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DAS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
geflossen ist, „setzen sich die Blutscheiben so fest an den Boden des Glasgefässes, dass man letzteres nach Entfernung des Plasma nicht nur umkehren und schütteln sondern die rote Masse auch nur mit Mühe mit einem Glasstäbchen zerteilen kann“. Hoppe-Seyler (36 p. 171) glaubt aber, die Anwendung der Centrifuge könne bei der Abtrennung der roten Blutkörperchen keine besonders wichtige Rolle spielen, da die Hauptsache darin bestehe die Blutkörperchen abzuwaschen, ohne deren chemische Structur zu verändern. Dennoch kamen Centrifugen in Aufnahme, und erbaute Ludwig eine solche mit einem Gasmotor versehene Maschine für sein leipziger Laboratorium. In dieser Maschine sind die Blechgelässe, welche den das zu untersuchende Blut enthaltenden Glasröhren als Behälter dienen, aut horizontalen Achsen befestigt und nehmen im Ruhezustände die vertikale, beim Contrifugiren die horizontale Lage ein, wodurch rasche und vollständige Abtrennung der Blutkörperchen erzielt wird. Dieses Apparats bedienten sich Pribram (1872, 71 p. 63) und nach ihm auch andere Schüler Ludwig’s. Um diese Zeit benutzten einen solchen Apparat, Gautier’s (24 p. 488) Worten nach, auch Solet & Daremberg zu rascherer Abtrennung der Blutkörperchen. Auch Wooldridge (1881, 06 p. 387) bediente sich zu diesem Zwecke einer Centrifuge, nahm aber defibrinirtes und mit mehreren Vol. 2%-igor Chlornatriumlösung verdünntes Blut. Nach der Abtrennung wurden die Blutkörperchen behufs vollständiger Abtrennung der Leukocyten mit 5—6 Vol. mit Aether versetzten Wassers behandelt, dann wurde die Flüssigkeit auts neue solange centrifugirt, bis auf den Boden des Gefässes Flocken J) ausfielen. Nach der Entfernung letzterer, versetzte man die ganz klare Flüssigkeit mit einer verdünnten Säure oder, damit das Hämatoglobin sich nicht zersetze, anstatt einer solchen, mit l°/0-iger Lösung sauren schwefelsauren Natrons, wonach die Stromata sich zusammenballten. Abgesehen davon, dass Wooldridge’s Verfahren die Möglichkeit einer Zersetzung des Hämatoglobins nicht ausschliesst, ist die Anwendbarkeit dieser Methode auch noch in der Hinsicht eine fragliche, dass nach längerem Centrifugiren nach der Einwirkung von Wasser auf die Blutkörperchen unstreitig auch Stromata sich niederschlugen, da das Centrifugiren wieder vorgenommen und fortgesetzt wurde bis zur vollständigen Entfernung der Niederschläge, welche Wooldridge ohne besonders gewichtige Gründe ausschliesslich für Leukocyten hält. Nach Schmidt’s (Al.) Angaben darf aber angenommen werden, dass die Leukocyten sich viel später als die roten Blutkörperchen niederschlagen. In der Folge meinte Wooldridge (1883, 97 p. 390) nicht nur sondern behauptete auch, dass aus peptoriisirtem Blute nach 6-stündigem Centrifugiren schon alle roten Blutkörperchen, aber bei weitem nicht alle weissen sich entfernt haben 2). Zieht man in Betracht, dass Wooldridge, um rote Blutkörperchen zu erhalten, defibrinirtes Blut mit einigen Vol. 2%-iger Kochsalzlösung vermengte und auf die Centrifuge brachte, dass der rote Niederschlag nach dieser Behandlung noch mehrmals mit neuen Portionen desselben Salzes 3) centrifugirt
‘) „Hiernach kommt sie von Neuem auf die Centrifuge, um die Leukocyten, die wenig verändert in der Flüssigkeit schwimmen, abzuscheiden; um ihrer Entfernung sicher zu sein, muss dass Centrifugiren so lange fortgesetzt und wiederholt werden, als noch weisse Flöckchen auf dem Boden des Cylinders erscheinen. Zu der nun erst vollkommen klaren Flüssigkeit setzt man eine einprocentige Lösung von saurem schwefelsaurem Natron tropfenweise hinzu. Ist die genügende Menge des Salzes eingebracht, so trübt sich die klare Flüssigkeit bis zu einem ähnlichem Grade, wie unverändertes Blut. Alsbald aber hallen sich die
ausgefällten Stromata und senken sich zu Boden“ (96 p. 388).
-) „Gleich nach der Verblutung kommt das Blut auf die Centrifuge, um am ersten Tag etwa sechs Stunden darauf zu verweilen. Dieses genügt, um alle rothen Körperchen, aber durchaus nicht, um alle weissen zu entfernen“ (97 p. 390).
3) „Frisches geschlagenes Blut wird mit dem Mehrfachen seines Volumens von 2-procentiger Kochsalzlösung versetzt und centrifugirt; der nach dieser ersten Behandlung verbleibende rothe Bodensatz wird noch mehrmals mit Kochsalzlösung auf der Centrifuge ausgewaschen, bis das anhaftende Serum entfernt ist“ (96 p. 38S),