﻿IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN. 377
der Kohlensäure als auch der anderen Säuren auf das Serum findet Eichwald im allgemeinen keinen Unterschied (24 p. 34-5). Ein eben solches \ erhalten wie zu dem Serum zeigten die Metallsalze auch zu der beschriebenen Seroglobulinlösung (24 p. 36). Ähnliche Beobachtungen veranlassten Eichwald, nach dem Beispiel anderer Autoren, zu der Aussage, dass kein Grund vorhanden sei, das Seroglobin von dem „Albumin“ zu unterscheiden, dabei stellt Verf. einerseits dessen Löslichkeit in Wasser in Abrede und behauptet andererseits, dass das Paraglobin durch die Alkalien und Salze des Serums in Lösung erhalten wird (24 p. 44—5). Auf grund seiner Schlüsse erklärt Eichwald die Löslichkeit des „Albumin“, d. h. alles dessen, was nach der Behandlung des Serums mit Kohlensäure und Essigsäure zurückbleibt, für nicht bewiesen (24 p. 88; .Y.Y 48—60 p. 132). Nach der Ausscheidung der Niederschläge aus dem verdünnten Serum durch Kohlensäure („Paraglobin“) und durch Essigsäure (Kühne's Serumcasein) sowie des Niederschlags, der sich nach der A er-ditnnung des Serums, aus welchem sich die gemiauten Körper ausgeschieden haben, durch neue Verdünnung mit Wasser (Eichwald’s Syntonin) ausscheidet, wurde das Serum behufs Entfernung auch noch des Proteinrests, den man „Albumin“ nannte, mit einer noch grösseren Wassermenge verdünnt. Bei der Verdünnung dieses Filtrats um das 500-fache zeigten sich schon nach 24 Stunden schwer niederfallende Flocken (24 p. 89— 00). Im ganzen operirt Eichwald sowohl zur möglichst vollständigen Entfernung des Globulins als auch zur Entfernung des ..Albumins“ aus der Flüssigkeit ganz ebenso wie in bezug auf das Globulin, durch stärkere Verdünnung und neues Ansäuern. Auf diese Weise gelang es ihm, das Protein bis auf einen unbedeutenden Rest auszuscheiden. Er glaubte, dass auf diese Art alles das ..Albumin“ ausgeschieden werde, welches sich gewöhnlich' auch durch einfaches Kochen ausscheidet '). Indem er mit 40—50 Vol. Wasser verdünnte Essigsäure in verschiedenen Quantitäten zusetzte, konnte Eichwald die Überzeugung gewinnen, dass, wenn unter diesen Umständen Proteinsubstanz im Filtrat auch zurückbleibt, die Menge derselben derjenigen, die für „Albumin“ gehalten wird, bei weitem nicht gleichkommt. Das Quantum des Rests ist ein so unbedeutendes, dass Eichwald zwei Möglichkeiten annimmt: entweder ist das „Albumin“ durch passende Verdünnung und Ansäuerung bis auf die in der Flüssigkeit zurückgebliebenen Spuren ausgefällt, oder es ist im Serum neben dem „Albumin“ eine geringe Menge eines wirklich wasserlöslichen Körpers vorhanden. Eichwald neigt mehr der ersten Meinung zu, da in dem gegebenen Falle das Lösungsvermögen der Salze des Serums durch die Verdünnung mit Wasser nicht aufgehoben, sondern nur bedeutend herabgesetzt ist 3)
0 Hatte ich das Eindampfen soweit fortgesetzt, dass der Rückstand seinem Volum nach nur noch einen Bruehtkeil der zum Versuche genommenen (Quantität Zehntelserums ausmachte, so konnte ich mich leicht davon überzeugen, dass die Menge coagulabler Substanz, welche nicht durch die Verdünnug ausgefällt war, wirklich minimal war im Vergleiche zu der Menge Albumin, welche in einem entsprechenden Volumen Zehntelserums enthalten ist. Es fällt also bei solchen Versuchen derjenige Theil des Albumins, welcher durch directes Aufkochen gerinnbar ist, vollständig nieder, und die ganz unbedeutende Menge, welche gelöst bleibt, wird nur durch das im Laufe des Versuches entstandene Alkali zurückgehalten(24p.91).
-) Has (Quantum albuminöser Substanz, welches in einem solchen Evaporate nachweisbar ist, stellt
in gar keinem Verhältnisse zu denjenigen Albuminmengen, welche man im Serum nachweisen könnte, wenn man auch nur den 1000—sten Theil der hier verarbeiteten Quantität desselben direct analogen Reactionen unterwerfen wollte. Der Antheil coagulabler Substanz, welche hier nicht durch die Verdünnung ausgefällt worden ist, ist so minimal, dass nur 2 Annahmen möglich sind. Entweder man hat anzunehmen, dass das Albumin mit passender Ansäuerung und Verdünnung mit Wasser bis auf rückständige Spuren ausgefällt worden ist, oder, dass das Serum neben grossen Quantitäten durch Hitze coagula-blen und durch Wasser fällbaren Albumin’s minimale Mengen eines andern gleichfalls coagu-lablen, aber wirklich in Wasser löslichen Eiweisskörpers enthält. Offenbar ist die ei’ste Annahme