﻿DAS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
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der bezeugen Magendie (56 p. 68), Denis (12 p. 90) *), sowie Denis-Benadant (17 p. 914) in seinem Briefe an Dumas im J. 1837 und in der Folge Bonnet auch in einem Briefe an Dumas vom J. 1846 (7 p. 361). Horne (37 p. 41). Lehmann (51p. 133) 2), Funke (21p. 199), Stricker (90 p. 592) und Ancell (1 p. 25) zugleich mit Lane (diese letzteren Forscher auch in Bezug auf die roten Blutkörperchen niederer Tierarten) die Löslichkeit nur des Farbstoffs der Blutkörperchen. Magendie bemerkte, dass durch Umschütteln die Extraction des Farbstoffs aus den Körperchen durch Wasser sehr beschleunigt wird (56 p. 68). Die Löslichkeit des Farbstoffs allein bestätigend, empfehlen Schultz (1838, 83 p. 655) und Schmidt, C. (1850, 80 p. 3). um die entfärbten Blutkörperchen besser beobachten zu können, dieselben mit Jodwasser zu behandeln. Letelier (1840, 53 p. 561) endlich beobachtete dasselbe Verhalten des Wassers zu den Blutkörperchen wie die obengenannten Autoren und sieht die Substanz der entfärbten Körperchen für „geronnenes Albumin“ an. Mandl (57 p. 198), welcher Auflösung des Blutfarbstoffs in Wasser beobachtet hatte, hält in diesem Falle den Rückstand des Blutkörperchens für den Kern und in chemischer Beziehung für Fibrin. Zugleich findet Nasse (66 p. 90), dass zur Entfernung des Farbstoffs 5 Teile Wasser auf 1 Teil Menschenblut genommen werden müssen, da bei einem geringeren Verhältniss des Wassers oder des Blutes der Farbstoff sich nicht aussclieide.
Interessante Thatsaehen finden wir bei Denis auch in Bezug auf die Chemie der Blutkörperchen. Indem er Doimé’s Versuche wiederholte (1838, 12 p. 90). fand er, dass der nach der Einwirkung von Wasser auf die Blutkörperchen von Säugetieren vom Filter gesammelte Niederschlag das Aussehen einer an Johannisbeeren-gelée erinnernden gallertartigen Masse hat, da der Bodensatz noch Ueberreste von Farbstoff enthält und bei 74° in denselben Zustand wie geronnenes Eiweiss übergeht. Der Bodensatz löst sich sowohl in Essigsäure als in der alkalinischen Lösung eines neutralen Salzes. Denis sieht die S u b s t a n z des S t r o m a im allgemeinen für unverändertes ungeronnenes Albumin—albumine globulaire (12 p. 92). d. h. für eine mit dem Seroglobin (s. p. n. 92 Le Phys. M 48) identische, in Natrimn-sulfat lösliche (12 p. 92) Substanz an. Diesen Thatsaehen gemäss lösen sich auch die aus defibrinirtem Blute mittels Durchpressen des Coagulums durch Leinwand erhaltenen Blutkörperchen durch Zusatz von concentrirten Lösungen neutraler Salze; es bilden sich gallertartige Massen, welche bei Wasserzusatz sich teilweise lösen (ib. p. 93). Nach einem andern Verfahren von Denis (1839, 13 p. 20 und 22), welches in Liebig’s Arbeiten (54 p. 883) sich uns in vervollkommneter Gestalt darbietet, wird zu dem vom Coagulum abfiltrirten Blute Salpeter im Ueberschuss zugesetzt: nach 12—14 Stunden (bis 24 Stunden, nach Denis) hat sich das Blut verdickt und ist gallertartig, in der Folge—schleimig geworden. Diese Masse wird auf; Leinwand gebracht, dann mit Wasser gewaschen, worauf fadenförmige Flocken erscheinen, die in Salpeter sich vollständig auflösen (ib.). Ihren Reactionen nach hält Dein$ sie für das Fibrin der Blutkörperchen und sieht keinen Unterschied zwischen diesen Flocken und dem aus Serum durch Wasser und Neutralisation mit einer Säure ausgeschiedenen Seroglobin (13 p. 20—23). Scherer’s (1843, 78 p. 82) Beobachtungen bestätigen vollkommen
*) Wir halten es für nicht überflüssig gleich hier zu bemerken dass Denis sich irrt (16 p. 8). wenn er behauptet, dass Berzelius vollständige Wasserlöslichkeit des Blutkörperchens zugab; wie im J. 1830 (5 p. 30), als er sich unter dem Einflüsse von Hewson’s, Joung’s, Home’s Ideen befand, so auch im J. 1840 (6 p. 72) als seine Vorstellungen von
dem Bau desselben auf Job, Müller’s Arbeiten beruhten, behauptet Berzelius gerade das Gegenteil.
!) Lehmann bestimmte sogar quantitativ die mittels Wasser entfärbten Körperchen und fand im gewöhnlichen venösen Blut 0,245°/o, im Blut der Leber einmal—l,98°/o, ein anderes Mal 2)43°/o (51 p. 137).