﻿384 IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBL EINLÖSUNGEN.
wurde, während es bei der Ausscheidung durch Essigsäure eine weniger starkalka-lisch-reagirende Asche liefere (51 p. 545). Bei Ssetschenoff finden wir unter anderm einen Hinweis darauf, dass das Paraglobulin „beim Ausfallen aus dem Serum stets eine gewisse, wenn auch unbedeutende Menge Alkali enthält“ (106 p. 85). Auch unsre eignen Beobachtungen haben uns mehr als einmal die Gegenwart eines Alkali in der Asche des „Paraglobins“ oder eines ihm ähnlichen Präparats gezeigt—wie wir auch schon erwähnten (.VA 48—60 p. 167). Nicht weniger leicht ist es, sowohl aus normalen als aus pathologischen Flüssigkeiten „Paraglobulinpräparate“ darzustellen, die dieselben Beaktionen geben wie Schmidt’s Präparat. Bei passender Verdünnung mit Wasser wird aus Hühnereiweiss, Blutserum, Bauchwassersucht- und Hydroceleflüssigkeit. sowie auch aus der Herzbeutelflüssigkeit u. dergl. nach mehr oder weniger langer Einwirkung von Kohlensäure ein Niederschlag erhalten, der wieder wasserlöslich wird, sobald wir ihn abtrennen und unter der Glocke der Luftpumpe über einem Ätzalkali von der Kohlensäure befreien. Beim Liegen an der Luft im feuchten Zustande wird ein gleiches beobachtet, doch geht der Prozess weit langsamer vor sich. Sowohl dort wie hier rötet der Niederschlag, der durch Kohlensäure frisch ausgeschieden wurde, den blauen Lakmus und entfärbt das rote Phenol-Phtalein, während nach der Entfernung der Kohlensäure der Niederschlag entweder eine neutrale oder eine alkalische Reaktion besitzt. Die Asche solcher Niederschläge reagirt sehr deutlich alkalisch. In dem Maasse, wie sich die Kohlensäure ausscheidet, verwandelt sich der trübe, undurchsichtige, flockige oder körnige weisse, Niederschlag in eine durchscheinende, geléeartige, dehnbare, farblose Masse, die sich leicht in destillirtem Wasser löst. Die erhaltene Lösung besitzt alle Eigenschaften des sog. „salzfreien Albumins“, wie es von Aronstein und Schmidt beschrieben wurde (AM 48—60 p. 134—144)! Offenbar stellen die auf dieselbe Weise wie das „Paraglobulin“ erhaltenen Niederschläge hauptsächlich eine basische Verbindung vor, welche ihrerseits mit der Kohlensäure in Verbindung getreten ist, z. B. nach dem Typus-Schema (M.V 86— 02 p. 256—8):
/xNaH.0
G<zC0.2
xNaHO
oder Gh yNa^COs, 'Gz C 0-2
weshalb dieselbe unter den gegebenen Bedingungen sich teilweise aus der Lösung ausscheidet. Man braucht diesen Niederschlag nur von dem Kohlensäureüberschuss zu befreien, um ihn in eine wasserlösliche Verbindung überzuführen. Wir haben schon genug darüber gesagt, warum unter denselben Bedingungen nicht sämtliches Globulin sich aus der Lösung ausscheiden kann (.VA 81—-85 p. 114).
Durch Fällung mit Essigsäme gelingt es nicht, oder doch nur sehr schwer solch ein lösliches Paraglobulin darzustellen. Bei Schmidt finden wir Angaben, wenn auch vereinzelte, über die Gewinnung des wasserlöslichen Globulins. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Entfernung der Essigsäure mittels der Luftpumpe schwer von statten geht, hauptsächlich aber auch noch darin, dass diese im Vergleich mit der Kohlensäure viel energischere Säure mit dem Salz des grösseren Teils der Basen des Globulats in Verbindung tritt. Jedenfalls muss man bei diesen Versuchen hinlänglich mit Wasser verdünnen und mit möglichst geringen Quantitäten verdünnter Essigsäure fällen.
Hier ist eine Erklärung am Platz, damit das. was wir über den erwähnten Übergang der Globulinniederschläge in den unlöslichen Zustand gesagt, nicht etwa zu einem Misverständnis Veranlassung gebe. Ein solcher Übergang bezieht sich auf die ausgewaschenen Niederschläge, wo, wie in Scherer’s Fall (M.Y 93 —ICO p. 359) mit dem