﻿DAS OLOBULTN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN
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sermaassen seine Untersuchungen in dieser Richtung und sprach sich schon ganz deutlich und den Thatsachen gemäss dahin aus. dass die aus einem Gemenge von defibrinirtem Blute und Salzlösungen auf dem Filter gesammelten Blutkörperchen nach dem Uebergange des Blutfarbstoffs in die Waschwässer einen farblosen Rückstand bilden, welcher salzlösliches Globulin vorstellt; wurden die Blutkörperchen dagegen nach unmittelbarer Behandlung des defibrinirten Blutes mit Wasser auf dem Filter gesammelt, so erhielt man infolge der lange andauernden Einwirkung von Wasser unlösliche Rückstände (16p. 16—7). Dieser Umstand erklärt, Denis’ Meinung nach, die Ansicht, das Stroma des Blutkörperchens bestehe aus Fibrin (ib.p. 24), derjenigen Autoren, welche das veränderte Globoglobin für Fibrin ansahen. Auf dieselbe Weise, d. h. durch Behandlung der abgestandenen Blutkörperchen mit einer Kochsalzlösung 1:6 Yol. Wasser (16p. 19—22) erhielt Denis Globoglobin auch aus Vogelblut. Das Globulin der Blutkörperchen der Vögel scheint sich leichter aufzulösen als dasjenige der Blutkörperchen des Menschen, da in letzterem Falle in Salzen unlösliche Teilchen Zurückbleiben (ib. p. 13). Im J. 1862 sanctionnirte auch A. Schmidt (81 p. 436) in seinen Arbeiten gleichsam die von Denis gegebene Benennung „Globulin“, indem er sagt, dass aus dem defibrinirten Blute des Meerschweinchens, wie auch aus jedem andern, Wasser Körnchen niederschlägt, welche sich ebenso wie das Globulin des Serums *), (die fibrinoplastische Substanz) verhalten. Im äussersten Falle kann zugegeben werden, dass Schmidt’s Niederschlag auch eine unbedeutende Menge Seroglobin (p. n. 103 Le Phys. .V 48) enthielt; doch waren es unstreitig die Gerüste der Blutkörperchen, welche den Hauptteil des durch Wasser erzeugten Niederschlags bildeten, um so mehr als 2 Jahre später Schmidt behauptete, dass eine dem Berzelius’schen Globulin (82 p. 3) vollkommen analoge Substanz in den Blut-. Milch-, Lymph-, Eiter-. Speichel- und Bindegewebskörperchen enthalten sei. Wenn Hoppe-Seyler im J. 1864 infolge seiner Unkenntniss der einschlägigen Literatur einen ziemlich groben Fehler machte, indem er nach dem, was schon bekannt war, annahm, dass die Blutkörperchen des Menschen- und Hundeblutes fast ausschliesslich aus Hämoglobin (34 p. 233) bestehen2), so verbesserte er denselben schon in den folgenden Jahren (1865 und 1867). Dcfibri-nirtes Blut scheidet nach der Vermengung mit 10 Vol. einer Mischung aus 1 Fol. gesättigter Kochsalzlösung mit 9 Vol. Wasser Blutkörperchen aus, die man mit neuen Portionen derselben Lösung wäscht und dann ganz abtrennt. Hoppe-Seyler (35 p. 305) empfiehlt, sich auch Pferdeblutes zu bedienen, da es seine Blutkörperchen in der Kälte leicht ausscheide. Bei der Behandlung von Blut mit einem Salze beobachtete er. dass die Ausscheidung der Blutkörperchen aus Ochsen-, Schaf-und Schweineblut langsam, aus dem Blute von Menschen, Hunden, Ratten u. s. w. schneller und aus Vogel- und Amphibienblut (36 p. 172) sehr schnell von statten geht. Im allgemeinen geht die Ausfällung der Blutkörperchen desto leichter vor sich, je niedriger die Temperatur ist. Hoppe-Seyler rät jedoch, nicht mehr als 3 Waschungen vorzunehmen, da die Blutkörperchen sich sonst verändern. Er macht unter anderem die Bemerkung, dass Ammoniumsalze zur Abtrennung der Blutkörperchen wenig taugen; Natriumphosphat dagegen erhalte dieselben unverändert
f) „...aus der gefärbten Flüssigkeit setzt sieh eiu reichlicher weissei’, körniger Niederschlag ab, der sich durchaus wie die aus dem Blutserum dargestellte fibrinoplastische Substanz verhält“ (81 p. 436).
-) „Dieser Körper (Haemoglobin), macht bis auf Spuren anderer Stoffe den einzigen Bestandtheil der rothen Blutkörperchen bei Menschen und
Hunden aus, während bei Vögeln und mehreren Säugethieren in den rothen Blutkörperchen noch wesentliche Quantitäten von Albuminstoffen gefunden werden“ (34 p. 233). In einer dem Studium des Blutfarbstoffs gewidmeten Schrift is: das keine zufällige Bemerkung, kein zufällige’ Irrtum!