﻿DAS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
23
von verdünnter Schwefelsäure (!), Alkohol u. s. w. auf die Blutkörperchen (!) erhalten wird. Globulin benannt. Augenscheinlich hatte Panum selbst, von Berzelius’ Globulin keine klare Vorstellung 4). Wenn man diese Erklärung als Ausgangspunkt nimmt und das, was wir in den zwei ersten Kapiteln gesagt, in Betracht zieht, so versteht man leicht Mulder’s Ansicht, deren wir oben erwähnten, sowie auch Moleschott (59 p. 238), welcher erklärte, dass wenn die Hüllen der Blutkörperchen auch keine deutlichen Merkmale einer bestimmten Protemsubstanz an den Tag legen, dennoch, mit Beimengung von Blutfarbstoff (!), eine mit der Linsensubstanz identische Protemsubstanz aus den Blutkörperchen erhalten werden könne, infolgedessen, nach Moleschott’s Meinung, dieselbe ohne Unterschied Krystallin oder Globulin 2) genannt werden könne (59 p. 239).
Robin & Verdeil (1853. 74 p. 356) erklärten jedoch wenn auch nicht Mulder’s und Moleschott’s Irrtum, so doch die Sache an sich selbst ganz richtig, indem sie sagten, dass das Globulin in den Blutkörperchen den grössten und zugleich unlöslichen Teil ausmache, welcher Molekül für Molekül mit dem Blutfarbstoff 3) verbunden sei. Nichtsdestoweniger verstanden auch diese Autoren unter „Berzelius’ Globulin“ die Substanz der Gerüste (Stromata).
Ein Irrtum zog einen andern nach sich: sich auf Funke’s Angaben über die Krystalle des Blutes stützend, behauptet Denis (1859, 16 p. 10), Funke habe gemeint, „Berzelius’ Globulin“ sei krystallisirbar. Wir empfehlen die entsprechenden Stellen in Denis’ (16 p. 10) und Funke’s (22 p. 215) Arbeiten zu vergleichen4); der Irrtum ist offenbar.
Elle est due à la réunion d’une grande quantité de corpuscules solides que l'eau n’a pas attaqués. La solution privée de ces corpuscules qui y étaient en suspension, contient encore des particules très déliées échappées à l’action du filtre, particules du reste dont la présence ne modifie nullement les réactions des substances dissoutes que l'on reconnaît aisément pour de la globuline de Berzelius et de l’hématosine. La matière colorante ne s’oppose nullement aux manifestations des propriétés de cette globuline“ (16 p. 14—15)!
Es ist interessant hier zu erwähnen, dass Gautier (23 p. 1416) davor warnt, Denis’ „Globulin“ mit Berzelius’ „Globulin“ oder „Hämoglobin“ zu verwechseln: „Globuline de Denis (Mémoires sur le sang. Paris. 1859 p. 18)	....il ne faut pas
la confondre avec la globuline ou hématoglobuline de Berzelius, que Funke a démontré n’être qu’une matière albuminoïde impure dérivant de la substance protéique colorante du globule“ (!).... Wenn man das, was Denis auf S. 15 derselben von Gautier citirten Arbeit aussagt mit dem, was wir oben angeführt haben, vergleicht, so muss man sich nicht wenig über die Verwirrung der Begriffe und über die Unaufmerksamkeit den Worten des citirten Autors gegenüber wundern.
‘) „Besonders arg ist die Verwirrung bezüglich des „Globulins“. Schon Berzelius hat, ohne es zu wollen, die Bezeichnung Globulin in doppelter Bedeutung gebraucht, indem er theils, in histologischem Sinne, die farblose Grundsubstanz der Blutkörperchen so nannte, theils aber ein in neutralen Salzen unlösliches, in reinem Wasser lösliches Product, das er darstellte, indem er die Blutkörperchen mit verdünnter Schwefelsäure be-
handelte, und indem er nachher zur Entfernung des Blutfarbstoffes mit Alkohol extrahirte, als Globulin bezeichnete“ (68 p. 91).
2)	„So viel ist gewiss, dass die Hülle der Blutkörperchen nicht deutlich die Merkmale einer bestimmten Eiweissverbindung erkennen lässt, dass man aber aus den Blutkörperchen einen mit dem Blutfarbstoff verunreinigten eiweissartigen Stoff gewinnen kann, der nach allem, was jetzt vorliegt, mit demjenigen der Krystalllinse des Auges übereinstimmt. Deshalb wird dieser Körper auch ohne Unterschied bald Globulin, bald Krystallin genannt“ (58 p. 238—9). Offenbar ist hier Chromoglobin (p. n. 70 Le Phys.jYü41) für Globoglobulin angesehen worden.
3)	Elle (la globuline) forme la plus grande masse du globule sanguin. Elle constitue ainsi une masse insoluble dans le sérum, qui est unie molécule à molécule à la matière colorante du sang et à quelques graisses, sans qu'il y ait d’enveloppe vésiculaire, comme on le dit généralement, dans laquelle seraient renfermés ces derniers principes“ (74 p. 356).
4)	„Denis sagt: M. Funk (offenbar Funke) est venu à son tour modifier encore plus profondément les résultats obtenus par Berzelius en démontrant que la g 1 o b u 1 i n e de cet illustre chimiste était c r y s t a 11 i sable“
(16 p. 10).
Funke hatte geschrieben: (22 p. 215). „Ich glaube, dass die von mir beschriebenen Krystalle aus dem eiweissartigen Inhalt der Blutzellen in Verbindung mit H a e m a tin bestehen“, was volkommen Berzelius’ BIut-roth, d. h. Plaematin + Globulin entspricht.