﻿DAS GLOBULTN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
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oben erwähnt. Endlich meint Heynsius, dass die Niederschläge durchaus ein Gemenge von Globoglobin und Seroglobin waren, stellt aber auch die Möglichkeit der Gegenwart von Chromoglobin (32 p. 80—34) nicht in Abrede. Al. Schmidt (82-a p. 498) bestätigt Heynsius’ Angaben, dass bei der Einwirkung von Kohlensäure auf defi-brinirtes Blut mehr Substanz erhalten wird als in dem Falle, wenn reines Serum genommen wird. Daselbst empfiehlt Schmidt behufs Darstellung serumfreier Blutkörperchen, das Coagulum von Pferdeblut durchzupressen und die ausgeschiedene Flüssigkeit abstehen zu lassen. Nach der Abtrennung der Blutkügelchen behandelt Schmidt dieselben mit 15—20 Yol. Wasser auf 1 Yol. der Kügelchen. Da die Blutkörperchen in Wasser aufquellen, können sie beim Filtriren durch den Filter hindurchschlüpfen. Erwähnen wir hier noch einer sehr groben Methode, die aber, wie es sich erweist, in Al. Schmidt’s Laboratorium in Dorpat häufig angewandt wird. Sich auf Semmer (86 p. 17 u. 52) und Nauck (67 p. 45), die in Dorpat arbeiteten, und auf Bergergrün (4-a p. 38). welcher behauptet, dass die Stromata der Blutkörperchen Wasserstoffhyperoxyd zersetzen, berufend, rät Schwarz (84 p. 9). zur Darstellung der Blutkörperchengerüste am besten sich des Coagulums von Ochsenblut zu bedienen. Das Coagulum wird ausgepresst uud das ausgeschiedene Blut mit 10 Yol. mit Kohlensäure gesättigten Wassers versetzt. Der unmittelbar oder nach dem Centrifugiren erhaltene Niederschlag wird für die Stromata angesehen! Es konnten hier aber nicht nur die Gerüste sondern auch Seroglobin und sogar Chromoglobin sich absetzen! Um dieselbe Zeit fand Arloing (3 p. 1257) bei der Behandlung isolirter roter Blutkörperchen mit Weingeist 45°, dass diese Körperchen aufquellen, grösser werden und dabei ihre Färbung verlieren; dies findet auch in Gegenwart von blossem Wasser statt (ib. p. 1258). Ferner findet Landois (45 p. 419), dass die Abscheidung des Hämoglobins in Gegenwart von Kohlensäure ziemlich glatt von statten geht; auch die Blutkörperchen von venösem Blute geben ihren Farbstoff leicht ab, wie auch in dem Falle, wenn die Blutkörperchen eines Tieres in das Serum eines anderen geraten. Nach der Entfernung des Farbstoffs kleben die Stromata an einander und bilden, wenn die Flüssigkeit in Bewegung gerät, Fäden, was Landois veranlasste, dieselben zum Unterschied vom Fibrin des Plasma oder Plasmafibrin, wie er es nennt, Stromafibrin zu nennen. Hammarsten (29 p. 26) dagegen, findet dass die Stromata eine mittlere Löslichkeit zwischen dem Fibrinogen und dem Fibrin besitzen.
Alle oben beschriebenen Abtrennungsmethoden der Blutkörperchen besitzen einen gemeinsamen Mangel, nämlich den verhältnissmässig grossen Zeitaufwand, den das Abstehen der Blutkörperchen nach sich zieht; andererseits kann mehr als dreimal wiederholtes Waschen mit der Salzlösung, wie Hoppe-Seyler (p. n. 25 Le Phys. A 61) gezeigt, zu wesentlichen Veränderungen des Blutkörperchens führen. Ganz natürlich erschien der Wunsch, die Zeit der Abtrennung, des Abstehens der Blutkörperchen zu verkürzen. Diesem Wunsche kam Babo’s Idee entgegen, die in der Flüssigkeit suspen-dirten Teile des Niederschlags mit Hilfe der Centrifugalkraft abzutrennen. Zu dem Zwecke baute er (4 p. 301) einen Apparat, welcher in etwas veränderter Gestalt in einigen physiologischen Laboratorien Eingang fand. Soviel mir bekannt ist, war A. Danilewski der erste, der sich zur Abtrennung der Blutkörperchen einer Centrifuge bediente (1865, 11 p. 440). In Danilewski’s Maschine konnte die Scheibe, auf welcher sich das Gefäss mit dem zu untersuchenden Blute befand, 25—35 Drehungen in der Sekunde machen, und */a—1-stündliches Rotiren genügte, um z. B. defi-brinirtes Blut von den Blutkörperchen zu befreien oder, richtiger gesagt, dieselben an den Boden des Gefässes zu schleudern, welches seiner Länge nach radial auf der rotirenden Scheibe angebracht war. Bei längerem Centrifugiren, 2—21/2 Stunden lang, von Blut, welches aus den Blutgefässen unmittelbar in Natriumsulfat ein-