﻿DAS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
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liehe Form wieder an, d. h. platten sich ab. In demselben Jahre empfahl Po<--giale (1847, 70 p. 110) zur Abtrennung der Blutkörperchen des Blutes von Vögeln
(Hühnern, Tauben) Zuckerlösungen zu gebrauchen, da das Vogelblut mit 3__4 Vol.
Natriumsulfat vermischt nach einigen Stunden sich in durchsichtige Gallerte verwandle. Lehmann (1850, 51 p. 137; 1855, 52 p. 126) findet jedoch zwischen dem Fibrin und dem Rückstand der Blutkörperchen einen Unterschied: nachdem der Farbstoff extrahirt und die Rückstände gewaschen sind, haben sie sogar nach 24—48 Stunden in concentrirter Salpeterlösung sich nicht aufgelöst; in mit Salzsäure angesäuerten Wasser dagegen schwellen sie nicht nur an, sondern lösen sich auch auf. Im allgemeinen widersprechen diese von Lehmann angeführten Thatsachen Denis’ und Scherer’s Idee nicht, da es bekannt ist, dass auch das Seroglobin die Fähigkeit einbiisst, nach mehr oder weniger langer Einwirkung von Wasser in Salzen, besonders in concentrirten Lösungen (p. n. 101 Le Phys. JV» 48), sich aufzulösen.
Belegung der Substanz des Stroma mit dem Namen „Globulin“. Wenn bis zum Anfang der vierziger Jahre die Autoren, die Substanz des Stroma bald mit Fibrin, bald mit Albumin vergleichend, sich nicht die Mühe gegeben hatten, demselben irgend einen Namen zu geben, so wird der Leser nicht wenig erstaunt sein, schon in den vierziger Jahren dieser Substanz unter dem Namen „Globulin“ zu begegnen. So finden wir bei Mulder (1844, 65 p. 325) den Ausspruch, dass die Hüllen der Blutkörperchen aus einer Proteinsubstanz bestehen, welche deshalb Globulin genannt werde, während Simon sie für Casein halte *). Wenn dass ein einzelner Fall wäre, so würde er natürlich keine Bedeutung haben; es erweist sich jedech, dass auch andre Autoren von Mulder unabhängig—wenigstens berufen sie sich nicht auf ihn—denselben Ausdruck gebrauchen, so z. B. sowohl im J. 1850 als im J. 1851 Moleschott (58 p. 7; 59 p. 238), der sich dessen in demselben Sinne bedient ä). Noch weniger begreiflich sind Denis’ Erklärungen (1856, 14 p. 119 u. 121), der die Substanz des Stroma „s arc ine“ (sarkine?) nennen möchte, um aber die ‘Wissenschaft nicht mit Neologismen zu beschweren, die von den meisten Che m i-kern und Physiologen angenommene Benennung „G 1 o b u 1 i n“ beibehält 3). Ausser den genannten Autoren schlägt auch Virchow diesen Namen zur Bezeichnung der Substanz der Stromata vor, entzieht ihn aber der Substanz der Linse, für welche er nur die Benennung „Ivrystallin“ (1847, 92 p. 436) beibehalten möchte. Somit ist Virchow, soviel uns bekannt ist, der einzige Gelehrte, der in diesem Falle die Benennung „Globulin“ vor geschlagen hätte. Wenn man die Gründe betrachtet, welche Mulder, Moleschott und Denis, in der Folge auch Coinmaille (1866, 10 p. 119), zu der Behauptung veranlassten, dass die uns interes-sirende Substanz so heisst, so muss man gestehen, dass diesen Thatsachen ein Misverständniss oder, richtiger gesagt, ein Irrtum zu Grunde liegt, den einerseits die genannten Autoren, andererseits Berzelius zugelassen haben, wobei letzterer durch sein Ansehen den Namen „Globulin“ für die Protemsubstanz des Blutfarbstoffs (p. n. 77 Le Phys. M 41) festsetzte. Zugleich aber übersah Berzelius in einer
') „Im Blute kommt noch eine dritte Prote'in-verbindung vor, welche die Zellenmembrane der Blutkörperchen ausmacht. Sie wird deshalb Globulin genannt. Simon hält sie für Käsestoff“ (65 p. 325).
2) „Von grösserer Wichtigkeit für das Blut selbst ist schon aus dem Grunde das Globulin,
weil es die weissen Häutchen der Blutblässchen bildet“ (58 p. 7).
3) „Aussi avais-je pensé lui ôter son nom de globuline pour lui substituer celui de sarcine; mais j’ai craint d’abuser du néologisme que déjà n’encombre que trop la science, et j’ai continué à la désigner comme la plupart des physiologistes* (14 p. 121).
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