﻿t)AS GLOBÜLIN DER ROTHEN ßLÜTKORPERCHEN.
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der von ihm angewandten Darstellungsweisen des Chromoglobins den Irrtum, der die Veranlassung war. dass das bei den weiter unten zu beschreibenden Behandlungsmethoden der roten Blutkörperchen erhaltene Product auf zweierlei Weise gedeutet wurde. Um die Blutkörperchen abzutrennen, vermengten sowohl Berzelius als Denis defibri-nirtes venöses Menschenblut mit 2 Vol. 10%-iger Kochsalzlösung (14 p. 119). Dabei bemerkte Denis, dass die Blutkörperchen aufquellen, weich werden, Zusammenflüssen und nach Verlauf einiger Stunden oder sogar eines Tages eine zähe Masse bilden, welche durch Auswaschen mit Wasser (Decantation) ganz frei von Farbstoff und Salzen wird und danach ein Flechtwerk von Bändern und Fäden vorstellt. Unstreitig hatte Denis, der den Rückstand Globulin nannte, hier die Stromata der Blutkörperchen vor sich; dies ist um so wahrscheinlicher, als Berzelius auf dieselbe Weise das Globulin aus dem Blutfarbstoff erhielt. Grösserer Anschaulichkeit halber geben wir hier zum Vergleich die Darstellungsart des Globulins nach Denis's (14 p. 120—1) und nach Berzelius’ (6 p. 68) Angaben.
Das defibrinirte Blut vermischt man:
nach Berzelius	nach Denis
mit 4 Vol. gesättigter Natriumsulfatlösung (6 p. 72). sammelt die Blutkörperchen auf dem Filter (ib. p. 68) und behandelt sie mit Alkohol- Schwefelsäure; beim Kochen geht das Haematin (Haematosin, ib. p. 60) d. h. ein Teil des Blutfarbstoffs (ib. p. 71), in die Lösung über, während der andre, das eigentliche Globulin, sammt den ungelösten Gerüsten auf dem Filter bleibt (p. n. 77 Le Phys. .V 41).
Somit b e s a s s Berzelius bei sorgfältiger Ausführung des Versuchs ein Präparat, welches aus einem Gemenge von Stromasubstanz und Chromoglobin bestand; er hielt es aber nur für letzteres, d. h. für die Proteïnsubstanz des Blutfarbstoffs, infolgedessen er dasselbe Globulin (p. n. 77 Le Phys. .V 41) nannte, während einige Autoren, wie Mulder, Moleschott und Commaille, den Blutfarbstoff für Hämatosin, d. h. für Hämatoglobulin ansahen, den von Berzelius erhaltenen Rückstand selbstverständlich aber nur für die Substanz der Stromata ansehen mussten. Sie vergassen dabei, dass unter dem in Lösung übergehenden Hämatosin nicht Hämatoglobulin, sondern Hämatin in der jetzigen Bedeutung des Wortes, von Berzelius aber auch Hämatosin genannt, zu verstehen sei. Denis begriff unter diesem Namen das Hämatoglobulin *). Später, im J. 1869, wurde Panum auf die Umbestimmtheit des Ausdrucks Globulin ebenfalls aufmerksam, verfiel aber bei der Erklärung des von Berzelius begangenen Fehlers selbst in einen Irrtum ! Panum behauptet, Berzelius, hätte, ohne es zu wollen, einerseits, in histologischem Sinne, die farblose Grundlage des roten Blutkörperchens, andererseits das in neutralen Salzen unlösliche aber wasserlösliche Product, welches nach der Einwirkung
mit 2 Vol. 10%-iger Kochsalzlösung; es bildet sich eine zähe Masse, aus welcher bei der Behandlung mit Wasser das Hämatin (14 p. 121), welches den ungelösten Blutfarbstoff vorstellt, in die Lösung übergeht; letzterer gelangt aber un-zersetzt (Haematosin -f- Globulin = Blut-roth, nach Berzelius) in das Waschwasser, und nur die Gerüste bleiben zurück.
’) Dass Denis Berzelius’ Beobachtungen falsch beleuchtete, beweisen folgende Worte: „Héma-tocristalline. Quand on délayé dans huit fois son volume d’eau le liquide chargé de globules qu’on retire d’un caillot pressé dans un linge, on obtient une solution brun-rouge, trou-
ble, qui peu à peu s’éclaircit et devient transparente, malgré sa nuance foncée. Jetée sur un filtre, cette solution ne passe pas en entier. Le papier retient une matière qui y forme une couche assez épaisse, rosée, translucide, et d’une faible consistance. La spatule l’enlève aisément,