die nachfolgende Sättigung der Flüssigkeit mit Kochsalz nochmalige Fällung hervorrufe (50 p. 13). Ausserdem findet Heynsius auch zwischen dem aus dem Serum ausgeschiedenen Globulin und dem Neutralisationsniederschlag einer Alkaliverbindung des Proteins, sowie auch zwischen diesen Körpern und den andern Globulinen, dem Fibrinogen, dem Fibrin und dem Myosin, keinen Unterschied. Alle diese Körper werden aus ihren Salzlösungen durch Kohlensäure ausgefällt, wobei die Niederschläge sich nicht nur in der Mutterlauge sondern auch teilweise in Wasser nach Durchleitung sowohl von Sauerstoff als auch von Wasserstoff (50 p. 15) auflösen. Es unterliegt natürlich keinem Zweifel, dass in diesem Fall bei der Durchleitung des Sauerstoffs oder des Wasserstoffs die Flüssigkeit, in welcher die Protei'nflocken suspendirt waren, von der Kohlensäure befreit wurde, und die Flocken auf kosten des von ihnen zurückgehaltenen Salzes und dergl. sich auflösten ’). Überdies zeigen alle diese Körper, wie auch der Neutralisationsniederschlag der Alkaliverbindungen (Alkalialbuminate), dieselben Reaktionen, z. B. Löslichkeit in verdünnten Lösungen von Mittelsalzen. Im ganzen hänge die Fällung
0 Eine genaue Untersuchung hat mir gezeigt, in Wasser zum Tlieil gelöst werden, wenn ge-dass nicht nur Paraglobulin und fibrinogene Sub- raume Zeit ein Strom reinen Sauerstoffs oder stanz, sondern auch Alkalialbuminat, Myosin und Wasserstoffs durchgeleitet wird (50 p. 15).
Fibrin, nach ihrer Fällung durch Kohlensäure,