﻿PAS GLOBULIN DER ROTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
wurde, so darf man wohl annehmen, dass entweder alle Leukocyten entfernt waren oder nur eine sehr geringe Menge davon in dem aus roten Blutkörperchen bestehenden Bodensätze enthalten war, welche mittels Wasser in eine Hämatoglobinlösuim mit in derselben suspendirten Stromata übergeführt wurde. Selbstverständlich scheiden sich bei dem Centrifugiren dieser Lösung bis zur völligen Ausscheidung der Flocken zugleich mit diesen auch die Stromata ab. Nach dem Abfiltriren wurden letztere mit destillirtem Wasser gewaschen (96 p. 388). Diese Operation muss sehr rasch bewerkstelligt werden, da sonst, bei längerem Waschen, ein in 2%-iger Chlorwasserstoffsäure schwer oder garnicht lösliches Präparat erhalten wird? während ein richtig bereitetes im frischen Zustande sich in Säure von solcher Concentration leicht löst (ih. p. 389) und nach dem Waschen mit ätherhaltigem Wasser sogar in Kochsalz löslich wird (ib. p. 390). Im allgemeinen gesagt, je kürzere Zeit die Einwirkung von Wasser gedauert hat, desto leichter ist" es, das Seroglobin mittels 5%-iger Chlornatriumlösung zu entfernen. Nach der Altscheidung des Seroglobins bleibt ein Teil zurück, der nur in 2%-iger Salzsäure und in verdünnten Alkalien löslich ist und den der Autor für Plosz’s Nucleoalbumin (ib. p. 391) ansieht. Bestimmtere Angaben über diese Substanz kann Wooldridge nicht geben, da er nur eine ganz unbedeutende Menge davon erhalten hatte, obgleich zur Untersuchung grosse Quantitäten Stromata genommen wurden (ib. p. 392). Das in Wooldridge’s Arbeit Dargelegte stimmt im ganzen mit den Angaben andrer Autoren überein; trotz seiner Versicherung, er sei der erste gewesen, der Stromata in grösserer Menge und Reinheit erhalten hätte, was schon zur Genüge beweist, dass ihm die Arbeiten seiner Vorgänger Q unbekannt waren, fragt man sich, ob nicht Zersetzung des Hämoglobins und Fällung von Seroglobin (durch Einwirkung von Säuren und ätherhaltigem Wasser sowohl als auch von einem sauren Salz) stattgefunden hatten. Andererseits zeugt seine Voraussetzung von dem Vorhandensein eines zweifelhaften Körpers in einem kaum wahrnehmbaren, ungelöst gebliebenen Rückstände für eine ungenügende Bekannscliaft mit den Eigenschaften der Globuline im allgemeinen und der Stromaglobuline im besonderen. Wooldridge bediente sich aus unbekannten Gründen nur 5%-iger Kochsalzlösung, während seine Vorgänger und überhaupt alle, die das Globulin studirt haben, Kochsalzlösungen verschiedener Coneen-trationen benutzten; dies ist um so befremdlicher, als Wooldridge selbst findet, dass in dieser Lösung die in 5%-iger Kochsalzlösung unlöslichen Niederschläge am wenigsten aufquellen (96 p. 391). Wooldridge machte keinen Versuch letztere in con-centrirteren Chlornatriumlösungen aufzulösen, behauptet aller, dass die Stromasubstanz um so weniger löslich ist, je länger sie unter Wasser gelegen hat (ib. p. 389—91). Demgemäss ist es vor allem ganz am Platze anzunehmen, dass dieser doch auch nur in 5%-iger Kochsalzlösung unlösliche Teil der Stromasubstanz seine Unlöslichkeit infolge der beschriebenen Behandlung und der geringen Concentration der zur Auflösung genommenen Salzlösung erworben hatte. Schliesslich war, nach Wooldridge's eigenen Worten, besagte Substanz in so geringer Menge vorhanden, dass der aus dem Studium der Geschichte des Stroma der Blutkörperchen folgende Satz, nämlich dass die Stromasubstanz ihrer chemischen Natur nach Globulin vorstellt, eine gewisse Bedeutung erwirbt. Dafür zeugt hauptsächlich auch Wooldridge’s Arbeit. Die Stromata „Paraglobulin“ nennend (ib. p. 391), identificirt Wooldridge deren Substanz mit dem Globulin des Serums, indem er in derselben gemeinsame Eigenschaften mit dem Seroglobin findet.
') ......es würde gewiss bei der grossen
Theilnalime, welche die physiologischen Chemiker der Blutscheibe gewidmet, ihr Stroma im weiteren Bmfange als bisher Gegenstand der Cnter-
suchung gewesen sein, wenn sich dasselbe rein und in grösseren Mengen hätte darstellen lassen. Riese Aufgabe glaube ich jetzt gelöst zu haben“ (90 p. 388).