﻿378 IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN.
Es unterliegt keinem Zweifel, dass Eichwald alles im Serum enthaltene Protein, wie in den einzelnen Fällen die Niederschläge auch heissen mochten, bis auf geringe Spuren durch ein Verfahren ausgeschieden hatte, welches historisch nur für das Globulin bekannt war. nämlich durch Verdünnung mit Wasser und Ansäuern—ein Verfahren, welches mit den Alkaliverbindungen des Globulins eng verknüpft ist (.VA) 48—60 p. 132). Nach diesen von Eichwald angegebenen Tatsachen, nämlich, dass hei der Methode, das Globulin in grossen Quantitäten zu fällen, im Serum so viel Substanz zurückbleibt wie nach dem Kochen desselben, wurde es notwendig diesen Prote'inrest näher zu erforschen. Die Untersuchung dieses nach dem Kochen zurückgebliebenen Teils des Proteins hat auch wirklich in Übereinstimmung mit den Eigenschaften und der Gerinnungstemperatur der Alkaliverbindungen, bei Gegenwart oder bei Abwesenheit von Salzen, gezeigt, dass derselbe alle Eigenschaften gerade der Alkaliverbindungen besitzt und bei passender Behandlung eben solche Neutralisationsniederschläge ausscheidet wie das aus Globulin auf gewöhnliche Weise erhaltene Produkt, d. h. bei passender Behandlung zeigt es die Reaktionen des Globulins (AM 81—5 p. J07—116).
Zur besseren Veranschaulichung unseres Gedankens und grösseren Beweiskraft kann auf Gautier hingewiesen (30 p. 227) werden, der das schwerlöslichste Globulinpräparat—Fibrin—in „Albumin“ verwandelte, oder, richtiger gesagt, nach der Auflösung des Fibrins eine mit dem Serum identische Flüssigkeit erhielt. Gautier löste frisches Fibrin in 10°/o Kochsalzlösung auf; obgleich eine solche Lösung Eigenschaften besitzt, die dieselbe sowohl dem Serum (Falbumine) als der Milch (la caseïne) nahe stellen, gelang es Gautier dennoch, dieser Lösung durch Dialyse alle Eigenschaften des „Albumins“ (Serum) zu verleihen. Nachdem Gautier beinahe bis zur vollständigen Entfernung des Kochsalzes dialysirt hatte, konzentrirte er die Flüssigkeit im Vacuum bei 45° und beobachtete an derselben die Eigenschaften des „gewöhnlichen Albumins“ (?): so gerann die Flüssigkeit in der Wärme, unter der Einwirkung von Mineralsäuren, nicht aber von verdünnter Essigsäure: wurde von Metallsalzen gefällt * 1). Dieselbe gerann bei 63°: dabei wurde jedoch durch die Wärme nicht alles Protein ausgefällt; ein bedeutender Teil blieb in der Lösung und konnte durch molybdänsaures Ammonium ausgefällt werden! Die in der Lösung zurückgebliebene Substanz enthielt ziemlich viel Kalk und Magnesia 2). Wenn einerseits eines der schwerlöslichen Globulinpräparat—das Fibrin—nach der Entfernung des Salzüberschusses aus seiner Salzlösung in eine Substanz verwandelt wird, deren Lösung an das Serum erinnert, so hält andererseits das Serum, welchem auf gewöhnliche Art durch Kohlensäure. Essigsäure, oder mittels Dialyse das Globulin entzogen worden ist, noch ein Protein zurück, welches in Aronstein und Schmidt’s Arbeiten sogar die Benennung „aschenfreies Albumin“ (.VA' 48—CO p. 133) erhalten hat; ein
natürlicher, und das Gelöstbleiben von Albuminspuren leicht durch den Umstand zu erklären, dass durch die Verdünnung die lösende Kraft der Serumsalze nicht eigentlich aufgehoben, sondern nur ausserordentlich abgeschwächt werden kann (24 p. 93).
i) On la coucentre alors rapidement en séparant l’eau par la distillation dans le vide, à une température de 45 degrés environ, et l’on obtient une solution neutre qui jouit de la plupart des propriétés de l’albumine ordinaire. Elle se coa-
gule par la chaleur et les acides minéraux; elle est incoagulable par l’acide acétique étendu, elle
se coagule par le sublimé corrosif comme l'albumine (30 p.t228).
-) La substance précédente n’est pas la seule qui se forme par l’action du chlorure de sodium sur la fibrine. Si l’on élimine, en effet par la chaleur la substance précédente, il reste dans la liqueur u n e notable quantité d’une matière iucoagulable par la chaleur et l’acide acétique précipitable par le molybdate acide d’ammoniaque, et que l'on peut extraire en évaporant la liqueur à siccite dans le vide. Cette substance donne des c e n-d r e s riches en phosphate de chaux et de magnésie................ (30 p. 228).