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DAS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
(ib.). Nach der Abtrennung werden die Blutkörperchen mit Wasser oder gleichzeitig mit Wasser und Aether behandelt.
Ehe wir über Hoppe-Seyler’s Behandlungsmethode der Blutkörperchen mit Aether und Wasser sprechen, wollen wir in einigen Worten die Geschichte der Anwendung von Aether zur Zerstörung dieser Körper darlegen. Wie wir bereits erwähnten (p. n. 82 Le Phys. V 41), hatte Gerlach (25 p. 43) im J. 1848 gefunden, dass unter dem Einfluss von Aether die Blutkörperchen ihre Farbe leicht der sie umgebenden Flüssigkeit abgeben. Nach Gerlach kamen Weber (94 p. 12) und Wittich (95 p. 11). Sie bemerkten, dass unter der Einwirkung von Aether das Blutkörperchen eigentlich nicht zerstört wird und nur der Farbstoff dasselbe verlässt, ohne dass es irgend welche Veränderungen erfahre, etwa zerreisse. Wittich gebrauchte Aether, um Blutfarbstoff in verhältnismässig bedeutenden Mengen darzustellen. Zu dem Zwecke wurde zu defibrinirtem Blut Aether in Ueberschuss zugegeben und das Gemenge umgeschüttelt; nach ruhigem Stehen schwamm an der Oberfläche der Flüssigkeit eine farblose gallertartige Schicht auf, unter welcher sich eine stark gefärbte Flüssigkeit befand. Zu Hoppe-Seyler’s Methode übergehend (35 p. 305), sehen wir, dass er rät die, wie oben beschrieben, mit dem Salze ausgewaschenen Blutkörperchen entweder einfach mit Wasser oder mit Wasser und Aether zu behandeln. In beiden Fällen wird ein farbloser Rückstand erhalten. „Der so erhaltene Körper stimmt mit dem Globulin (der fibrinoplastischen Substanz) in allen Eigenschaften überein“. Derselbe löst sich nicht in Wasser, wohl aber in Salzen und J%'i&er Salzsäure1). Schon damals sagte Kühne (44 p. 192) aus, dass es wol kein andres Gewebe giebt, welches an Globulin so reich wäre wie das Blutkörperchen, und empfiehlt seinerseits das soeben beschriebene Waschen mit Kochsalz als das beste Mittel, die Blutkörperchen abzutrennen.
Nach Hoppe-Seyler’s und Denis’ Vorgehen, trug van der Horst, Heynsius’ Worten nach (32 p. 2), bei der Darstellung einer Salzlösung der roten Blutkörperchen die erhaltene Lösung in Wasser ein; dabei beobachtete er Ausscheidung von Globulin in Gestalt von Flocken, die zu Boden fielen, während der Farbstoff sich in der Flüssigkeit verteilte. Der Niederschlag—das Globulin—ist in 10°/o-iger Chlornatriumlösung, in Chlorwasserstoff l°/00 und in verdünnten Säuren überhaupt löslich; durch längere Einwi kung von Wasser oder concentrirten Salzlösungen wird er unlöslich. Diese Reactionen, vor allem die Fällung durch Wasser (augenscheinlich, der äusseren Form nach zu urteilen, bei tropfenweiser Einführung der Lösung in Wasser), veranlassten v. d. Horst (ib. p. 5) zwischen den Eigenschaften der Stromasubstanz und denjenigen des Myosins (s. Kap. VII über das Globulin der Muskeln) eine Parallele zu ziehen.
Um diese Zeit fand auch Panum in der Protei'nsubstanz der Gerüste alle Eigenschaften des Caseins des Serums, d. h. des Seroglobins, und schlug vor, dieselbe „Blutkörperchencasein zu ne n n e n“ (68 p. 91).
Zu derselben Zeit erhielt auch Heynsius Präparate aus defibrinirtem Blute, einmal indem er es einfach mit 100 Vol. Wasser verdünnte, ein anderes—indem er nach der Verdünnung mit Wasser die Flüssigkeit mit einem Kohlensäurestrom fällte. In beiden Fällen erhielt er Niederschläge in grösseren Quantitäten als nach analoger Behandlung gleicher Mengen reinen, difibrinirten Blutes und Serums, wie
*) „Lebergiesst man diesen Niederschlag mit durch Filtration getrennt werden kann. Der so "VA asser, ohne viel umzurühren, so löst sich das erhaltene Körper stimmt mit der fibrinoplastischen Haemoglobin, und eine gallertige Gerinnung bleibt Substanz in allen Eigenschaften überein“ (35 ungelöst, welche durch Schütteln mit AVasser und p. 305).
Aether besser ausgefällt wird und dann leicht