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DAS GLOBULIN DER BOTHEN BLUTKÖRPERCHEN.
Schweiger-Seidel’s & Schmidt’s (p. n. IG Le Phys. Nt 61) sowie Semmer’s (86 p. 17 u. 52) Beobachtungen benutzend, nach welcher die roten Blutkörperchen, die kernhaltigen sowohl als die kernlosen, hei der Einwirkung von Wasser bei Gegenwart von Kohlensäure zwar den Farbstoff abgehen, aber nicht aufquellen, wie es bei der Einwirkung von Wasser allein der Fall ist, behandelte Nauck (67 p. 45), im Gegensatz zu den ersten Beobachtern, die eher mikroscopische Zwecke im Auge hatten, auf dieselbe Weise die Blutkörperchen von Ochsen- und Pferdeblut zu chemischen Zwecken. Die abgestandenen Blutkörperchen von Pferdeblut und die abgepressten von Ochsenblut wurden auf der Centrifuge mit kohlensäurehaltigem Wasser behandelt. Dabei fiel die farblose Stromaschicht zu Boden. Doch kann, nach Nauck’s eignem Geständniss, nicht behauptet werden, dass bei diesem Verfahren nicht auch das Seroglobin desjenigen Teils des Serums oder des Plasma auslallen konnte, welcher mit den roten Blutkörperchen bei ihrem Austreten aus der Mutterlauge mitgerissen worden war (ib. p. 46). Ebenso wenig kann abgeleugnet werden, dass das Hämoglobin durch Einwirkung der Kohlensäure sich zersetzen und dessen Zer-setzungsproduct, das Chromoglobin, sich mit dem, was Nauck Stromata nennt, verbinden konnte (vergl. p. n. 87—8 Le Phys. A 41).
Wooldridge’s allgemeine Methode benutzend, schieden Halliburton & Friend (1889, 28 p. 534) die roten Blutkörperchen ebenfalls mit Hilfe der Centrifuge aus, doch schon aus defibrinirtem, mit ‘/2%-iger Kochsalzlösung versetztem Blut. Nach der Abscheidung der Blutkörperchen wurde das Hämoglobin aus denselben mit ätherhaltigem Wasser extrahirt (ib. p. 534). Zur vollständigen Entfernung der Hämoglobinreste wusch man die auf dem Filter befindlichen Stromata mit Wasser, welches Spuren von saurem Natriumsulfat enthielt. Die Autoren machen die Bemerkung. dass die Gerüste leicht in 2%0-iger Salzsäure sich lösten, wenn die Operation nicht lange gedauert hatte, (ib. p. 535). Sie lösten sich bis auf einen geringen Rest in halbgesättigter Natriumsulfatlösung und 5%-igen Lösungen von Magnesiumsulfat und Chlornatrium, wobei die erhaltenen Lösungen die Eigenschaften von Globulinlösungen besassen (ib. p. 538 u. folg.).
Gewinnung aschenfreien Globoglobins. Wir stellten unsre Untersuchungen an den Stromata der Blutkörperchen von Hunden. Ochsen, Kälbern, Schweinen, Pferden und Vögeln (Hühnern und Gänsen) an. Zur Abscheidung der Blutkörperchen bedienten wir uns entweder defibrinirten oder ganzen Blutes, wobei dieses und jenes behufs Abscheidung der Blutkörperchen mit wenig con-centrirten Salzlösungen vermischt wurde. Zu obigem Zwecke prüften wir nicht nur Hewson’s, Denis’s, LecaniTs, Hoppe-Seyler’s u. a. Abscheidungsmethoden, sondern führten Untersuchungen auch mit solchen Salzen aus, welche von früheren Autoren nicht angewandt worden waren.
Im ganzen können wir sowohl das früher beobachtete Verhalten dieses oder jenes Salzes zu den Blutkörperchen als auch die Gesetzmässigkeit bestätigen, welche N. Kowalewski (41 p. 22) bei seinen vielfachen Untersuchungen über das Vorhalten verschiedener Salze und andrer chemischer Agentien den Blutkörperchen gegenüber (40 p. 881; 41 p. 164, 193, 385 und 401; 42 p. 99), und zum Teil aüch Hamburger, fand (28-a p. 334). Stark- und auch schwachconcentrirte Lösungen neutraler Salze können das Blutkörperchen zu frühzeitig zerstören, ihm den Farbstoff entziehen und den Experimentator dadurch des Critériums in Bezug auf die Reinheit des Präparats bei dem Abstehen der Blutkörperchen berauben. Am bequemsten fanden wir die Anwendung 5°/0-iger Natriumsulfatlösung, mit welcher wir das zu untersuchende defibrinirte Blut auch versetzten.
Die Arbeiten in Bezug auf das Globulin der Stromata führte in unserem Laboratorium Herr Dr. Masloff aus. Er bediente sich obenerwähnter Natriumsul-