﻿IDENTITÄT DEE NÀTÜRL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN.
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In der Folge kehrt Heynsius nochmals zu dieser Frage zurück (52 p. 554—5). Nachdem er die Dialyse mit Hilfe von Huizigna’s (A».V 75 —80 p. 243) Apparaten energischer bewerkstelligt hat. behauptet er aufs neue, dass Aronstein-Schmidt’s Präparat blos eine „salzarme“ Lösung einer Alkaliverbindung des Globulins sei, trotzdem sie neutral reagirt (52 p. 554). Nachdem Heynsius gefunden hatte, dass zur Neutralisation des Alkali in 100 cc. Ochsenblutserum ungefähr 40 cc. Vio Normalessigsäure und bei zweifach verdünntem Hülmereiweiss für dasselbe Quantum circa 22 cc. derselben Säure nötig sind, versetzte er 100 cc. des ersteren mit circa 32 und ebenso viel des letzteren mit 16—18 cc. Qio Normalsäuro, um die Alkaleszenz derselben herabzusetzen, und unterwarf sie danach der Dialyse unter öfterem Wasserwechsel, und zwar den ersten Tag stündlich 1 Liter, die übrigen Tage 12—18 Liter in 24 Stunden. Bei diesen Versuchen bemerkte Heynsius. dass in dem Maasse, wie der Aschengehalt sich verminderte, die Gerinnungstemperatur nicht stieg, sondern, umgekehrt, hei: die Proteinlösung, welche anfänglich beim Kochen nicht geronnen war, wurde beim Erhitzen immer trüber ') (.V.V 93—100 p. 350). Dies veran-lasste Heynsius zu der Aussage, dass das Alkali das sog. „salzfreie Albumin“ wirklich in Lösung erhält, sogar beim Erwärmen. Im allgemeinen erklärt Heynsius, dass in Aronstein-Schmidt’s Versuchen sich zuerst die Salze entfernen, dann das Alkali anfange auszutreten, und dass schliesslich eine unbedeutende Menge dieses letzteren zurückbleibe, welche nicht im Stande sei, das Protein, namentlich in der Wärme, in Lösung zu erhalten 2). Je länger die Dialyse gewährt hat, desto niedriger sei die Gerinnungstemperatur! Ebenso leicht würden diese Beobachtungen auch den Um-stand erklären, dass die Menge des sich bei der Dialyse ausscheidenden Globulins, immer grösser wird (ib. p. 557). Indem Heynsius auf die Unvollkommenheit von Schmidt’s Aschenanalysen hiweist, erklärt er zugleich, dass angesichts der unbedeutenden Menge der Substanz, welche Aronstein und Schmidt für ihre Aschenanalysen besassen. es leicht war, das Alkali aus dem Auge zu lassen (MV 48—60 p. 140—3)! Heynsius ging auf einem andern Wege der schliesslichen Lösung der Frage entgegen, nämlich: die obengenannten dialysirten Serum- und Eiweisspräparate, die beim Kochen sich trübten, hörten auf. sich zu trüben, wenn beim Kochen ein unbedeutende Menge eines Alkali zugesezt wurde. So gerannen sowohl das Serum als auch das Ei-weiss nach dem Zusatz von 0,4 cc. 1 i00o Normalätznatronlösung, d. h. circa 0,0000124 grm. Ätznatron auf je 1 cc., in der Hitze nicht, obgleich diese Quantität auf 25 cc. Asche bezogen als Na2C03—0,00052, als Na,SCL—0,00068 betragen würde. „Im Hinblick darauf darf es nicht wundern, wenn in der Asche auch keine wasserlöslichen Aschenbestandteile gefunden werden“, ruft Heynsius aus (52 p. 565)! Ein ähnliches Verhalten zeigten auch Säuren: so verhinderten 0,5—0,6 cc. Vjoo Normalsalzsäure auf 1 cc. der Versuchsflüssigkeit die Fällung in der Siedhitze (ib. p. 565)! Diese Beobachtungen leiteten Heynsius zu dem Schluss, dass, wenn eine proteïnhal-tige Flüssigkeit wirklich neutral, d. h. weder an Alkalien noch an Säuren gebunden ist, das Protein beim Kochen sich ausscheidet; auf Grund dessen meint er, dass
i) Zu gleicher Zeit bemerkte ich jedoch, dass je mehr der Gehalt an Asche sank, die Löslich-
keit des Albumins bei Erwärmung nicht zu-, sondern abnahm. Die Eiweisslösung, die anfangs beim Sieden vollkommen klar bleibt, fängt an beim Erwärmen immer mehr opalescent zu werden und endlich wird die Flüssigkeit beim Sieden so trübe, dass Aronstein und Schmidt nie an die Löslichkeit des Albumins bei der Siedehitze gedacht haben würden, wenn sie bei ihrer
ersten Dialyse solche Lösungen erhalten hätten (52 p. 556).
-) Sind die löslichen, neutralen Salze entfernt,—welcher Punkt schon bald erreicht wird,— so wird bei fortdauernder Dialyse immer mehr von dem langsamer dialysirenden Alkali entzogen werden, und zum Schluss so wenig Alkali übrig bleiben, dass es nicht meht ausreicht, um bei der Siedehitze sämmtliches Albumin in Lösung zu halten (52 p. 556).