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1)AS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
sowohl Denis’ Beobachtungen und Schlüsse als auch unsre Auslegungen. Scherer erklärt unumwunden, dass die durch Einwirkung von Wasser auf die Blutkörperchen erhaltenen Niederschlage äusserst grosse Aehnlichkeit mit den durch Wasser und Säure hervorgebrachten, d. h. mit Seroglobin, haben 1). Etwas früher sprach Simon (1S3S, 87 p. 504), ohne irgend eine Erklärung zu geben, sich dahin aus, dass das Blutkörperchen nur aus Casein und Blutfarbstoff bestehe 3). Ungefähr um dieselbe Zeit liess Mulder (1839, 63 p. 70), Lecanu’s Versuche wiederholend, wie dieser das Blut unmittelbar in eine Natriumsulfatlösung einfliessen; dabei fand er. dass behufs vollkommenerer Abscheidung der Blutkörperchen auf je 1 Vol. Blut 3—4 Vol. der Salzlösung genommen werden müssen. Die Substanz der Hüllen der Blutkörperchen für die Quelle des Fibrins oder für eine besondere Prote'insubstanz ansehend, nennt Mulder dieselbe in der Folge (1844) „Globulin“ (65 p. 325). Um ein solches Globulin oder Casein zu erhalten, hat Simon (88 p. 258), um das Albumin zu coaguliren, das faserstofffreie Blut gekocht und zur Trockne eingedampft. Aus dem zu Pulver geriebenen Rückstände zieht er mit kochendem Aether das Fett aus und kocht dann einige Mal mit Alkohol 0,915 aus. Diese klare alkoholische Lösung setzt beim Erkalten reichlich rote Flocken von Globulin und Hae-matin ab. Um das Haematin zu entfernen, übergiesst er die Flocken mit Alkohol 0,845, dem etwa 6—8 Tropfen Schwefelsäure auf die Unze zugesetzt sind. Zur Abscheidung der Blutkörperchen bedient sich Berzelius (1840, 6 p. 72) schon de-ffbrinirten Blutes und vermischt dieses mit nicht weniger als 4 Vol. gesättigter Magnesiumsulfatlösung. Berzelius findet, dass jedenfalls je mehr Salzlösung genommen wird, desto glatter das Abfiltriren der Blutkörperchen von der Flüssigkeit vor sich geht. Auf diese Art gelang es sowohl Berzelius als Lecanu die Körperchen auf dem Filter zurückzuhalten. Dieser von Lecanu erdachten, von Berzelius abgeänderten Methode bediente sich Figuier (20 p. 503): das defibrinirte Blut wurde mit 2 Vol. Natriumsulfatlösung 16°—18° Baumé versetzt; dann wurden die Blutkörperchen abfiltrirt (ib.). vom Filter genommen und mit Wasser behandelt, Nach 12 Stunden erschien in der Flüssigkeit, die sich gefärbt hatte, ein Niederschlag, der nach sorgfältigem Waschen alle Eigenschaften des Blutfibrins aufwies (ib. p. 507). Im J. 1847 empfahl Schmidt, C. (79 p. 160), um die Blutkörperchen abzutrennen, das defibrinirte Blut mit 10 Vol. Kochsalzlösung vom spec. Gew. des Serums 1,050 zu vermischen, 12—18 Stunden in der Kälte stehen zu lassen und das Auswaschen etwa 10-mal, bis zum Verschwinden der Eiweisskörper (in den Waschwässern keine Reaction mehr) vorzunehmen. Später findet Schmidt (SO p. 3), dass die abgetrennten Blutkörperchen, nachdem sie dem Wasser ihren Farbstoff abgegeben haben, so stark anschwellen, dass es unmöglich sei. deren Umrisse zu unterscheiden. Doch nehmen die im Wasser angeschwollen Blutkörperchen, und nur diese, unter dem Einflüsse concentrirter Salzlösungen ihre anfäng-
0 „...in der unverdünnten Flüssigkeit vorher nicht bemerkbare Körnchen besteht, welche letztere gröstentheils in Fäden und Flocken vereinigt und die grösste Aehnlichkeit mit dem Niederschlage haben, den man erhält, wenn ganz klares, helles Blutserum mit einem Tropfen Essigsäure und dann mit vielem Wasser verdünnt wird“ (78 p. 82).
-) „Die Blutkörperchen bestehen nur aus Käsestoff und Blutroth“ (87 p. 564). Trotz Simon’s Versprechen in dem folgenden Hefte seine Be-
obachtungen mitzuteilen, habe ich weder in diesem noch in den weiteren irgend etwas auf die Blutkörperchen Bezügliches gefunden! Zieht man Simon’s Definition des Begriffs „Blutrot“ (p. n. Le Phys. V 41; 89 p. 302) in Betracht, so müsste man glauben, er habe mit dem Worte „Haematoglobulin“ wider seinen Willen das rote Blutkörperchen benannt, doch darf man nicht vergessen, dass Simon (ib. p. 321) das Blutkörperchen als aus Globulin, Casein, Hämatin, Membranen und einem Kern bestehend ansieht (ib.).