﻿388 IDENTITÄT DER NATÜRL. PROTEINFLÜSSIGKEITEN UND DER GLOBULINLÖSUNGEN.
sich in der Mutterlauge wieder auflöse, sobald die Kohlensäure durch einen Luftoder Sauerstoffstrom verdrängt wird (101 p. 437). Auf eben solche Weise werde das durch Alkohol-Äther ausgeschiedene Fibrinogen nach der Auflösung in einer ganz unbedeutenden Menge Natron durch Kohlensäure gefällt und löse sich bei der Verdrängung dieser durch Sauerstoff wieder auf (ib. p. 539). Nicht weniger interessante Angaben finden wir bei Kühne (69 p. 168). der Schmidt’s Spuren folgte. Auf dem Filter sogar mit kohlensäurehaltigem Wasser gewaschenes und in" Wasser suspendirtes Paraglobulin löse sich in demselben auf, nachdem die Kohlensäure durch Sauerstoff verdrängt worden ist. Die sehr schwach opalisirende Flüssigkeit werde durch Kohlensäure wieder gefällt; letztere fälle auch eine Alkalilösung." Die erhaltenen Lösungen würden durch die Wärme nicht gefällt.
Um ähnliche Niederschläge durch Einwirkung von Kohlensäure aus Milch zu erhalten, braucht man nicht Soxhlet’s (109 p. 120) Beispiel zu folgen, der das Casein mittels Kohlensäure fällte, nachdem er die Milch mit Essigsäure bis zum Moment der Ausscheidung des „Caseins“ angesäuert hatte. Besser ist folgendes Verfahren: frische Milch wird in kleinen Porzionen, nach Belieben tropfenweise oder in einem feinen Strahl, in Wasser, welches in der Kälte mit Kohlensäure gesättigt wurde, eingetragen. Der dabei sich bildende massige Niederschlag verhält sich nach der Verdrängung der Kohlensäure im allgemeinen wie das Paraglobulin. Durch diese Beobachtungen wird auch die Milch den durch Kohlensäure fällbaren proteinhaltigen Flüssigkeiten angereiht. Streng genommen, findet hier derselbe Prozess-Verdünnung mit Wasser und Einwirkung von Kohlensäure—wie z. B. im Serum u. dergl. statt (ALV 48—60 p. 126).
Wie wir schon erklärt haben, spielt in all diesen Fällen der Sauerstoff eine passive Bolle, und es kann von der Auflösung des Globulins in demselben nicht die Bede sein (JYW 93—100 p. 327). Heynsius’ Beobachtungen bestätigen unsere Ansicht in vollem Maasse. Derselbe fand, dass die durch Kohlensäure erzeugten Paraglobulinniederschläge nach der Verdrängung derselben nicht nur durch Sauerstoff sondern auch durch Wasserstoff' sich in Wasser lösten *) und die Eigenschaften einer Alkaliver-bindung des Globulins oder des „salzfreien Albumins“—Unfällbarkeit beim Kochen und durch Alkohol—zeigten. Dass die mit dem Globulin verbundenen Basen sich bei der Fällung und Auflösung von demselben nicht trennen, beweist der Umstand, dass eine Wiederholung des Durchleitens und Verdrängens der Kohlensäure dieselben Besultate liefert: bei Heynsius finden wir Angaben über eine dreimalige Fällung und Auflösung eines und desselben Präparats durch sukzessive Einleitung und Entfernung von Kohlensäure y). Diese durch neue Beobachtungen bestätigten Tatsachen lassen Heynsius mit Sicherheit behaupten, dass nach der Entfernung der Kohlensäure, welche das Paraglobulin ausgefällt hatte, letzteres auf kosten der in demselben vorhandenen Alkalien sich wieder auflöst * 2 3). Zugleich zeigten
0 Nachdem der Wasserstoff oder der Sauerstoff einige Zeit eingewirkt hatte, wurden die Flüssigkeiten filtrirt. Die Filtrate gerannen nicht hei Erhitzung und wurden durch absoluten Alkohol nicht gefallt, während — auch wenn das Filtrat wasserklar war — heim Durchleiten von Kohlensäure ein Niederschlag entstand (50 p. 17).
2)	....aber sogar nach dreimaliger Fällung
durch Kohlensäure und Auflösen in Sauerstoff konnte ich das durch Kohlensäure gebildete Prä-cipitat doch noch zum Theil mit Sauerstoff lösen (50 p. 16).
3)	Die Löslichkeit des Paraglobulins in 0 (wie einige Autoren z igaben—.VW 93—100 p. 327) ist
also keine Eigenthümlichkeit des Paraglobulins, sondern eine von Beimischungen abhängige Erscheinung, wie ich das schon früher wahrscheinlich gemacht habe...... Paraglobulin hinterlässt
demgemäss, so lang es noch in 0 und II löslich ist, beim Verbrennen Asche, die dem Wasser eine alkalische Reaction mittheilt. Wenn es längere Zeit ausgewaschen ist—was, wie jeder weiss. der die Versuche selbst angestellt hat, nicht immer einerlei gelingt—-hauptsächlich wenn es durch Essigsäure gefällt ist, so hinterlässt es beim Verbrennen freilich noch Spuren von Asche, diese ertheilt dem 'Wasser aber keine alkalische Reaction (51 p. 545).