﻿IDENTITÄT DER NATÜEL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN. 383
muss den genannten Basen gegeben werden, welche die Verbindungen auch charakte-risiren; aus diesem Grunde stellen die Präparate der protemhaltigen Flüssigkeiten im allgemeinen Globulate der genannten Basen mit dem von der Base bedingten Charakter (A°A» 81—85 p. 107—116) vor, von welcher vor allem die grössere oder geringere Löslichkeit der Verbindung abhängt.
Daraus erhellt, dass alles das. was von den Autoren Globuline, und das, was Albumine genannt wurde, seinem allgemeinen Charakter nach dieselben Verbindungen des Globulins mit Basen—Globulate—vorstellt! Der einzige Unterschied dieser Körper voneinander besteht erstens in der in die Verbindung getretenen Base, hängt zweitens, drittens u. s. w. von den verschiedenen chemischen Agentien ab, welche mit den schon vorhandenen Globulinverbindungen in chemische Verbindung mit einer Base treten. Für die Identität der ausgeschiedenen, jedoch durch keine starken chemischen Agentien veränderten Niederschläge, sei es auch nur mit dem. was jetzt salzfreies Albumin“ genannt wird, oder—was die Sachlage besser erklärt — mit dem „dialysirten Serum oder desgl. Eiweiss“, zeugen die Reaktionen der genannten, unter gleiche Bedingungen gebrachten Körper. Ausser der Tatsache, deren wir schon öfters erwähnten, dass die aus ihren natürlichen Lösungen durch Salze ausgeschiedenen ..Globuline“ der Autoren nach abermaligem Auflösen und Dialysiren Dialysate geben, welche allen an das ..salzfreie Albumin“ (AkV 48—60 p. 125 —127 in Anmerkung, AW 48—60 p. 144, 167—9) gestellten Forderungen genügen, nehmen wir noch ein schneidenderes und charakteristisches Beispiel, in welchem das ..typische Globulin" der Autoren dem neueren „typischen Albumin“ einander gegenübergestellt sind, wobei, bemerken wir, beide aus einer und derselben Flüssigkeit ausgeschieden wurden! 10-fach mit Wasser verdünntes Blutserum scheide nach genügend langer Durchleitung von Kohlensäure „Serumglobulin, Paraglobulin, fibrinopla-stische Substanz“, mit einem Worte „typisches Globulin“ aus. Andererseits gebe das filtrat nach mehr oder weniger langer Iiialyse nach vorangegangenem Ansäuern mit Essigsäure oder auch ohne Ansäuern „salzfreies typisches Albumin“. Man bringe diese beiden typischen \ ertreter der zwei zugelassenen Gruppen Proteinkörper in gleiche Bedingungen, und die vollständige Identität derselben wird keinen Zweifel aufkom-men lassen. So war Schmidt der erste, welcher beobachtete, dass das durch Kohlensäure aus lo-fach mit Masser verdünntem Blutserum ausgeschiedene „typische Pa-raglobulin " nach der Abtrennung von der Mutterlauge und zweitägigem Liegen an der Luit im feuchten Zustande sich in Wasser löste, wobei die Lösung alle Eigenschatten des Globulins aufwies, aber beim Kochen nicht gerann* 1)! Direkte Erklärungen dieser Erscheinung finden wir in den unmittelbaren Beobachtungen mancher Autoren. Heynsius behauptet, dass das Paraglobin eine alkalisch reagirende Asche hinterlasse, namentlich wenn es durch Kohlensäure ausgeschieden
l) Lasst man die frisch gefällte und abfiltrirte fibrinoplastische Substanz, welche ein schneeweis-ses breiiges Anselien hat, ein Paar Tage lose bedeckt (um das Eintrocknen zu verhüten) auf dem Filtrum liegen, so macht sie eine eigentlüim-liche Umwandlung durch. Sie verwandelt sich in eine durchscheinende,schwachgelbliche,klebrige, syrupöse Masse, welche in destillirtem Wasser ohne jeden Zusatz leicht löslich ist. Bei dieser
I mwandlung Inisst sie. soweit ich gesehen, keine einzige ihrer früheren Eigenschaften ein; die Lösung in destillirtem Wasser wirkt ungeschwächt tibrinoplastisch, durch Kohlensäure und verdünnte Essigsäure wird die Substanz gefällt, der Nie-Le Physiologiste. Vol. V.
derschlag ist in verdünnten Alkalien, im Ueber-scliuss der Säure und in Kochsalz löslich: die rein wässerige Lösung dieser umgewandelten Substanz bleibt beim Sieden klar, die durch Kohlensäure oder Essigsäure aus der gekochten Lösung gefällte Substanz ist unlöslich in neutralen Alkaliensalzen. Sammelt man die aus der Lösung in destillirtem Wasser durch Säure gefällte Substanz
auf einem schneeweiss
Filtrum,
und breiig,
so erscheint sie wieder
— ------o; ist wieder unlöslich in
Wasser und verändert sich bei längerem Stehen nochmals in der angegebenen Weise... (102 p. 432).
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